Stufen Laktat Test

Ambitionierte unter sich. Der richtige Platz für den Erfahrungsaustausch.

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Stufen Laktat Test

Beitragvon marathonmaedchen » 06.06.2007 / 06:39

Ich habe gestern einen Stufen Laktat Test gemacht. Es war ganz schön hart zumal ich das Laufen auf dem Laufband nicht gewohnt bin. In 7 Schritten wurde die Geschwindigkeit von 6 km/h auf 18 km/h erhöht, die jeweiligen Stufen wurden immer 3 min gelaufen, dann wurde Blut entnommen um den Laktatwert zu ermitteln im Verhältnis zur Entwicklung der Pulswerte. Beim letzten Tempo musste ich nach einer Minute abbrechen - ich konnte einfach nicht mehr. Meine Klamotten waren durch und durch nass duch die fehlende Luftzirkulation schwitzt man wie ein Schwein!
Freitag in acht Tagen habe ich einen weiteren Termin zur Auswertung des Tests. Ich erhoffe mir dadurch eine bessere Trainingssteuerung, neige ich doch stark zum Übertreiben und kriege beim Marathon ab km 30 allzu oft die Quittung dafür.
Nach der Auswertung werde ich euch berichten, auch über das Training nach dem sogenannten Knick-Punkt.

Ups, ich muss die Kinder wecken....
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Beitragvon jens77 » 06.06.2007 / 17:43

Schon mal Glückwunsch!

18 km/h sind bei solch einem Test eine Menge Holz. Bis jetzt bin ich auch noch nicht über die 18 km/h-Grenze gekommen. Ich frage mich derzeit auch, ob ich es überhaupt muss/will. Das einzig Gute an der maximalsten Ausbelastung ist für uns Freizeitläufer ja eh nur der Maximalpuls. Die Laktatschwellen für die aerobe und anaerobe Schwelle werden ja schon früher erreicht.
Aber eine feine Sache, so eine Laktatmessung! Ich mache diese ein mal jährlich, zumal sie immer mit einer ausführlichen sportmedizinischen Untersuchung und der Kontrolle der Herzwerte in Ruhe und unter Belastung einhergeht.
Auch wenn man sich nicht beweisen muss, dass Sport gesund ist, ist es doch beruhigend mit positiven Befund und verbesserten Schwellen- und Laktatwerten nach Hause zu gehen.
Bin auf Dein Testergebnis gespannt.

Grüße
Jens
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Beitragvon Gabi » 06.06.2007 / 20:06

Hallo!
Hier kommt, wie man es von mir schon gewohnt ist, eine vollkommen laienhafte Reaktion aus dem Volk. Ich habe im letzten Jahr bei meinem Hausarzt (Sportmediziner) einen Laktattest inklusive eines Belastungs-EKG`s auf dem Fahrrad erstellen lassen. Auch dabei wurde die Belastung immer erhöht. Am Ende war die Belastung so hoch, dass ich zwar noch Kondition aber keine Kraft zum Treten der Pedalen mehr hatte. Natürlich war es, wegen der Verkabelung auch nicht möglich, im Stehen zu fahren. Vorteil dieses Tests lt. meinem Arzt war die Überprüfung meines Herzrhythmuses. Da ich in den letzten Jahren mit schlimmen Herzrhythmusstörungen (bis hin zu einem stationären Krankenhausaufenthalt und der Legung eines Herzkatheters) zu kämpfen hatte, erschien mir das auch als sehr sinnvoll. Momentan stellt sich mir allerdings die Frage, ob ein Laktattest auf dem Fahrrad überhaupt einem Läufer viel bringt. Mal abgesehen von der wirklich wichtigen Tatsache, dass dabei überprüft werden kann, ob das Herz mal wieder extrem verrückt spielt oder nicht.

Hat hier jemand Erfahrungen?

Viele Grüße

Gabi
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Beitragvon jens77 » 07.06.2007 / 14:46

Hallo Gabi,

Du hast vollkommen Recht mit der Annahme, dass ein Laktattest auf dem Radergometer für Läufer nicht hinreichend aussagekräftig ist.
Da es deinem Arzt um die Überprüfung des Herzrhytmuses ging, reicht aber die Belastung auf dem Ragergometer vollkommen aus. Zumal es für Ärzte auch eine Kostenfrage wäre, für jeden Individualsport ein Trainingsgerät in die Praxis zu stellen.
Um jedoch das Lauftraining zu steuern, also einem Läufer Werte an die Hand zu geben, um das Training effektiv und effizient steuern zu können, muss ein Stufentest sportartspezifisch - also auf dem Laufband - erfolgen!
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Beitragvon Speedy » 08.06.2007 / 13:01

Hallo miteinander,

ich schreibe eher aus dem "theoretischen Lager" über den Laktattest.
Die Frage ist doch, wie aussagekräftig bzw. notwendig er für Hobbyläufer ist. Auch für solche, die etwas ambitionierter ans Laufen rangehen.
Unterm' Strich betrachtet ist so ein Laktattest finanziell gesehen nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Während es bei Gabis Belastungs-EKG mit Laktattest darum ging, eventuellen Gefährdungen auf die Spur zu kommen, hat der Laktattest der Leistungsdiagnostik ja eher die Aufgabe, Trainingsanreize und deren Erfolge zu überprüfen.
Ein Profi würde entsprechend in relativ kurzen Abständen von einigen Wochen wiederholt den Test machen, um prüfen zu können, ob sich die Laktattoleranz aufgrund des Trainings verbessert hat.

