Tempotraining bei Hitze

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Tempotraining bei Hitze

Beitragvon marathonmaedchen » 07.07.2008 / 10:07

Ein sehr aktuelles Thema ist der Umgang mit Tempotraining bei großer Hitze.
Letzte Woche standen 4x2000m Wiederholungen etwas schneller als 10er Renntempo auf meinem Plan - eine Einheit, die es auch bei "Normalbedingungen" in sich hat.
Normalerweise laufe ich diese Einheit Mittwochabends gegen 17.30 Uhr im Stadion. Nun herrschten um diese Zeit bei uns im Hexenkessel Rheinebene mollig warme 37°C inclusive Schwüle.
Ich habe die Einheit sausen lassen und bin sie am nächsten frühen Morgen gelaufen, bei der immer noch vorhandenen Schwüle trotzdem noch anstengend genug.
In meiner Laufgruppe sind aber auch Meinungen zu hören, wie "Trotzdem laufen um die Hitzeverträglichkeit zu trainieren", unser nächster Wettkampf ist nämlich um 12 Uhr mittags und es könnte sehr heiß werden.
Um mich an die Hitze zu gewöhnen, laufe ich einmal pro Woche in der Mittagszeit, aber eine sehr ruhige Einheit. Ich meine, dass ich mich bei einer Tempoeinheit bei Hitze so richtig platt laufen würde und die Regeneration unnötig lange dauern würde..Außerdem bin ich einmal wöchentlich in der Sauna.
Wie geht ihr anderen mit diesem Thema um :?:
Gibt es sportmedizinische Abhandlung zu diesem Thema?
Bin sehr gespannt auf eure Antworten!

Liebe Grüße, Doris
marathonmaedchen
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Beitragvon sirikit » 07.07.2008 / 12:08

Hallo,
Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe die letzten Wochen auch "gelitten". An den Wochenenden bin ich morgens gelaufen, mit dem Problem, dass ich da schwer auf Touren komme (obwohl "Morgenmensch", aber das wissen meine Muskeln anscheinend nicht) und Tempolauf geht da eher auch nicht. Dafür ist das Lauferlebnis sehr schön.
Unter der Woche abends habe ich mein Training auf ca. 20.00 Uhr verschoben (sonst ca. 18.00 Uhr), da war es auch noch warm, aber es ging. Bei Tempotraining mache ich dann öfters kurze Gehpausen, damit der Puls wieder runter kommt.
Ich habe bei mir festgestellt, dass der Puls mind. 10 Schläge bei Hitze höher ist. Ich denke, das ist bei den meisten so. Wobei ich auch Läufer kenne, denen Hitze gar nichts ausmacht.
Ich glaube nicht, dass man Hitze regelrecht "trainieren" kann, wenn der Kreislauf Belastung bei hohen Außentemperaturen nicht verträgt.
Ich hatte letztes Jahr bei einem "warmen" Halbmarathon bei km 18 einen Kreislaufkollaps, seitdem bin ich da vorsichtig geworden und habe mir - außer einem Viertelmarathon im Herbst, der sehr gut lief - noch keinen Wettbewerb mehr zu laufen getraut. Ich trainiere jetzt auf einen Lauf im Herbst hin - ohne mich fest anzumelden - und hoffe, dass die Temperaturen an diesem Tag angenehm sind.
Heute regnet es bei uns. Also super Trainingswetter.
Viele Grüsse aus dem Allgäu.
Sigrid
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Beitragvon jens77 » 07.07.2008 / 16:01

Ich bin der Meinung, dass Hitzetraining keinen echten Leistungsfortschritt nach sich zieht. Aber die psychische Komponente darf nicht vernachlässigt werden. Insofern sind ein paar Läufe bei höheren Temperaturen durchaus sinnvoll, um im Wettkampf nicht von den Körperreaktionen überrascht zu werden und ggf. in innerliche Panik zu verfallen ("Warum ist mein Puls so hoch? Ich bin doch nicht einmal schnell unterwegs! Und schon jetzt auf Anschlag?" oder so ähnlich).
Allerdings finde ich es richtig, dass Doris die Tempoeinheit "Intervall" an dem Tag hat fallen lassen. Es wäre schlicht unvernünftig gewesen.
Wenn bei hohen Temperaturen laufen, dann nur langsame Einheiten bis hin zu kürzeren Tempodauerläufen, das Ganze aber unter erhöhter Flüssigkeitszufuhr.
Auch ich werde meinen nächsten Marathon Anfang August erst in der Mittagshitze starten dürfen, da sollte man schon wissen, wie der Körper unter hohen Temperaturen so drauf ist. Das gibt eine Menge Sicherheit für den Tag X.
Trotzdem gilt: Wer nicht auf einen Hitzewettkampf trainieren muss ist besser beraten, wenn er, so wie Doris, den Lauf auf den nächsten Morgen verlegt oder sein Training anders plant (ruhige Läufe).
Letztendlich geht die Gesundheit und der Spaß am Laufen vor!! Für eine neue Bestzeit habt ihr noch ein langes Läuferleben Zeit.

Gruß
Jens
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Beitragvon schwarzwaldmadel » 09.07.2008 / 20:31

Um ehrlich zu sein mache ich schon lange keine Tempo-oder Intervallläufe (mit drei l ???) :?: mehr. Ich habe einfach für mich festgestellt, das ich sowas nicht mehr will. Ich gehe über in: solange laufen wie ich will und kann und es mir Spass macht. Das ist ungemein entspannender und ob ich ´ne Minute schneller oder langsamer ist doch eigentlich egal oder? :D
Aber grundsätzlich gebe ich Doris recht. Umbringen muss man sich beim besten Willen nicht. Tempoläufe sind so schon sehr anstrengend und ich glaube auch, das du deinem Körper eher schadest, wenn du in dazuhin auch noch mit hohen Temperaturen und Ozonwerten quälst.
Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt, als der der alle Antworten weiß.
schwarzwaldmadel
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