Pulsuhr gekauft - erschreckende Werte !

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Pulsuhr gekauft - erschreckende Werte !

Beitragvon running_with_scissors » 19.10.2008 / 18:04

Hallo Liebe Forenmitglieder!


Zunächst einmal darf ich mich kurz vorstellen:
Ich bin der Patrick, komme aus Würzburg und bin 21 Jahre alt. Ich laufe jetzt ziemlich exakt 1 Jahr und 2 Monate und dachte bis vor einer Stunde, ich wäre eigentlich ein guter Läufer. Nebenbei fahre ich noch Rad und möchte diesen Winter in den Schwimmsport einsteigen um irgendwann mal in der Triathlon-Mitteldistanz wettbewerbsfähig zu werden.

In den letzten 4 Monaten habe ich eigentlich ein recht konstantes Training absolviert, mit einer Wochenlaufleistung von ca. 50 (+/- 5) km. Auf diese werte war ich bis jetzt eigetlich sehr stolz, da ich alle 14 Tage meine "große" Runde (24km) gelaufen bin, um mich an die Halbmarathondistanz zu gewöhnen und hatte mit der Distanz eigentlich keine Probleme.

Um mein Training effizienter zu gestalten und gesundheitliche Aspekte besser zu überwachen habe ich mir letzen Freitag eine Pulsuhr bestellt, eine Polar RS100, das Basismodell für Läufer. Leider konnte ich die Woche dann nicht laufen, weil ich erkältet war. Die Symptome sind seit Donnerstag weg, trotzdem habe ich mich bis heute zurückgehalten und wollte heute wieder "langsam" einsteigen und entschied mich dafür meine Errungenschaft auf meiner 9km langen "veralteten" Trainingsrunde einzuweihen. Und dabei hat es mich fast von den Socken gehauen: Obwohl ich bewusst langsam gelaufen bin kamen folgende Werte dabei heraus :

Zeit : 53min36sek (ich sag ja - extra langsam), und dann der Hammer : Durchschnittspuls: 190bpm, Maximalpuls 198bpm. Was gibts noch? Ach ja 1048cal. / 15%fett.

Während der Woche habe ich abends immer mal wieder an meiner Pulsuhr rumgespielt und mich über meinen Ruhepuls (TV im Bett) von 55-65 bpm (Blutdruck 115 - 82 mit anderem Gerät gemessen)gefreut und dachte eigentlich schon ich wäre super im training.

Ach ja erwähnenswert wäre natürlich auch das subjektive Empfinden beim Laufen. Ich hab mich eher etwas "unterfordert" gefühlt, ich hatte keinen Moment der Kurzatmigkeit, völlig "normale" bis "unterdurchschnittliche" Muskelermüdung und daheim angekommen hätte ich auch locker gerade mal noch eine schöne Runde dranhängen können.

So jetzt ist die große Frage die ich mir durch die Stunde Artikellesen und "schlau"-machen leider auch nicht so wirklich beantworten konnte :

Was heißt das jetzt für mich? Ich weiß, dass die HFmax werte von der Faustformel abweichen können - Aber so stark? Ist es möglich, dass ich gar nicht zu "hoch" trainiert habe?

Sollte ich mal zum Sportarzt gehen?Überbewerte ich das ganze vllt. etwas?

Ach ja btw. ich habe jetzt die Tabellenwerte in der Uhr gelassen ... für das nächste mal nehme ich mir mal eine "OwnZone" kalibrierung vor. Was taugt das denn erfahrungsgemäß? Mir wurde das als "einzigste sinnvolle Alternative zum lactattest" empfohlen mit dem Zusatz, dass es aber nicht so genau ist (ist ja klar). Was haltet ihr davon?