Ich will nicht ausschließen, dass auch professionellere Läufer im Forum zu Gast sind wie z.B. Tommsen, der 10 Kilometer in 33 Minuten läuft (http://www.running-life.de/foren/viewtopic.php?t=116), aber ich denke, für die meisten von uns ist ein Laktattest nicht unbedingt ein Muss.

Trotzdem bin ich natürlich ebenso neugierig auf Doris Ergebnisse wie Jens! :D
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Beitragvon marathonmaedchen » 08.06.2007 / 19:47

klar, ein Muß für Freizeitläufer ist ein solcher Test in der Tat nicht - aber stellt euch mal vor mein Hobby wäre Tiefsee- Tauchen oder Hochseefischen oder Tunierreiten (mit eigenem Roß, versteht sich), da ist doch so ein Laktat Testchen in der Tat Pipifax - oder :P ??
Aber Spaß beiseite, ich erhoffe mir von diesem Test einfach ein durchdachtes und gut gesteuertes Training auch in Hinblick darauf, dass ich nächstes Frühjahr nochmals die Marathondistanz angehen möchte und ich ja schon etliche Erfahrung mit Übertraining und falsches Timing gemacht habe.
Ja, jetzt wird sich so mancher denken, ob ich einen Knall hab, im Frühjahr 2008 ein Marathon und ein Jahr zuvor ein Laktattest.
Die nackte Wahrheit ist, dass ich diesen Test gewonnen hab. Ich bekomme Trainingsempfehlungen und darf dann den Test in acht Wochen wiederholen um festzustellen, was das gesteuerte Training letztendlich gebracht hat.
Ich kann mir aber schon jetzt vorstellen, dass ich die Sache nächstes Jahr vor der Marathonvorbereitung wiederholen werde, dann darf ich bezahlen - aber wenn es mir was bringt gebe ich das Geld auch aus (sonst seh ich nächstes Jahr wieder mit 3:48 am Ziel und heul :cry:

bis spätestens nächsten Freitag, hoffentlich schlauer 8)

Doris
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Beitragvon marathonmaedchen » 08.06.2007 / 19:56

Lieber Jens,
ich habe es ja so bereut, dass ich den 18er Schritt angegangen bin!!!
Am Dienstag war der Test, am Mittwoch war ich auslaufen aber eher gequält und morgen früh werd ich das erste mal diese Woche wieder richtig laufen gehen. Hoffnungslos über meinem Leistungsstand hab ich mich bewegt! Dieser bescheuerte falsche Ehrgeiz brachte mit Höllenmuskelkater ein, das nächste Mal bin ich vernünftiger!
Ich glaube diese nackten Tatsachen des Laktattestes, schwarz auf weiß, werden genau das richtige für mich sein...
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Beitragvon jens77 » 09.06.2007 / 12:54

Hallo Doris,

das ist natürlich nicht so schön, wenn man nachher Probleme hat.

Aber vielleicht tröstet ja die umstrittene Theorie, dass Muskelkater auch ein Anreiz für den Körper darstellt, künftig auch für schärfere Belastungen gewappnet zu sein. :wink:
Auf der anderen Seite riskiere ich z.B. gern den Muskelkater, den auch ich am Tag nachher habe, denn nur bei maximaler Ausbelastung erreicht man ja die maximale HF.

Ja, ja Speedy :wink: , ich weiß dass es für die meisten Läufer nicht wirklich auf die 3 oder 4 Schläge ankommt. Aber bei meiner Trainingsplanung lege ich Wert darauf. Und ich denke, dass 5 Jahre verletzungs- und überlastunggsfreier selbstgesteuerter Traingsaufbau mit steter Leistungsverbesserung ein kleiner Beleg dafür ist. :) Und vor allem macht es noch immer riesigen Spaß!

Grüße
Jens
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Stufenlaktat Test

Beitragvon marathonmaedchen » 16.06.2007 / 15:57

Es ist an der Zeit, den nackten Tatsachen ins Auge zu sehen.
Das Ergebnis des Tests war niederschmetternd - zumindest auf den ersten Blick :cry: . Ich bin nämlich nur eine befriedeigende Breitensportlerin :cry: :cry: , meine Prognosen für den Marathon lautet 4:57, für den HM 2:20 und für den 10er 0:54 :cry: :cry: :cry: .
Nur bin ich selbst in den Anfangszeiten den 10er in 49 min, den HM in 1:53 und den übelst vorbereiteten Marathon in 4:13 (im ersten Laufjahr mit 3 längeren Läufen :oops: ) gelaufen und hab mich seither erheblich verbessert. Naja, da liegt in der Auswertung wohl einiges im Argen.

