Sollte ich es wagen den Marathon zu laufen?

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Sollte ich es wagen den Marathon zu laufen?

Beitragvon Hook70 » 18.08.2008 / 15:04

Hallo Leute,
das Thema ist hier sicherlich schon das eine oder andere mal angeschnitten worden und ich habe auch versucht es schon im Vorwege abzuklären aber ich musste leider feststellen das dies ein sehr kontroverses Thema zu sein scheint.
Das Thema ist: Ich liebäugele damit 04/2009 den Marathon in Hamburg mitzulaufen.
Zu meiner Person ich bin Ende 30 und habe das laufen im Januar 2008 für mich entdeckt. Im März bin ich noch knapp 80 Kilometer/ Monat gelaufen. In diesem Monat werden es wohl ca. 160 Kilometer werden. Ich laufe zur Zeit je nach Lust und Laune sowie der zur Verfügung stehenden Zeit zwischen 5 und 18 Kilometern pro Lauf und das ca. 4 mal pro Woche (die 18 km bin ich allerdings erst 2x gelaufen).
Den Marathon möchte ich so ca. mit einer Zeit von 4 Stunden 30 Minuten laufen.
Jetzt ist es ja so, wenn man z.B. 5 Leute nach Ihrer Meinung fragt, bekommst Du mit Sicherheit auch die eine oder andere sehr unterschiedliche und kontroverse Meinung zu diesem Thema.
Es gibt eigentlich zwei Hauptmeinungen:
1. Mit einer guten Vorbereitung die im Oktober / November beginnen sollte und dem Grundsatz der steigenden Belastung folgt ist das mit dem Marathon mit Sicherheit überhaupt kein Problem. Hierzu gibt es ja jede Menge Trainingspläne im Netz zu finden.
Dies ist natürlich die Meinung die super zu meinem Plan passt. :D
2. Mit einem Marathon sollte man mindestens noch ein Jahr warten da die Muskel zwar schon nach einem Jahr gut entwickelt sind aber die Sehnen, Bänder und Knochen der Belastung noch nicht gewachsen sind. Diese Meinung passt naturgemäß nicht zu dem Wunsch Marathon nach 15 Monaten laufen zu wollen und führt jetzt schon mal dazu das ich wiederum am zweifeln bin ob ich das mit dem Marathon nächstes Jahr schon tun sollte.

Nun stehe ich vor dem Problem mein Herz möchte laufen und der Verstand ist doch schon am zweifeln.
Wie ist Eure Meinung dazu, über ein paar Meinungen wäre ich sehr Dankbar
Gruß
Andreas
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Beitragvon schwarzwaldmadel » 18.08.2008 / 18:03

Hast du schön gesagt: 5 Leute gefragt- 5 Meinungen bekommen
Jetzt kriegste noch ´ne 6te dazu. :wink: Selbstverständlich kannst du im April ´09 einen Marathon laufen. Voraussetzung ist, wie immer, die richtige Vorbereitung! Wenn du auch über den Winter dran bleibst und rechtzeitig mit der Gewöhnung an die langen Läufe beginnst, wüßte ich nichts was dagegen sprechen sollte deinen Wunschmarathon zu laufen. Übernimm dich nicht mit zu schnell zu viel, sondern bau langsam, aber kontinuierlich auf dein Training auf.´Einen Tipp geb ´ich dir aber ungefragt trotzdem noch und das obwohl ich mich selber nicht dran gehalten habe :oops: : nimm dir für deinen ersten Marathon keineZielzeit vor! Entdecke das Erlebnis und wie dein Körper reagiert, genieße die Atmosphäre und den Lauf an sich. Für Wunschzeiten ist dann der zweite Marathon da. 8)
Ich wünsche dir heute schon viel Spaß bei der Vorbereitung (ein Grund mehr bei Schmuddelwinterwetter laufen zu gehen!) und viel Erfolg, wenn´s dann mal soweit ist.
Andrea
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Beitragvon Speedy » 18.08.2008 / 18:22

Andrea....
ich wusste vorher, wie Du Dich dazu äußern würdest! :wink:

Andreas: Ich glaube auch, dass Du viele Meinungen dazu hören wirst. Es hat halt auch viel mit der eigenen Philosophie des Läufers zu tun, den Du fragst. Schwarzwaldmädel läuft einen Marathon nach dem nächsten und hat auch Biel (ein 100 km Ultra!) gefinished. Das Mädchen ist (A) gut und (B) ehrgeizig.

Von mir keine Meinung, sondern erst mal nur eine Frage:
Warum soll/muss es schon 04/2009 sein? Wenn Du erst im Herbst starten würdest, hast Du auf jeden Fall eine angenehmere Vorbereitungszeit (nicht im kalten, dunklen Winter). Das mal ganz unabhängig von der Frage, ob es machbar bzw. vernünftig ist.

Gruß
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Beitragvon schwarzwaldmadel » 18.08.2008 / 20:59

@speedy
Danke für die Blumen! Auch wenn du übertreibst und ich nicht so gut bin wie es sich bei dir anhört...aber ich bin trotzdem gerührt :D

Warum Frühjahrsmarathon? Mein erster M war bekanntlich der Freiburger und der ist immer Anfang April. Ich wohne auf 800-1000m Höhe, was heißt, bei uns kann ganz schön viel Schnee im Winter liegen(obwohl das auch nachgelassen hat). Also keine einfache Zeit um ein gutes und angenehmes Training zu absolvieren. Aber die frühzeitige Anmeldung war für mich immer wichtig, damit ich den Winter überhaupt was mache, in diesem Falle machen mußte, wenn ich nicht total "versagen" wollte. Ich bin ein denkbar bequemer Mensch und wenn du mir eine einigermaßen gute Ausrede zum Faulsein lieferst, bin ich leider sofort dabei :oops:! Aber da ich ja schon gezahlt habe....bin ich auch laufen gegangen. Der Herbst hat ja immer noch die Option für einen weiteren Marathon :wink: . Übrigens hat das trainieren im Dunkeln mit einer guten Stirnlampe durchaus auch seinen Reiz. Ich fand das immer total cool im Wald zu testen wie gut diese Lampen sind, das sind die reinsten Suchscheinwerfer! Aber ich schweife ab... :roll:
Wie auch immer Andreas, du musst wissen was du willst. Ob Frühjahr oder Herbst ist deine Entscheidung. Körperlich machbar ist das eine wie das andere. Steh zu deiner Entscheidung, bereite dich gewissenhaft vor und dann läuft die Sache. Nur setz dich nicht unter Druck und wenn du merkst das du doch noch nicht soweit bist, dann sei auch so mutig und verschieb´den Lauf. Beweisen musst du niemandem was! 8)
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Beitragvon Speedy » 19.08.2008 / 09:17

Was Du schreibst, Schwarzwaldmädel, ist genau das, worauf ich hinaus will: Was ist die Motivation (1) überhaupt einen Marathon zu laufen und (2) ggf. "möglichst bald"?
Ein Marathon sollte nicht aufgrund einer "Bierwette" gelaufen werden (Alexander: Nein, hier wird Dir nichts unterstellt, aber dieser Fall tritt ganz allgemein öfter auf, als man denkt). Vor vielen Jahren war ich mal bei einem Marathon als Zuschauer dabei. Zusammen mit Freunden. Einer von Ihnen (Uli) war Raucher und total fasziniert von dem Ereignis. Laut tönte er, wenn er wolle aufhören mit Rauchen, 3 Monate hart trainieren, dann könne er das auch. Mein Blick war wohl eine Mischung aus Unglauben (über so viel Naivität) und Mitleid. Uli wusste überhaupt nicht, wovon er da eigentlich redet. ..

Einmal davon abgesehen: LAUFT ERST MAL 4.5 Stunden!!! Okay, Andrea, Du bist schon über 11 Stunden gelaufen (RESPEKT), aber ich denke, viele Leute unterschätzen so eine lange Laufdauer völlig. Einmal habe ich eine Bekannte die zweite Hälfte des Marathons begleitet. Sie hat vorher schon 2 Marathons erfolgreich gefinished (ich kann mich nicht mehr an die genau Zeit erinnern, irgendwas um die 4:30 bzw. 4:45 Stunden rum). Bei diesem Marathon ist sie wohl zu zügig gestartet, weil sie mit einer Bekannten (die nebenbei bemerkt schon über 60 war, aber topfit!) gestartet ist. Nun gut: Die fitte ältere Dame hat uns schier wahnsinnig gemacht, weil sie teilweise vorausgelaufen ist, dann wieder zurückgelaufen (!) mit der Begründung, sie wolle meine Bekannte unterstützen und "bei ihr bleiben". Ich versuchte ihr durch die Blume zu verdeutlichen, dass ihr Vorgehen eher destruktiv ist. Endlich ist sie dann (nachdem sie sich 5x versichert hat, dass ich meine Bekannte bis zu Ziel begleiten werde) von dannen gezogen.
Meine Bekannte ist massiv eingebrochen. Wir haben für die zweite Hälfte fast 3 Stunden gebraucht und kamen nach 5:05 Stunden im Ziel an. Ein Wunder, dass sie überhaupt gefinished hat. Nach den 3 Stunden laufen im ganz langsamen Tempo mit Stehenbleiben, wieder loslegen, mit Trippelschritten war ich ziemlich fertig. Nicht weil es zu schnell war, sondern mir taten die Beine weh, weil ich sie bei dem Tempo nicht richtig durchstrecken konnte.

Was ich damit sagen will, Alexander:
Die Rechnung "ich laufe den Marathon eben langsamer, dann komme ich auch auf jeden Fall im Ziel an" geht auch oft nicht auf. Man muss das auch mental durchstehen können, so lange zu laufen. Das heißt nicht, dass Du es nicht schaffen kannst und ich will Dich auch nicht entmutigen! Aber jedem Läufer empfehle ich, sich zu fragen, warum er einen Marathon laufen will. Eine gute Antwort ist: Für sich selbst. Eine schlechte Antwort sind sekundäre Gründe (weil man jemanden beeindrucken will, weil man gewettet hat etc.). Erst mal musst Du Deine Distanzen verlängern und Dich an die langen Strecken (und mehrere Stunden an einem Stück laufen) gewöhnen. Und wenn das nicht so gut klappt, wie erhofft, sollte man auch bereit sein, sein Marathondebüt ggf. nach hinten zu verschieben.

Kennst Du die Fernsehreihe "Von Null auf Marathon"? Da wird eine Gruppe von Läufern innerhalb eines Jahres (war das, glaube ich) "fit gemacht" für den New York Marathon. Das Ganze unter fachkundiger Anleitung von Laufprofis. In der letzten Folge wird gezeigt, wie sie dann den NY Marthon laufen. Da kann man nur den Kopf schütteln. Bis auf ein, zwei von ihnen waren diese Leute eigentlich noch gar nicht fit genug, einen Marathon zu laufen. Dass man sie (wegen der tollen Fernsehsendung und allem) trotzdem hat laufen lassen und dass die unfehlbaren Experten da nicht die Notbremse gezogen haben, sagt genug aus über diese Fachleute... Die Teilnehmer sind meiner Meinung nach auch aus den falschen Gründen gelaufen. Es war nicht direkt eine "Bierwette", aber irgendwie doch: Man ist in dieser exklusiven Gruppe, das wird im Fernsehen gezeigt, wer will sich da schon eine Blöße geben, mh?
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Beitragvon Hook70 » 19.08.2008 / 09:20

Hallo,
erst ein mal Danke für die Antworten.
jetzt zu der Frage: warum 4 / 09. Die Frage müsste besser lauten warum den Hamburg-Marathon. Der Hamburg -Marathon soll halt super schön sein und das Highlight hier in der Region. Deshalb haben ich mir eigendlich den Hamburg Marathon ausgesucht und rein vom Bauch gefühl weiß ich nicht ob ich noch ein ganzes Jahr warten möchte(unter der Voraussetzung das ich mich nicht übernehme)
Um noch die Motivation zu nennen ich habe einfach echt lust darauf mich und meinen Körper zu fordern und zu sehen wie sich das anfühlt. Eine Bierwette würde ich meinem Körper mit sicherheit nicht antun.
Gruß
Andreas
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Beitragvon mcilav » 23.08.2008 / 12:12

Hallo Hook70,

ich habe mit dem Laufen im April 2007 begonnen und mir vorgenommen im Mai 2008 einen Marathon zu laufen. Ich habe es nicht gemacht, obwohl ich sehr ehrgeizig bin und auch einige meinen Plan befürwortet haben.

Ich bin heute froh, das ich mich so entschieden habe. Ich habe jetzt vor meinen Marathon in Karlsruhe Sept. 2008 zu laufen.

Ich habe zwar einige HM und 10-er hinter mir und auch einige Läufe mit > 25 km aber erst Mitte dieses Jahres habe ich wirklich "LUST" am lang laufen. Meine Beine schmerzen nicht mehr nach 30 km und ich kann laufen , laufen , laufen........
d.h meinem Körper habe ich erst jetzt die langen Läufe antrainiert und ich kann einen langen Lauf oder HM genießen.
Ich bin z.Zt. mitten im Marathontraining und laufe in der Woche ca. 60 Km und mein Ziel ist nur ankommen (da ich aber ehrgeizig bin hoffe ich auf eine Zeit um 04:20 std :D )

Ich kann Dir leider nicht raten einen Marathon schon zu laufen aber auch nicht abraten. Höre auf die Signale Deines Körpers und lasse Dir Zeit. Der Tip von Speedy ist sicherlich nicht schlecht einen Herbstmarathon zu laufen, ich selber habe ihn auch angenommen und dafür nochmal Danke an Speedy.
Von meinem ertsen Marathon im September werde ich natürlich berichten.

Gruß

Milan
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Beitragvon Hook70 » 06.10.2008 / 16:15

Hallo Leute,
danke nochmals für die vielen Antworten. Ich werde meine Marathon pläne um ein Jahr nach hinten verschieben. Ihr habt ja recht es geht mir dadurch nichts verloren. Ich gewinne ja nur ein Jahr zeit mich darauf vor zu bereiten :-). Werde nächstes Jahr halt einige halbe und vielleicht auch einen 30km Lauf mitmachen aber mehr nicht.
Gruß
Andreas
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