Schmerzen fünf Tage vor Marathon!

Ambitionierte unter sich. Der richtige Platz für den Erfahrungsaustausch.

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Schmerzen fünf Tage vor Marathon!

Beitragvon runner77 » 15.05.2007 / 18:48

Hi zusammen,
ich hoffe, ihr könnt mir ein klein bißchen helfen, bzw. mich beruhigen. Am kommenden Sonntag plane ich einen Marathonstart. Vorgestern habe ich beim Auslaufen nach dem langen Samstagslauf leichte Schmerzen im Außenrißt des rechten Fußes verspürt. Gestern habe ich dann leichte Intervalle im MT gemacht, absolut harmlos, wobei die Schmerzen fast unerträglich wurden. Heute renn ich jetzt den ganzen Tag mit Kälte-, Voltaren- und Quarkumschlägen rum. Es ist jetzt auch schon etwas besser, aber deutlich spürbar. Ich war bisher in der Vorbereitung absolut beschwerdefrei und bin die letzten sieben Wochen (fast immer) sechs Mal die Woche mit ca. 80 - 100 km Wochenumfang gelaufen. Das ganze mit drei Paar Schuhen. Ich denke, ich kenne meinen Körper ganz gut und es deutet doch auf Überlastung hin. Wie kann ich das Ganze auf die Schnelle in den Griff bekommen?
Vielen Dank im Voraus

Andi
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Beitragvon marathonmaedchen » 16.05.2007 / 06:42

Hi Andi,
eine schnelle Antwort am frühen Morgen:
Geh ganz schnell zun Physiotherapeuten, ich hatte dieses Problem auch mal während einer Marathonvorbereitung, meine Physio konnte mir durch Massage helfen - ich war nach vier Tagen einigermaßen schmerzfrei. Es kommt halt drauf an, was es ist. Wenn nichts gerissen oder verletzt ist sondern "nur" überbelastet oder entzündet z.Bsp. das derbe Bindegewebe am Fuß, kann dir vielleicht auch dein Arzt helfen mit dem Einspritzen eines entzündungshemmenden Medikaments helfen um so die Teilnahme am Marathon zu retten.
Die Geister scheiden sich in diesem Punkt, aber ich persönlich bin nach einer intensiven Vorbereitung in die ich so viel investiert habe bereit auch entsprechende Medikamente einzusetzten ich lebe ansonsten absolut gesund und denke auch dein Körper wird das wegstecken, nur bitte kein Selbstversuch sondern nur Versorgung von Profis.
Ich würde nicht mehr laufen vor dem Start, deine Form hast du eh, geh noch zwei Tage ins Wasser zum Aquajoggen.
Ich wünsch dir ganz viel Glück,
Doris
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Beitragvon Speedy » 16.05.2007 / 10:31

Hallo Andi,

ich kann Marathonmädchen Doris nur zustimmen:
Physiotherapeut/Masseur und Schonung. Was Du an Fitness jetzt noch nicht hast, wirst Du Dir in den nächsten Tagen auch nicht mehr aneignen!
Die ein bis zwei Wochen vor dem Marathon sollten (meiner Meinung nach) auch von ambitionierten Läufern lockerer angegangen werden. Nachdem man monatelang hart vorbereitet hat ist Schonung und die Regeneration des "Systems" angesagt. Das bringt mehr, als bis zur letzten Sekunde zu trainieren.

Von Spritzen zur Schmerzbetäubung halte ich an sich nicht viel. Aber ich kann natürlich auch verstehen, dass jemand, der seinen Marathon lang und umfangreich vorbereitet hat, dann auch starten will!
Vorletztes Jahr hatte ich etwas Ähnliches: Eine Muskelentzündung im Oberschenkel 3 Tage vor dem Marathon. Ich habe monatelang vorbereitet und wollte den Marathon auch laufen! Punkt. Wärme- und Kältebehandlung waren ebenso wenig erfolgreich wie Massage. Gestartet bin ich trotzdem, mir war jedoch klar, dass ich womöglich abbrechen muss.
Die Schmerzen waren ab dem ersten Meter da. Trotzdem habe ich 42,195 Kilometer durchgehalten und war sogar 10 Minuten schneller, als ich (in anbetracht der Umstände) geplant hatte.
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Beitragvon runner77 » 17.05.2007 / 14:07

