Marathontraining: Fortschritte und Rückschläge

Ambitionierte unter sich. Der richtige Platz für den Erfahrungsaustausch.

Moderatoren: Buscapé, Speedy

Marathontraining: Fortschritte und Rückschläge

Beitragvon Schneeweißchen » 15.02.2008 / 11:04

Liebe Läufer,

ich möchte mich bei Euch vorstellen und an meinen Trainigserfahrungen teilhaben lassen.
Ich bin 29 Jahre, laufe seit Oktober 2007 ambitioniert, davor schon 1 Jahr hin und wieder mal 20-30 min.
Anfang Mai 2007 steigerte ich die Länge der Läufe auf 20-30 km. Zweimal in der Woche stand Tempo auf meinem Plan, den ich mir selbst erstellt hatte (Grundlage waren Pläne aus Steffnys Großem Laufbuch). Zum einen Intervalle (5 x 1 km , 3 x 2 km, 2 x 3 km), zum anderen Tempoläufe zwischen 6 und 12 km im Kilometerschnitt knapp unter 5:30. Zusätzlich fahre ich fiel Fahrrad und gehe schwimmen.
Ab Ende August wurde meine Leistung immer schwächer, was ich insbesondere bei den Tempoeinheiten zu spüren bekam. Aus dem geplanten Halbmarathon und dem Berlin-Marathon im Herbst wurde nichts, da ich nicht mal mehr in der Lage war, mehr als 90 min zu laufen. Im November bereiteten mir Läufe von 8 km im 6:45 Schnitt große Probleme (ich lief im Sommer 30 km im 6:05er Schnitt). Ich war ziemlich ratlos und erfuhr den Grund für meinen rapiden Leistungsabfall durch Zufall, als ich Mitte November nach Ewigkeiten mal wieder zur Blutspende ging: ich hatte einen Hämoglobinwert von 8 (normal ab 11) und nur noch einen Ferritin-Wert von 3,7 (sollte mind. bei 25 liegen).
Das erklärte die Atemnot beim Laufen, die schnelle Laktatbildung und ständige Schwere in den Muskeln. Ich begann sofort mit der Eisentablettentherapie und lief bereits im Dezember wieder bis zu 20 km. Ich lief nur im Grundlagenbereich und liebäugelte mit einem Marathon Mitte März, den mein Freund mitlaufen wollte. (Inzwischen sind wir beide angemeldet und freuen uns riesig).
Am Silvestertag lief ich bereits wieder locker 30 km :) . Ich hab es so genossen!
Vor zwei Wochen lief ich meinen ersten 35er in 3,5 Stunden und Dauerregen. Es war toll. Und ich laufe grundsätzlich die zweite Hälfte ca. 2-4 Minuten schneller als die erste.
Am Sonntag habe ich an einem 10 km Wettkampf teilgenommen und meine persönliche Bestzeit von 49:00 (im November 2006 waren es noch 57:22) erreicht. Dabei lief ich die zweite Hälfte über eine Minute schneller und hatte zum Schluss noch Reserven für einen 300 m langen Schlusssprint.
In zehn Tagen steht noch ein 25 km Wettkampf an und ich bin gespannt, ob ich mir auch auf dieser Distanz die Luft so gut einteilen kann :)
Ich freu mich riesig auf meinen ersten Marathon Mitte März und hoffe, dass keine Verletzungen dazwischen kommen, nachdem ich wieder so gut laufen kann.
Vielleicht mache ich ja mit meinem Bericht dem einen oder anderen Läufer Mut, der sich mit Rückschlägen plagen und in Geduld üben muss. Diese Erfahrung hat mir das Laufen noch viel wertvoller gemacht und ich genieße jeden Lauf!

Viele schöne Läufe wünscht Euch das Schneeweißchen
Gegen das Fehlschlagen eines Plans gibt es keinen besseren Trost, als auf der Stelle einen neuen zu machen oder bereitzuhalten.
Schneeweißchen
~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~~~~
 
Beiträge: 2
Registriert: 15.02.2008 / 09:22

Zurück zu Trainingsforum - Profi Talk

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste