Ambitionierte unter sich. Der richtige Platz für den Erfahrungsaustausch.
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von marathonmaedchen » 26.10.2007 / 12:44
Tja, Gabi;
wie du siehst bist du nicht die einzige mit den zwiespältigen Gefühlen, auch ich hatte einen riesen Respekt vor meinem ersten Marathon und habe die letzten 10 km einige Gehpausen einlegen müssen. Trotzdem habe ich mit Stolz und Glück gefinisht - mein Respekt war bei den folgenden Marathons eher noch größer und vor allem der Respekt vor allen Läufern, ganz egal mit welcher Zeit, die diese Stecke meistern.
Du wirst es schaffen, da bin ich mir ganz sicher!
Ganz merkwürdig bei mir war die Zeit nach dem Marathon. Da dreht sich viele Monate alles um diesen einen Tag und plötzlich ist es vorbei. Ich hab nach meinen ersten Marathons immer eine innere Leere gespürt - so als hätte mir jemand was weggenommen, meine Ziele halt. War ganz komisch und hat schon ein paar Tage angehalten. Vielleicht der "Marathon-Blues"....
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von Speedy » 29.10.2007 / 10:56
@Gabi, Andrea und Doris
Die Erfahrungen scheinen sich ja in gewisser Hinsicht recht ähnlich zu sein. Erst der "Entschluss Marathon". Sich dann etwas unter Druck setzen, indem man Freunden und Bekannten davon erzählt, dann folgt nach einigen Monaten das große Event... Komisch, dass sich hier unsere männlichen Läufer noch nicht zu Wort gemeldet haben.
Ob da der eine oder andere ebenfalls zugeben würde, vorher Respekt gehabt oder aufgeregt gewesen zu sein?
Andererseits sehe ich auch eine "Schattenseite" bei dieser Art der Planung. Klar, ich erzähle natürlich selbst ebenfalls allen möglichen Leuten vom nächsten Marathon. Aber diesen Sommer/Herbst wollte es nun mal nicht so laufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Verletzungsbedingte Trainingsausfälle, immer wieder Schmerzen (vor allem beim schnellen Einheiten oder langen Trainingsdistanzen). Und dann kam der Marathon und "alle Welt" wollte Details wissen, wann man mich wo anfeuern kann usw. usw. Und nuuuuun die Nachricht:
Ich starte gar nicht! Bzw. ich bin nur "just for fun" in lockerem Tempo die halbe Distanz mitgelaufen. Vielleicht auch aus Protest gegen die engstirnigen Veranstalter... denn ich konnte meine Startnummer nicht verkaufen (kaum wer war wohl interessiert, einen Marathon zu laufen und nicht mal seinen eigenen Namen in der Ergebnisliste zu sehen und den Namen zu ändern war laut Veranstalter aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich und blablabla).
Nun ja.....
Worauf ich hinaus will: Wenn die Vorbereitung aus irgendwelchen Gründen nicht wie geplant eingehalten werden konnte, man nicht in Form, vielleicht etwas krank oder verletzt ist, dann sollte man auch Vernunft walten lassen. Und das ist - so finde ich - gar nicht so einfach, wenn man vorher groß rumerzählt hat, man läuft einen Marathon. Klar, vernunftsmäßig weiß man, das ist Quatsch, aber es schleichen sich vielleicht Gedanken der Art ein, dass die anderne glauben, man hat kalte Füße bekommen, traut sich nun doch nicht, ist nicht fit genug usw.
@Gabi:
Ich würde Dir empfehlen, an einem Marathon im Spätsommer/Herbst teilzunehmen. Der große Vorteil ist: Bei Marathons im Frühjahr ist es so eine Sache mit der Vorbereitung. Es ist im Winter viel dunkel, kalt, etc. Dann geht es einem so wie Andrea, man spult mit hängendem Mundwinkel nasse kalte Kilometer am Straßenrand ab (wegen der Beleutung), der Spaß bleibt stark oder komplett auf der Strecke und anderes mehr.
