Drowning hat geschrieben:Die Tipps zum richtigen Laufstil hab ich mir bereits zu Gemüte geführt. Ist ein Fehler im Laufstil eigentlich "nur" ein Verlust von Energie (z.b. die Arme nicht rechtwinklig und parallel zur Laufrichtung schwingen), oder kann man davon auch Langzeitschäden bekommen? Oder, etwas übertrieben, ist der in eurem Beitrag beschriebene anzustrebende Laufstil das non plus ultra und alle Abweichungen davon sind schädlich?
Naja, wir hier bei RUNNING LIFE sind auch nicht allwissend
Auch hier im Forum tummeln sich einige Experten mit Tipps und Hinweisen, die für mich neu sind. Namentlich ist zum Beispiel der ernährungswissenschaftliche Hintergrund von Jens und Marathonmädchen beeindruckend!
Aber zurück zu Deinen Fragen:
Was nun "richtig" oder "falsch" ist, ist so eine Sache. Früher war man der Ansicht, dass dieses oder jenes richtig ist (so empfahl man z.B.,
vor dem Laufen zu stretchen), heute sagen viele Experten das Gegenteil. Und oft ist es so, dass für "jede" Meinung, die es gibt, irgendwer mit einer Gegenmeinung ankommt. Die Leute hier im Forum geben gute Tipps und tun das nach bestem Kenntnisstand. Aber natürlich immer ohne Gewähr und in Zukunft wird sicher auch das eine oder andere, was wir heute für richtig halten, dann wieder anders gesehen.
Entsprechend sind auch die Tipps zum "perfekten Laufstil" zu sehen. Wer ergonomisch und korrekt läuft, wird seine Energie besser einsetzen. Jemand hat mal zu mir gesagt, er glaubt nicht, dass er beim Marathon so schnell sein wird wie die flotten Afrikaner, nur weil er seinen Laufstil optimiert. Das ist natürlich richtig

Und es gibt auch Beispiele für Spitzenläufer mit schlechtem Laufstil. Manche sind so gut, dass sie sich einen schlechten Stil
erlauben können. Aber die Vermutung liegt nahe, dass sie mit einem besseren Stil noch schneller sein könnten. Das Problem ist, dass sich viele nicht mehr umstellen können (oder wollen), weil sie sich in dem eingeschliffenen Stil "wohl fühlen". Ein Bekannter von mir pendelt z.B. mit einem Arm viel stärker als mit dem anderem. Darauf wurde er auch schon hingewiesen, ändern will er aber nichts. Mit seinen 3:04 Stunden auf Marathon ist er zwar nicht zufrieden (drei Mal hintereinander 3:04:xx aber eben nicht das ersehnte Ziel, unter 3 Stunden zu kommen), aber am Stil kann es seiner Meinung nach nicht liegen. Ob ein besserer Laufstil gleich 4 Minuten Zeitgewinn bringen würde, darüber lässt sich streiten.
Ob bei falschem Laufstil Langzeitschäden zu erwarten sind, lässt sich bestimmt nicht pauschal sagen. Wegen einem bisschen falscher Armhaltung sicherlich nicht (nur sehr wenige Läufer, die mir begegnen, haben einen wirklich guten Laufstil ergo müssten die übrigen ja alle zu Invaliden werden

). Aber mir sind tatsächlich schon Läufer begegnet, die laufen dermaßen "unorganisiert", dass einem Angst und Bange werden kann. Zum Beispiel mit stark abknickenden Fußgelenken, verdrehtem Oberkörper usw. Da kann längerfristig durchaus mit Schäden gerechnet werden.
Drowning hat geschrieben:Der Plan nach dem ich gehe ist übrigens ein "7 Wochen Aufbauplan", also in 7 Wochen von 2min Geh - 1min Lauf Intervallen hin zu 20 Minuten Dauerlauf, glaubst Du das ist realistisch?
Warum nicht? Das sollte bei regelmäßigem Training ohne große Probleme machbar sein und klingt sehr vernünftig. Da Menschen aber keine Maschinen und nicht "planbar" sind, wird es immer einige geben, die dann doch etwas länger brauchen und andere, die schon nach viel kürzerer Zeit auf diesem Niveau sind. Drastisches Beispiel: Jemand mit 50 Kilo Übergewicht wird in aller Regel auch nach 7 Wochen besser mit Walking, denn mit 20 Minuten Laufen zurechtkommen...
If riding in an airplane is flying, then riding in a boat is swimming, if you want to discover the elements - leave your vehicle.