Vielen Dank an diejenigen, die mir mit ihrer Erfahrung trotz des wahrscheinlich ausgelutschten themas zur Seite stehen ;)


Grüße aus dem heute ausnahmsweise mal richtig sonnigen Mainfranken ;)


Patrick





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Edit : Ich weiß es wird nicht gern gesehen, aber ich habe mich dummerweise im "falschen" forum angemeldet. Meine "Laufkollegen" sind im "RUNNERSWORLD" Forum da habe ich mich eben noch "nachgeloggt" und meinen Beitrag da ebenfalls veröffentlicht. Ich bitte darum, Grundsatzdiskussionen über "Doppelthreads" ausnahmsweise mal "runterzuschlucken"
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Beitragvon runner77 » 20.10.2008 / 14:00

Hallo Patrick,

zunächst möchte ich Dir sagen, dass Deine Zeit auf 9 km in meinen Augen eine absolut normale und gute Trainingszeit auf diese Distanz ist. Du hast doch während des Laufes die Uhr getragen und ab und zu einen Blick drauf geworfen. Dann musst Du ja gesehen haben, dass der Puls jenseits der 190 ist. Das ist natürlich ein Wert der viel zu hoch wäre, wenn er stimmen würde, wovon ich nicht ausgehe. Ich nutze die RS100 selbst schon seit einiger Zeit beim Laufen und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht. Stell beim nächsten Training einfach mal sicher, ob der Kontakt zwischen Brustgurt und Haut passt, evtl. hast Du ja auch ein zu dichtes Fell :D . Das müsste halt dann dran glauben, freun sich auch die meisten Mädels drüber 8) .
Die Werte Kalorien und Fett passen im Übrigen auch nicht wirklich zusammen, 15 Prozent Fettkalorien dürften sogar bei 190 Schlägen zu wenig sein. Also, such den Fehler bei der Uhr, nicht bei Dir!
Zu der OwnZone: Ja, es gibt sie, man kann sich grob dran orientieren, dass wars für mich. Mehr möcht ich dazu nicht sagen, probiers aus wenn Du die Uhr im Griff hast.
Zu Deinem Angriff auf die Mitteldistanz kann ich Dir nur gratulieren, der Triathlon macht das Laufen erst richtig würzig!
Viel Erfolg und Grüße, Andi!
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Beitragvon Speedy » 20.10.2008 / 15:12

Hallo Patrick,

die gemessenen Werte klingen mir extrem unrealistisch:
Durchschnittspuls: 190bpm, Maximalpuls 198bpm

Ich zweifel nicht unbedingt daran, dass Du sie abgelesen hast, aber ich zweifel definitiv daran, dass die stimmen. Wenn Du Dich bei den Lauf unterfordert gefühlt hast und obendrein schon auf über 1 Jahr Lauferfahrung zurückblicken kannst, dann erscheinen diese Werte wenig plausibel. Es sei denn, Du hättest eine maximale Herzfrequenz von 250 Schlägen/min.

Ich kann mich da nur runner77 anschließen: Prüf' lieber erst mal, ob die Messung stimmt, bevor Du Panik zulässt. Ein Lauffreund von mir ist z.B. sehr stark behaart. Der hat auch wahnsinnig hohe Pulswerte gemessen, die in Wirklichkeit gar nicht vorlagen (sehr leicht prüfbar: Wenn Deine Uhr behauptet, Du hast 190 Schläge pro Minute, dann bleibst Du mal kurz stehen, legste Zeige- und Mittelfinger innen ans Handgelenk, zählst 15 Sekunden lang die Schläge und multiplizierst das Ergebnis mit 4, dann hast Du die Schläge pro Minute -> besser so, als wirklich 60 Sekunden lang zu zählen, denn wenn Du trainiert bist, geht Dein Puls innerhalb von 1 Minuten schon mal um einiges runter!). Manchmal geht trotz Computer und Pulsuhren doch nichts über die gute alte konventionelle Methode! :wink:

Übrigens: Wenn Du unter einer Hochspannungsleitung durchläufst (Straßenbahn, Züge,...) kannst Du auch Rekordpulswerte messen. Nicht weil Du plötzlich unter Spannung stehst, sondern weil die Messwerte der Pulsuhr stark verfälscht werden können. Ich glaube es ja nicht, aber bist Du während des Laufs zufällig neben einer Bahnstrecke gelaufen?
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Beitragvon Speedy » 28.10.2008 / 16:16

Nachtrag:

Bei meinem Läufchen am Wochenende bin ich am Übergang unter einer Hochspannungsleitung der Deutschen Bahn durchgekommen. Verspätet habe ich mich (im Gegensatz zu vielen Zügen :P ) zwar nicht, aber meine Pulsuhr wusste mir mitzuteilen, dass mein Puls bei 219 Schlägen läge. Das Phänomen hatte ich früher schon beobachtet, allerdings habe ich wegen dieses Beitrag nun verstärkt darauf geachtet.

Komisch nur: Ich hatte gar keinen Pulsgurt an. Ergo kann auch mein Puls nicht gemessen worden sein. Mal abgesehen davon liegt meine maximale Herzfrequenz deutlich unter 219...

ca. 100 Meter lang beharrte die Pulsuhr auf meinen angeblichen Pulswert von 219, gab dann endlich auf und zeigte mir noch eine ganze Weile an, dass ich nun tot wäre (Pulsschlag: 00). :wink:
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Beitragvon schwarzwaldmadel » 29.10.2008 / 21:50

@ Speedy
Erst mal mein Beileid zum Todesfall und gut das du wieder unter den lebenden Läufern bist.

@Patrick
Zu deinen Pulswerten kann ich nicht viel sagen, da ich von meiner Polar 200 nur den Distanzmesser nutze. Ich fand das anfangs sehr interessant mit der Pulsuhr, aber da ich eher nach Gefühl laufe, hat sie mir nicht viel gebracht. Außerdem hat der Pulsgurt mir dermaßen die Haut aufgerissen...war nicht angenehm.

Aber zum Doppelthreat will ich nur sagen, das ich die Aufregung von manchen darüber sowieso nicht verstehen kann. Je mehr Antworten man bekommt, desto hilfreicher ist es...hoffentlich.
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Beitragvon Speedy » 31.10.2008 / 09:49

@Schwarzwaldmädel

Wie heißt es doch so schön:
"... Wiederauferstehung der Toten und das ewige Leben." :wink:
Oder aber: "Totgesagte leben länger!" :P

So oder so: Worauf ich hinaus wollte: Pulsuhren sind auch keine "Allheilmittel". Sie können nützlich sein, bei der Trainingsplanung helfen. Aber sie sollten nicht dazu beitragen, deshalb das eigene Denken abzuschalten und sich blind darauf zu verlassen. Eine Pulsuhr ist kein Personal Trainer sondern ein Werkzeug, um sein Training besser zu planen oder besser einschätzen zu können. Wenn eine Pulsuhr extreme Behauptungen aufstellt, dann habe ich zuerst die Pulsuhr kritisch im Focus und nicht meine Leistung oder meine Gesundheit. Klar: Sollte ich mich krank fühlen oder überlastet, dann liegt die Sache anders. Aber wenn ich ein behagliches Läufchen weit unter meiner Leistungsgrenze absolviere und meine Uhr behauptet, ich stünde kurz vor dem Infarkt, dann ist die Entscheidung nicht besonders schwer, wem ich mehr Glaube schenke: Meiner Erfahrung bzw. meinem Gefühl oder dem "Supercomputer" (wobei meine Laufuhr nicht gerade eines der High-End Modelle ist, von denen der Markt schon fast behauptet, dass man ohne so ein Teil am besten zu Hause bleibt :wink: )
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Re: Pulsuhr gekauft - erschreckende Werte !

Beitragvon pascaal » 06.08.2010 / 14:29

55-65 im Ruhezustand ist auf jeden Fall ein guter Wert, da haben viele 70 und mehr....Fraglich ob die 190 stimmen.
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