hallo,

danke erstmal für eure Ratschläge. Ich hätte mich diese Woche sowieso zum Füßehochlegen gezwungen, auch wenns schwer fällt! Ich wollte gestern Abend wissen, woran ich bin, und bin einige Kilometer getrabt. Es wurde von Meter zu Meter schlechter, ein stechender Schmerz, der bei jedem Schritt bis in den Knöchel zu spüren war. Und im Gegensatz zu vorher habe ich jetzt permanent Schmerzen. Das wars dann wohl. Ich würde natürlich gerne zum Doc gehen, und ich persönlich würde mich auch spritzen lassen, aber die Arbeit läßt es nicht zu. Und krank machen ist bei mir nicht so einfach. Ich denke, ich bin um eine Erfahrung reicher, nämlich die, das wahrscheinlich zwei paar neue Laufschuhe besser sind, als drei paar, die es eingentlich schon hinter sich haben. Ich habe mir die Schuhe gestern zum ersten Mal (!!) richtig angesehen. Alle drei rechten Schuhe haben eine erschreckend starke Neigung nach außen. Ich laufe praktisch seit Wochen über den Außenfuß und merke es nicht! Eigentlich habe ich in einem "Profi"-Forum nichts zu suchen, wenn man so mit Scheuklappen durch die Gegend rennt. Und das ärgert mich am allermeisten! Ich spiele jetzt mit dem Gedanken, mir morgen neue Schuhe zu kaufen und sie am Sonntag 42 km lang einzulaufen. Wenns nicht geht, gehts nicht, aber ich habs immerhin probiert. Was meint ihr?

Andi
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Beitragvon Speedy » 18.05.2007 / 10:59

Hallo Andi,

Fehler passieren. Schlecht ist eigentlich nur, wenn man anschließend nichts draus lernt. Klar, klingt altklug :D Trotzdem steckt da schon eine Wahrheit dahinter.

Puh! Neue Laufschuhe bei einem Marathon einlaufen. Ein großes MUST NOT! Meiner Meinung nach wirklich nichts, was ich irgendjemandem empfehlen würde! Blöd ist nur, dass Du keine Alternativen hast, wenn alle Deine Laufschuhe durchgelaufen sind. Trotzdem: Falls wenigstens 1 Paar noch einigermaßen taugt, würde ich vermutlich eher das nehmen, als einen neuen Laufschuh beim Marathon einzusetzen. Es ist eine schwierige Entscheidung...

Ein Tipp für die Zukunft: Trag' spätestens die neuen Laufschuhe im Lauftagebuch unter der Schuhverwaltung ein und wähle sie dann bei jedem Laufeintrag auch aus, damit Du zukünftig weißt, wie viele KM Deine Schuhe auf dem Buckel haben. Ein gelegentlicher visueller Check ist auch eine gute Idee. Vor allem oberhalb von 800 km! Es gibt Laufschuhe, die kann man nach 800 km wegschmeißen, andere taugen bis 1.300 oder gar 1.500 km. Das kommt auch auf den Läufer (Gewicht, Laufstil, Tempo!) und die Laufschuhmarke an. Bei letzterem habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Noch einen Hinweis:
Falls Du den Artikel noch nicht kennst: Auf RUNNING LIFE (http://www.running-life.de) gibt es unter der Rubrik:
"Running Life" -> "Reports" einen Laufschuhreport mit dem Titel "Zeitbombe Laufschuh". Hier haben wir einige Erkenntnisse über den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand eines Läufers zusammengefasst.

Glück auf für den Marathon am Sonntag!
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Beitragvon runner77 » 18.05.2007 / 20:48

hi speedy,
ich denke, die Entscheidung ist gefallen. Ich hab mir heute ein Paar Asics Nimbus gekauft, das war, rein subjektiv gesehen, mein bislang bester Schuh. Die ziehe ich jetzt bis Sonntag Mittag um kurz vor zwölf(hoffentlich) nicht mehr aus :). Ich war heute auch noch beim Arzt und hab ein stark entzündungshemmendes Mittel bekommen. Man wird sehen, aber so wird der Marathon gleich noch interessanter als er eh schon ist. Ich werde dann selbstverständlich berichten.
Danke für die Wünsche!
Andi
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Beitragvon marathonmaedchen » 19.05.2007 / 07:22

Lieber Andi,

ich wünsch dir viel viel Glück!!!
Vorletztes Jahr in Köln hab ich mir auf der Messe einen neuen DS Tainer gekauft und hab ihn, experimentierfreudig wie ich bin, zum Marathon getragen - ich hatte das Glück welches ich dir wünsche nämlich persönliche Bestzeit und keinerlei Fußschmerzen (man sollte es aber trotzdem eher nicht machen, aber man hat ja schon vor der Apotheke Pferde kotzen sehen) :D .

So, ich geh jetzt laufen, die anderen warten schon,
Doris
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Beitragvon Speedy » 19.05.2007 / 14:10

Hey, Marthonmädchen....?

Was Du schon so alles gesehen hast! :shock:
So viel Lebenserfahrung, ich bin beeindruckt! :D
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Beitragvon marathonmaedchen » 20.05.2007 / 08:36

ja ja, wir Pfälzer haben halt die Lebenserfahrung und Sprücheklopperei gepachtet, da bleibt für die übrigen nicht viel übrig! Dafür können die laufen :lol:
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Beitragvon runner77 » 21.05.2007 / 08:57

guten morgen,

es waren nette 30 trainings-km bei wunderbarem wetter, wobei ich die letzten 6 km nur noch gehen konnte. die schmerzen waren vom start weg erheblich und machten ein weiterlaufen leider unmöglich. umso ärgerlicher, da ich meine angestrebte zeit von 03.29 h höchstwahrscheinlich sogar deutlich unterbieten hätte können. aber da steckt man nicht drin, und daher kann ich nur sagen "jetzt erst recht". ich werde jetzt vermutlich eine etwas längere pause machen müssen, bis das ganze richtig auskuriert ist. ich denke, ich werde mich einige zeit aufs rennradfahren konzentrieren, in dieser zeit 2-3 mal pro woche laufen, ende juli wie jedes jahr an einem radmarathon teilnehmen, und dann ab august mit vollgas für den münchen marathon trainieren.
nichts desto trotz muß ich sagen, es ist schon ein äußerst frustrierendes erlebnis, nach so langem und intensiven training, und vor allem mit super form, aus einem rennen aussteigen zu müssen. das wünsch ich keinem, aber wenns passiert, kann man nichts machen!
also, ich wünsch euch verletzungsfreies laufen!
bis bald, andi
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Beitragvon Speedy » 22.05.2007 / 09:54

Hallo Andi,

das kann ich gut nachvollziehen, dass Du enttäuscht bist. Ich glaube, jemand der das noch nicht selbst durchgemacht hat (ewig intensive Vorbereitung und dann Komplikationen kurz vor dem Start) kann gar nicht nachvollziehen, wie blöd das für einen ist.
Ich habe auch schon öfter gehört (und selbst erlebt), dass Läufer kurz vor dem Marathon dann krank werden. Wenig überraschend. Ewig hat man hart trainiert, die ein, zwei Wochen vor dem Marathon schraubt man dann das Training kräftig runter (sofern man das Ganze taktisch klug angeht) und prompt fährt das Immunsystem herunter, der Körper fängt sich was ein und, voilá..... aaaaaargh!