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von runner77 » 29.10.2007 / 15:14
Hallo Zusammen,
zunächst mal: die Mädels bringen es so hervorragend auf den Punkt was es heißt, Marathon zu laufen und sich darauf vorzubereiten, dass es eigentlich nicht nötig ist, noch männlichen Senf dazuzugeben
Aber ich mache es jetzt trotzdem, weil ich Speedy unbedint absolut zustimmen muß! Speedy wird es noch wissen, ich habe im April/Mai hier im Forum furchtbar gejammert, weil ich mir einige Tage vor einem Marathon ein Entzündung im Fuß eingefangen habe. Ich wollte damals unbedingt laufen, habe es auch getan, und bin bei km 30 ausgestiegen! Ein für mich persönlich extrem schwieriges Erlebnis.
Man investiert Wochen und Monate für diesen einen Lauf, durchleidet vor allem bei den langen Läufen weniger schöne Stunden mit seinem Hobby, quält sich, schindet sich, immer den Zieleinlauf nach 42,195 km vor Augen (ich zumindestens). Es scheint zunächst, als ob alles umsonst war. Gott sei dank kommt man aber schnell drauf, dass dem nicht der Fall ist und man aus dem Training zumindest für das nächste Mal lernt. Meine Erkenntnis war die, dass einige Trainingskilometer weniger gereicht hätten, und ich dann den Marathon wahrscheinlich hätte zu Ende laufen können.
Und in noch einem Punkt geb ich Speedy absolut recht. Es ist zum eigenen persönlichen Frust umso schlimmer, die Tage danach unzählige Male das Warum und Wieso erklären zu müssen und sich beinahe schon rechtfertigen zu müssen. Nachbarn, Kollegen, Verwandte, da kommt einiges zusammen.
Aber das geht alles vorbei. Der Frust, die Verletzung, das Motivationsloch. Und schon bald hat man wieder den Traum vom Zieleinlauf vor Augen. Am 04. Mai werde ich in Regensburg meine persönliche Revanche in Angriff nehmen und ich freue mich jetzt schon aufs Training. Diesmal allerdings etwas alternativ mit Schwimmen und Radfahren und weniger Laufkilometern.
Nichts desto Trotz hab ich bereits das Glück zu wissen, wie es ist einen Marathon zu finishen! Es ist einfach geil und die Qualen lohnen sich!
In diesem Sinn wünsch´ ich allen viel Glück, vor allem aber Spaß und die nötige Vernunft beim Unternehmen Marathon!
Grüße, Andi
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von Gabi » 29.10.2007 / 22:45
Hallo Zusammen!
Ich glaube nicht, dass es sehr schlimm wäre wenn ich erzählen müsste, dass ich meinen ersten geplanten Marathon aus irgend einem Grund nicht gelaufen bin. Meines Erachtens ist der Weg das Ziel. Wenn es dann nicht ins endgültige Finale geht, hat man sich trotzdem alle Mühe gegeben. Außerdem bin ich der Meinung, dass alle Selten- bis Niesportler gar nicht das Recht haben über jemanden herzuziehen, der dieses gigantische Ziel nicht erreicht hat. Ich habe hier im Forum schon öfter erwähnt wie stolz ich darauf bin, dass ich einen Halbmarathon laufen kann. Egal ist dabei, ob ich ihn in 2:07 (meine Zeit) oder in 1:50 (für mich nie zu erreichen) laufe. 21 km! Das machen mir nicht sehr viele nach. Stolz bin ich schon, seit ich 10 km laufen kann. Dummes Geschwätz nach so einem "Versagen" lässt mich absolut kalt. Viel schlimmer stelle ich mir vor, wenn ich mich vor mir selbst rechtfertigen müsste. Die Fragen von mir an mich: Was habe ich falsch gemacht? Hätte ich mehr - oder weniger trainieren sollen? So wie es dir gegangen ist, Andy. Eine lange Zeit hartes Training in den Sand gesetzt zu sehen ist sicherlich sehr frustrierend.
Wie gesagt: Ich sehe das Ziel Marathon als einen riesigen Berg vor mir. Ich weiß auch wirklich nicht, ob ich ihn je werde erklimmen können. Aber eins steht fest: Ich werds versuchen!
@Speedy: Danke für den Tipp, das Spätjahr zu favorisieren. Ich habe mich noch nicht auf einen Termin eingeschossen. Dunkelheit und Kälte machen mir aber nichts aus. Ich liebe es, durch den Regen zu laufen. Aber im Frühjahr wird meine Form bestimmt noch nicht marathonreif sein.
Viele Grüße
Gabi
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von Gabi » 08.01.2008 / 19:53
Hallo an alle,
die mir bis Oktober so reichlich Antworten zu meinen Fragen in Richtung Marathonvorbereitung gegeben haben!
Ich bin nun sehr unsicher, mit dem mir nun vorliegenden Trainingsplan. Er wurde von einem sehr erfahrenen Läufer (und Trainer) erstellt. Trotzdem gibt es hier einige Punkte, die mir Kopfzerbrechen bereiten.
Der von mir geplante 1. Marathon findet ja, wie ich schon öfter hier erwähnt habe, Anfang April in Freiburg statt. Das sind noch 12 Wochen. Momentan stehen als Lange Läufe immer 3 Stunden Long-Jog, als ruhiger Dauerlauf auf dem Programm. Bei dem vorgeschriebenen Pulsbereich von höchstens 75 % meiner max. Herzfrequenz schaffe ich nie wenigstens 30 km. Auch alle anderen Läufe in der Woche sollen im ruhigen Tempo gemacht werden. Das führt dazu, dass ich alles im GA1 Bereich laufe und manchmal ganz nervös werde. Letzte Woche musste ich einfach den Trainingsplan durchkreuzen und bin 10 km in 54 Minuten gerannt. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen aber dazu auch das Wissen, dass es doch noch schnell geht. Die kürzeren Läufe in der Woche sind immer 1.30 oder 1:15 lang, sollen auch langsam gelaufen werden. Allerdings sind hier schnellere Tempoeinheiten zwischendurch geplant. Z. B. nach 30 und 40 Minuten - 10 Minuten schneller. Am Tag nach dem langen Lauf ist ein Regenerationslauf von 40 Minuten geplant.
Mein Problem betrifft aber, wie gesagt, die langen Läufe: Wenn ich in diesem Tempo bis April weiter laufe, werde ich nie 30 km gelaufen sein. Findet ihr das gut, oder soll ich auch meine Langen schneller laufen. Diese sind (pulsbedingt) immer so zwischen 24 und 26 km lang.
Ich bin mir ja so unsicher. Ich denke, dass mein Körper wissen muss, wie weit 42 km überhaupt sind. Bei 26 km hat er davon überhaupt keine Ahnung. Noch dazu in diesem ellenlangsamen Tempo (immer so 6:45 bis 7:05).
Ich bitte um Hilfe!
Gruß
Gabi
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von Suelztalrunner » 08.01.2008 / 20:22
Hallo Gabi,
Tempotraining spielt in der Marathonvorbereitung nur eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt sollte ganz klar in den lockeren Läufen und im LongJog liegen. Wenn du Bedenken bezüglich der 'nur' 26 km hast, laufe doch einfach 3,5 Stunden, aber auf gar keinen Fall schneller. Dein Ziel sollte für den ersten Marathon eh das ankommen sein, da soll es auf einige Minuten mehr oder weniger nicht ankommen.
Viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung
Zuletzt geändert von Suelztalrunner am 12.02.2011 / 17:51, insgesamt 1-mal geändert.
Leben bedeutet unterwegs zu sein, nicht möglichst schnell ankommen!
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von jens77 » 08.01.2008 / 20:26
Hallo Gabi,
deine Verunsicherung kann ich verstehen und hoffe Dir weiterhelfen zu können.
Für die LL empfehle auch ich nicht über 75% der HF zu gehen. Ja, das Tempo ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Aber das hat durchaus Sinn! Bei dem LL geht es weniger darum den Körper auf 42,2 km vorzubereiten.
Vielmehr steht das Stoffwechseltraining im Vordergrund. Dabei ist es prinzipiell egal wie viel km man läuft - auf die Belastungsdauer kommt es an! Ich vermute weiterhin, dass dies auch deine ersten LL sind, somit dein Körper an neue Belastungen rangeführt wird. Denke an dienen allerersten Lauf: Wie hoch war da deine HF und wie kurz und schnell konntest du da nur laufen?  Gib deinem Körper die Zeit an seiner Grundlagenausdauerfähigkeit zu wachsen.
Natürlich spielt sich der Marathon auch im Kopf ab, von daher möcht man in der möglichen Trainingszeit so weit wie möglich laufen - das beruhigt ja. Aber ab ca. 3:15 Std nimmt die Verletzungshäufigkeit und -anfälligkeit im Vergleich zum Trainingseffekt unverhältnissmäßig stark zu. Daher solltest du unbedingt spätestens bei 3:15 Std Laufzeit das Training beenden. Aber vorsichtig steigern.
Eventuell hast du ja außerdem noch Gelegenheit deine maximale HF neu auszutesten, sofern du die letzten 5 Monate keinen Test gemacht hast - Hast du dich dabei wirklich voll ausgepowert? - Das ist keine Kritik, aber viele gehen nicht bis ans Limit, sondern brechen ab weil es ungewohnt anstrengend ist. Oder in 5 Monaten und mehr kann sich die HF bei richtigen Training auch entscheidend verbessert haben.
Im Übrigen halte ich di 24-26km in 3 Stunden an Hand deiner 10km Zeit für realistisch, d. h. erwartungsgemäß.
Also nicht von Zahlen zu sehr beeindrucken lassen und am Laufen bleiben.
Grüße
Jens
Dein größter Gegner bist Du selbst!
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von schwarzwaldmadel » 08.01.2008 / 22:51
Hallo Gabi,
ich geb dir jetzt mal einen gaanz persönlichen Tipp- und jaaaa ich weiß speedy wird mich steinigen  - aber ich empfehle dir einfach deine Pulsuhr auf ein schönes Bücherregal zu legen und ohne diesen Sklaventreiber loszulaufen!
 Und Gabi, glaube mir, es wird dich nicht umbringen. Lauf in dem Tempo bei dem du dich wohlfühlst und spul deine km auf einer schönen Strecke ab. Such dir eine Strecke aus bei der du das Auge ablenken kannst, wo du in Gedanken versinken kannst und lauf einfach. Mach dich nicht so verrückt mit diesen Pulsvorgaben und versuch deinen Körper kennen zu lernen. Nimm dir eine Flasche zum Trinken mit, vielleicht einen Riegel und trab los. Pulsuhren sind schön und gut und haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, aber wenn du schon nervös wirst, weil dein Puls nicht soo ist wie er jetzt genau zu sein hat, dann kann das auch keinen Sinn mehr machen und verdirbt den Spaß- den du ja beim Marathon dann auch ein bisschen haben willst, oder?- an der Sache vollkommen.
Ich hoffe ihr Anderen verzeiht mir diesen dilletantischen Vorschlag  , aber ich habe noch nie eine Pulsuhr besessen und mein Training klappt tadellos  und meine Zeiten sind sooo schlecht wohl auch nicht  . Man sollte auch lernen seinem Körpergefühl zu trauen und ab und an- natürlich nicht immer- das Ding auch mal daheim lassen.
Also, nix für ungut Jungs und wie gesagt: Bitte schlagt mich nicht!!!
Gruß Andrea
Niemand ist weiter von der Wahrheit entfernt, als der der alle Antworten weiß.
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von Speedy » 09.01.2008 / 12:04
Jens hat dazu ja bereits eine sehr schöne Ausführung geschrieben, der ich mich eigentlich nur anschließen kann.
Liebe Gabi: Eine gute Marathonvorbereitung erfordert ein ausreichendes Grundlagenausdauertraining. Wichtig ist dabei, lange Läufe zu machen und diese bewusst langsam zu halten. Ich persönlich tue mich damit auch schwer!  Mir stellt sich oft weniger das Problem, in einem bestimmten Herzfrequenzbereich (bis maximal 75% oder was auch immer) zu bleiben und dabei eine bestimmte Distanz zurückzulegen. Hier gehe ich "vom anderen Ende her" ran, lege die Distanz fest, prüfe die Herzfrequenz und laufe eben so lange wie es erforderlich ist (wobei Jens Recht damit hat, dass man es auch nicht übertreiben sollte und bei ca. 3:15 Stunden wegen der Verletzungsanfälligkeit das Limit liegen sollte).
Für mich ist jedoch eher das Problem, diszipliniert langsam zu laufen. Aaaargh! So ein "Schneckentempo" kann ganz schön die Nerven angreifen!
Insofern sage ich zu Schwarzwaldmädels Einschub:
schwarzwaldmadel hat geschrieben:- und jaaaa ich weiß speedy wird mich steinigen  - aber ich empfehle dir einfach deine Pulsuhr auf ein schönes Bücherregal zu legen und ohne diesen Sklaventreiber loszulaufen!
dass er so nicht stimmt!
Wer meine Forumsbeiträge liest und die Artikel auf RUNNING LIFE, dürfte merken, dass ich durchaus kein Pulsuhr-Fanatiker bin und viel auf das persönliche Gefühl gebe. Gerade fortgeschrittene Läufer können sich häufiger auch besser einschätzen.
Nicht so lange Läufe (bis 20 KM rum) laufe ich sehr oft ohne Pulsuhr. Es geht mir oft auch ums Feeling, den Spaß und nicht nur um Kontrolle! Plane ich allerdings bestimmte Wettkampfziele, mache ich z.B. Intervalltraining, will ich in bestimmten Zonen trainieren, dann ist auch die Pulsnahme wichtig. Mein Geführ reicht nicht aus, um immer zuverlässig zu schätzen, ob mein Puls nun beim 148 oder 159 liegt! Und gerade bei langen Läufen in der Marathonvorbereitung wird der Pulsgurt angelegt, weil er mir dabei hilft, die Belastung besser einzuschätzen. Er "zwingt" mich sozusagen dazu, langsam zu laufen, weil ich z.B. vorhabe, die ersten 20 Km nicht über einen Puls von 140 zu kommen, die letzten 10 Km eines 30er nicht über einen Puls von 150 (der Puls steigt gegen Ende hin an, bei mir steigt er meist ab so ca. 20 Km Stück für Stück um 10 Schläge bei weiterhin gleichem Tempo).
Insofern geben die Pulswerte gute Anhaltspunkte. Aber Pulswerte allein sind auch nicht Laufinhalt!
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von laufpapst » 09.01.2008 / 23:10
Hallo Gabi,
ich kann mich den meisten meiner Vorredner nur anschließen! Deine weiteren Trainingsvorgaben kann ich nicht beurteilen aber Deine langen Läufe sind mit Sicherheit für Deine Ziele weder zu langsam noch zu kurz. Du hast Dir doch einen "erfahrenen Trainer" ausgesucht - dann vertraue ihm auch ruhig und setze seine Empfehlungen um! Nur dann kannst Du ihn nämlich im unwahrscheinlichen Fall, daß doch etwas schiefläuft, auch zu Recht beschimpfen  . Also nicht die Nerven verlieren und sich ruhig weiter von der Pulsuhr bremsen lassen. Merkst Du nicht, daß Du langsam aber sicher im Laufe der 3 Stunden bei gleichem Puls eine immer weitere Strecke zurücklegst? - eben  !
Natürlich kann man auch ohne Pulsuhr trainieren (was blieb einem vor 20 Jahren auch anderes übrig) - nur nicht so effektiv und meistens wird es dann gerade bei weniger erfahrenen Läufern zu schnell... Grüßle und gutes Gelingen vom LP
"Der, der stehenbleibt, stirbt."
(Mensen Ernst)
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von Gabi » 10.01.2008 / 14:41
Hallo!
Zuerst möchte ich mich für die vielen Antworten bedanken. Es ist schön wenn man Leute kennt, die sich mit einem Thema auskennen. Auf jeden Fall werde ich meinen nächsten Langen am Freitag mit mehr Selbstbewusstsein hinter mich bringen.
@ Laufpapst Ich finde es ja einen superguten Gedanken, sich einen Sündenbock für das Nichtgelingen zu schaffen. Auf die Idee wäre ich von selbst nie gekommen.
@ Andrea: Die Uhr auszuziehen, wäre für mich eine schlechte Idee: Ich halte es ähnlich wie Speedy. Wenn ich keine Uhr am Arm habe, werde ich immer schneller. Die Kontrolle funktioniert nämlich auch anders rum. Ich kann nur nach der Uhr langsam laufen.
@ Jens77 Meine langen Läufe finden, sofern es nicht gebirgig zugeht meist so zwischen 73 und 78 % meiner maximalen HF statt. Bei unserem unwegsamen Gelände können es aber auch Mal 81 % sein. Das liegt dann halt am Pfälzer Wald. Diese maximale HF von 186 wurde erst kürzlich bei einem Stufenlaktattest ermittelt. Außerdem bin ich eh der Typ, der gerne an seine Grenzen geht.
So Leute, nun haltet euch bereit! Ich brauch euch sicher bald wieder. Die Fragen schwirren mir nur so im Kopf. Gut, dass es das Forum gibt!!!!
Gruß
Gabi
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von Enibas » 10.02.2008 / 15:48
Ich möchte die Diskussion hier mal fortsetzen:
Jens schrieb, dass bei den langen Läufen das Stoffwechseltraining im Vordergrund steht.
Ich bin derzeit noch langsamer als Gabi; laufe ein Tempo von 07:30 bis 07:15, wenn ich mehr als 20 km abspule. Derzeit bin ich bei 25 km angelangt und danach ziemlich k.o. Langsam genug laufe ich - das war noch nie mein Problem.
Ich frage mich nur immer noch, wie ich dann die 42 schaffen soll, aber vielleicht kommt das ja noch.
Meine Frage aber nun zum Stoffwechseltraining:
Bisher mache ich es so: ich nehme bis zu einem halben Liter Mineralwasser mit und 175 ml Iso. Ich trinke ab 30 min Laufzeit und fange zwischen 1:05 und 1:15 mit dem Iso an. Die Zeit hängt davon ab, wie ich mich fühle. Zwischen 1:30 und 1: 50 brauche ich dann dringend einen Riegel. Heute habe ich nach 2:35 sogar noch einen zweiten gebraucht. Wenn ich die nicht essen würde, bekäme ich einen Schwächeanfall und könnte nicht mehr weiterlaufen. Ich kenne meinen Körper da ziemlich gut auch vom Skilanglauf und Bergwandern - da merke ich, wann er einen Energieschub braucht, um weiter machen zu können. Ignoriere ich das, bricht die Leistung ein und es dauert auch eine Weile, bis ich wieder einigermaßen normal durch die Gegend "spazieren" kann.
Nun habe ich gedacht, ich müsste trainieren, den Zeitpunkt, wann ich einen Riegel esse, nach hinten zu schieben. Nur leider gelingt mir das nicht immer und weiter als 1:50 habe ich es noch nie geschafft. Da ist mir auch schon ziemlich flau. Esse ich den Riegel schon nach 1:30 halte ich prima durch und es geht gut weiter. Es schwankt auch von Woche zu Woche. Wenn ich vor einer Woche lange durchgehalten habe, heißt das nicht, dass ich diese Woche den Riegel nicht schon eine halbe Stunde früher brauche.
Trainiere ich auf diese Weise überhaupt meinen Stoffwechsel? Und was heißt das überhaupt, seinen Stoffwechsel zu trainieren?
Sabine
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von jens77 » 10.02.2008 / 19:21
Hallo Sabine,
uuerst möchte ich anmerken, dass Du´s vom Prinzip her schon ganz richtig angehst, indem Du beim Training ausprobierst was dir wann und wieviel davon im Training gut tut. Und trotzdem lassen sich deine Fragen nicht pauschal beantworten, denn es gibt viele Faktoren die auf den Stoffwechsel Einfluss nehmen. Und egal ob Du langsamer als Gabi läufst, ausschlaggebend bleibt, dass beim Langen Lauf die HF ca. 70-75 % der max. HF betragen sollte.
Was heißt nun Stoffwechsel?
Der Stoffwechsel (aus dem griechischen = Metabolismus) steht für die Aufnahme, den Transport und die chemische Umwandlung von Stoffen, sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung. Diese Vorgänge dienen u. a. auch der Energiegewinnung und damit der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Wesentlich für den Stoffwechsel sind Enzyme.
Das heißt, dass man den Stoffwechsel trainiert, wenn man während einer Belastung Ernergie zugeführt bekommt - bezeichnen wir das mal als extern befeuerter Stoffwechsel - oder während der Belastung die Energiebereitstellung aus seinen (Fett- und Kohlenhydrat-, leider in Teilen auch Eiweiß-) Reserven bestreitet - nennen wir dies mal intern befeuerten Stoffwechsel.
Um den inneren Stoffwechsel demnach zu trainieren, muss der Körper lernen auch bei Belastung auf seine Reserven - und hier möglichst lange auf die Fettreserven - zuzugreifen. Das setzt z.B. eine ernährungstechnisch gute Laufvorbereitung voraus, denn "Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate". Weiterhin muss dem Körper genügend Sauerstoff zur Verfügung stehen. Gleichzeitig soll der Körper lernen Stoffwechselendprodukte schnell aus dem Muskel und dem Kreislauf zu entfernen. Dazu ist z.B. eine gute Kapellarisierung/ Durchblutung der Muskulatur, aber auch die Verbindung der den Fettdepots mit unseren Kraftwerken nötig (Ausbau der "Fettverbrennungsautobahn"), die sich durch stetes und gezieltes Training quasi von allein einstellen sollte.
Beim extern befeuerten Stoffwechsel lernt der Körper von außen zugeführte Energie rasch zu verstoffwechseln. Dabei bleibt aber der innere Stoffwechsel etwas zurückt, denn der Körper greift immer auf die am einfachsten greifbare Energie zurück. (Einfach ausgedrückt kannst du sagen, dass der Körper evolutionsbedingt die Fettdepots als Lagerstätte und den Magen-Darm als Energiequelle sieht.)
Einflussfaktoren beim Stoffwechsel sind u. a. ausgewogene und sportartspezifische Ernährung, der Hormonhaushalt, die Laufökonomie (unsauberer Laufstil = Energieverschwendung, Sauerstoffaufnahme- und transportfähigkeit (Sauerstoff wird zur Verbrennung benötigt, wenn zu wenig davon da ist übersäuert der Muskel, da nur noch unter Laktataufbau verstoffwechselt werden kann. Dies ist bei besonders hoher Belastung = hohe HF der Fall), (un-)bekannte Stoffwechselstörungen (Niere, Schilddrüse, Diabetes, Magen-Darm-Probleme…) und noch einige mehr.
Daher halte ich es so, wie an andere Stelle schon mal beschrieben: im Training keine feste Nahrungszufuhr und in das mitgeführte Getränk (1,5 Ltr bei 30-35 km) eine Prise Salz und ca. 60-80 gr. Kohlenhydrate.
Gruß
Jens
Quellen: wikipedia, Deutsches Institut für Ernährung, Deutsche Sporthochschule, DFAV e.V.
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