Auf den zweiten Blick habe ich wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Die Laktatschwelle, also der Punkt an dem der Körper mehr Laktat bildet als er abbauen kann ist etwas niedriger als ich das anhand der HF max errechnet habe, somit werde ich meine Läufe sowohl im regenerativen als auch im Grundausdauerbereich etwas in Richtung "ein bißchen langsamer" korrigieren.
Ich bin wohl viele meiner Läufe zu hart gelaufen, was ich ja auch befürchtet habe.
Dies ist dann wohl der Grund für eine nicht ganz so gute Erholungsphase, das heißt ich werde die nächsten Wochen nochmal an die Grundlagenausdauer gehen und erst dann dosiert mit Tempoarbeit beginnen.

Den nächsten Test werde ich kurz vor meiner Marathonvorbereitung durchführen, vielleicht bin ich ja dann ein guter Breitensportler :wink:
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Beitragvon norben » 16.06.2007 / 18:42

Hallo Doris,

wer einen Marathon in 4:13 durchsteht, ist mit Sicherheit ein guter Breitensportler. Weißt Du wieviele sogenannte Breitensportler niemals ins Ziel kämen? Mit sub 4 könntest Du dich ja fast schon sehr gut nennen, von noch schnelleren Zeiten werd ich nun schweigend träumen :wink:

LG Norbert
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Beitragvon jens77 » 17.06.2007 / 16:35

Hallo Doris,

bei mir ist jeder ein guter Breitensportler, der regelmäßig Sport treibt. Deine Leistungen liegen da schon weit drüber!

Das die Ergebnisse beim Laktattest nicht wie erwartet ausgefallen sind ist natürlich ärgerlich. :shock: Aber das Resultat bestätigt mich zumindest in meiner Argumentation, dass es für jeden ambitionierten bzw. fleißig trainierenden Sportler durchaus sinnvoll sein kann, eine Leistungsdiagnostik durchführen zu lassen.
Und sieh es mal von der Seite: Stell Dir vor Du hättest weiter auf Dein Gefühl gehört und weiter in (zu) hohen Intensitäten trainiert. Wo würdest Du dann in ein paar Monaten stehen? Daher ist es doch gut, wenn Du weist wie Du künftig trainieren solltest, damit "das Kind nicht in den Brunnen fällt". Ich drücke die Daumen!
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Beitragvon marathonmaedchen » 18.06.2007 / 20:03

Hi Jens,
das Ergebnis hatte ich ja schon in der Richtung erwartet weil ich diese Saison einfach krankheitsbedingt auf zu wenig Grundlagen zurückgreifen konnte, wobei man mal wieder sieht, wie wichtig diese "ruhige Zeit" nach den Highlights für die Regeneration und die Grundlagen sind. Das "niederschmetternd" war schon ein bißchen ironisch gemeint und ich sehe den Test als wertvolle Hilfe weil ich eben schon gefühlsmäßig etwas zu schnell unterwegs war.
Ich bin hochmotiviert, die kommende Saison sehr vernünftig anzugehen und möchte meine Leistung nun noch fundierter steigern als bisher. 8)
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Beitragvon Gabi » 19.06.2007 / 07:21

Hi
Ich hab eine wunderbare Idee, Doris: Deine Läufe absolvierst du in Zukunft mit mir. So bin ich in der Lage, den Marathon überhaupt zu bestehen, laufe in Zukunft die 10 000 m in 49 Min. und du kannst dir sicher sein, dass du nicht unvernünftig trainierst. Nur an deiner HM Zeit müssten wir dann noch etwas feilen. Das kriegen wir zwei aber schon hin. :wink: Ich strebe da eine Zeit von 2:00 für dich an.

Viele Grüße

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Beitragvon marathonmaedchen » 19.06.2007 / 09:41

Das ist die Lösung liebe Gaby, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin :D
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Beitragvon marathonmaedchen » 11.07.2007 / 09:35

Ich habe jetzt meine ersten Wochen nach dem Test hinter mir und wollte ein kurzes Feedback geben.
Alles in allem hat der Test dazu geführt, dass ich mein Training bewußter gestalte.
Meine Tempodauerläufe sind 5 sec/km langsamer, dafür kann ich die Umfänge in diesem Bereich steigern und länger kontrolliert sauber laufen. Meine langen Läufe dagegen laufe ich mit gleichem Puls etwas schneller, vielleicht weil ich durch die vernünftiger gestalteten Tempoausdauereinheiten nicht mehr so platt bin als bisher und eine bessere Regeneration habe (so kann ich mir das erklären).
Da meine Erholungswerte beim Test nicht so befriedigend waren, mache ich noch keine wettkampfspezifischen Einheiten sondern arbeite die nächsten zwei Wochen weiter an der Grundlagenausdauer und erhöhe vorsichtig die Umfänge des Tempodauerlaufs an der Schwelle, wobei ich schon jetzt Fortschritte sehe.
Insgesamt gesehen hat der Test mich doch ein großes Stück weiter gebracht, mal sehen ob die Wettkampfzeiten das positive Gefühl auch wiederspiegeln.

Doris
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