Also ich finde Dein Vorhaben, das erst mal gründlich auszukurieren, sehr gut! Zu Deiner Aussage, ab August dann mit Vollgas für den München Marathon zu trainieren,,, Ein wichtiger Rat dazu:
Steiger die Trainingsumfänge nicht zu schnell. Das ist oft fatal. Du trittst jetzt kürzer, fährst mehr Fahrrad. Die Kondition bleibt dann auf einem hohen Niveau. So weit, so gut. Du läufst (zum Beispiel) im Monat 120 km oder 150 km. Im August packt Dich der "Vollgasrausch" und Du erhöhst auf 300 km im Monat. Da ist der Ärger fast schon vorprogrammiert. Auch Jens77 wird mit grenzenloser Energie nicht müde zu betonen, dass man maximal 10-15% Steigerung im Monat durchziehen sollte.
Würdest Du z.B. von 150 auf 300 km springen, hast Du 100% Steigerung. Da kommen die Probleme schnell zurück und damit auch der Frust. Das muss nicht zwangsläufig passieren. Aber das Risiko ist hoch...

Ich muss mit solchen Aussagen vorsichtig sein (es gibt zu viele Experten im Forum, die mir sonst womöglich hart zusetzen :D ), aber ich habe mir in der Monatsbestenliste mal Deine Daten angeschaut... Alter, Trainingsumfang,.... Das Gewicht kenne ich natürlich nicht und weiß nicht, wie lange Du schon läufst, wie Du läufst usw. (deshalb nachfolgende Aussage unter Vorbehalt). Aber ich denke eigentlich nicht, dass es für Dich allzu schwer werden dürfte, beim Marathon unter 3:30 h zu kommen. Gefährlich kann eher ein zu großer Ehrgeiz sein, in dessen Gefolge man dann vor dem Lauf verletzt ist oder beim Marathon die Kraft nicht richtig einteilt. Ein Bekannter von mir (der 10 km in 33 Minuten und ein paar Zerquetschten läuft) ist an mehreren Marathons (ich glaube 5 oder 6 hintereinander) gescheitert, weil er unbedingt gleich beim ersten Mal unter 3 Stunden kommen wollte. Natürlich war er auch nicht bereit, den Marathon "langsam" und "nur" z.B. in 3:15 oder 3:30 zu laufen. Er doch nicht!
Naja, letztendlich hat er beim ersten Marathon, den er bis zum Ende durchgehalten hat, 2:56 gebraucht. Die vielen Fehlschläge vorher werden von ihm einfach nicht dazugezählt. Erster Marathon in 2:56. Das ist doch was! :wink:
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Beitragvon runner77 » 23.05.2007 / 21:06

hi speedy,

respekt vor deinem bekannten, ein naturtalent! :D aber ganz im ernst. es sollte nach einigen halbmarathon und 10ern mein zweiter marathon werden. den ersten hab ich letztes jahr in 03.43 h gelaufen, mit deutlich weniger trainingsaufwand als diesmal. wobei ich auch sagen muß, daß ich nicht verbissen vor mich hinrenne, um irgendeine zeit zu knacken, sondern weil es mir spaß macht. ich denke, das ist überhaupt ein sehr wichtiger punkt bei der ganzen sache. trotzdem gehöre ich zu den läufern, die schon immer irgendwie ein ziel brauchen, wenn auch in weiter ferne. dann ist motivationlosigkeit für mich persönlich kein problem mehr. und hier kommt dann ein punkt, den du absolut richtig angesprochen hast, nämlich die steigerung des umfangs in einem vernünftigen rahmen zu halten. ich muß mich dazu durchaus zwingen, weil ich eben sehr gerne laufe. grundsätzlich stelle ich mir in diesen tagen die frage, gibt es eine grenze zwischen "gerne laufen" und einem gewissen suchtverhalten, daß ich im moment bei mir schon sehe. ich hätte es heute fast schon wieder probiert, aber meine frau konnte schlimmeres verhindern. und das ist auch gut so! :D geduld ist eine eigenschaft, bei deren vergabe ich gerade nicht da war!! aber na ja, wird schon werden.
ach ja, weil du es angesprochen hast. ich bin nicht der leichteste läufer, was aber an meiner statur liegt. der fettanteil ist zur zeit gering, gemessen habe ich ihn allerdings noch nicht. ich wiege bei 188cm zur zeit 85 kg. läufer (und sportler überhaupt) bin ich, seitdem ich vor vier jahren mit dem rauchen aufgehört habe.

gruß, andi
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