Laufen im Orkan und im Frühling

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Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon Marathonman » 01.03.2010 / 17:51

Läuferinnen und Läufer:
Da ja so eifrig über die Winterläufe im Schnee diskutiert wurde, nun zur Abwechslung mal etwas über den Frühling! Vielleicht bin ich da etwas vorschnell, denn heute zeigt sich das Wetter wenig frühlingshaft. Und erst der Orkan gestern. Warum bekommen solche Dinger so malerische Namen wie "Xynthia"??? "Xanthippe" wäre passender gewesen :D

Der Reihe nach:
Meinen ersten "Frühlingslauf" in diesem Jahr hatte ich am - moment, muss erst noch schnell im Lauftagebuch nachschauen - 18.02.2010. Ein wunderbarer Donnerstag. Obwohl noch Schneematsch die Wege säumte, betrug die Außentemperatur immerhin um die 10 Grad. Und nach den vielen Kältewellen diesen Winters waren das eher gefühlte 15 Grad 8)
Die Sonne grinste vom Himmel und ließ das Gefühl aufkommen, dass es noch Läufe jenseits der Kälte gibt, auch wenn man schon fast vergessen hat, wie sich das noch mal anfühlt.

Naja... und gestern dann der Lauf im Sturm. Das sah schon windig aus da draußen. Aber so dramatisch kam es einem um die Mittagszeit auch noch nicht vor. Mit mehr Infos hätte ich wohl auf den Lauf durch den Wald verzichtet. Heruntergefallene Äste und manchmal regelrechte Stämme mitten auf den Waldwegen haben meinen Blick immer wieder nach oben wandern lassen. Immerhin war es im Wald relativ windstill, vergleicht man die Situation auf offenem Gelände - da hat einen der Wind manchmal glatt vom Kurs abgebracht. Später erfuhr ich dann die "News of the day" aus dem Rundfunkt und auch dass, in Frankfurt war das, glaube ich?, eine Läuferin von einem Baum erschlagen wurde. Da kommt man dann doch ein wenig ins Grübeln...
Hätte ich vorher gewusst, das Xynthia über Deutschland fegt, wäre ich nicht gestartet. Oder höchstens auf offenem Gelände.

Und ihr? Unterwegs gewesen? Oder habt ihr rechtzeitig die Unwetterwarnung mitbekommen? Und seit ihr dann trotzdem gestartet oder lieber auf Nummer sicher gegangen und zu Hause geblieben?
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Re: Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon Königskind » 01.03.2010 / 20:53

Marathonman hat geschrieben:Und ihr? Unterwegs gewesen? Oder habt ihr rechtzeitig die Unwetterwarnung mitbekommen? Und seit ihr dann trotzdem gestartet oder lieber auf Nummer sicher gegangen und zu Hause geblieben?

Hallo Du
ja da hast Du Dich aber ins gefährliche Gelände begeben Duuuu.

Bei uns war der Sturm in der Nacht auf Sonntag sehr heftig und am Sonntagmorgen windete es zwar noch immer, aber nicht mehr so heftig, so bin ich auch etwa bei 13 Grad losgelaufen, hielt mich aber sicherheitstechnisch lieber nicht im Wald auf, obwohl ich gerne den Berg bezwungen hätte, aber mein Mann verbot mir in den Wald zu gehen, so bin ich auf dem offenen Gelände gelaufen, es war auch so sehr schön in diesen Temperaturen bei trockenen Wegen. Ja ich freu mich auch auf den Frühling :D

Das mit dieser Läuferin ist sehr tragisch :(

Grüsschen an alle aus der Schweiz
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Re: Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon Wasseronkel » 02.03.2010 / 21:51

Hallo, habe mir den Lauf im Sturm erspart. Waren am Samstagabend mit dem Laufverein zu einem Mondscheinlauf von 25 km unterwegs und sind dabei so auf 3km Länge durch Wadenhohes Morast vom Schmelzwasser gewattet. Die Folge war Schnupfen und Husten und so habe ich den Sturm vom Fensterplatz aus angesehen. Morgen geht es wieder raus, Schnupfen und Husten sind heute soweit wie abgeklungen.
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Laufen bei Sturm

Beitragvon Speedy » 03.03.2010 / 09:57

Ganz schön mutig :P

Vorgestern habe ich aus den Nachrichten erfahren, dass empfohlen wird, den Wald für ca. 1 Woche zu meiden. Sei es für Spaziergänge, Läufe, Mountenbiking oder was immer die Menschen in den Wald verschlägt. So lange würde es nämlich mindestens dauern, bis die Schäden begutachtet und instabile Bäume ggf. gefällt worden wären. Da kann wohl noch der eine oder andere Baum aus "Späteffekt" umfallen und harmlose Passanten erschlagen.

Wenig erbaulich, denn auch mein bevorzugtes Laufrevier ist der Wald und "unüberdachte" Laufstrecken sind in meiner Gegend eher Mangelware. Bleibt nur, entlang der Landstraße bis zum Rhein zu laufen, bis man ein ansprechenderes Panorama erblicken kann. Das Auge läuft schließlich mit. Irgendwie zumindest. Eine schöne Laufstrecke macht einfach mehr Spaß! Eine echte Option ist der Lauf entlang der Landstraße bei einem Sturm allerdings auch nicht. Bei dermaßen offenem Gelände treibt es einem die Tränen in die Augen. Aber nicht vor Freude :D
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Re: Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon marathonmaedchen » 05.03.2010 / 15:18

Am sonntag morgen war es bei uns noch recht windstill, so dass ich laufen war.

Beim letzten Sturm hatte ich ein sehr schlimmes Erlebnis. Ich war im Pfälzer Wald unterwegs, als in einer kleinen Waldschneise eine heftige Windboe mehrere Bäume umriss. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich reflexartig die Arme hochriss um mich an irgend etwas (wohl Geäst) festzuhalten und dann den Hang hinunter in den Wald geschleudert wurde. Ich muß wohl einige Zeit ohnmächtig gewesen sein. Mein Glück war, dass ich in einem Erdloch gelandet war, über mir lagen umgestürzte Bäume. Ich habe mich dann ganz langsam mit den Händen ausgegraben und war irgendwie ein bißchen balla-balla! :crazy:
Jedenfalls hatte ich noch zwei Berge vor mir und mußte weiterlaufen - es war total irre :!: Mal hab ich laut gelacht, eine Minute später lief ich heulend,offensichtlich stand ich noch unter Schock. Nach dem zweiten Berg als mir die ersten Wanderer entgegen kamen, hab ich mich noch gewundert wie die mich alle entgeistert angestarrt haben. Im Ziel wartete mein Mann schon sehr besorgt auf mich, wir laufen ja unterschiedliche Strecken und ich hatte mich tatsächlich fast eine Stunde verspätet.
Dann hab ich nur noch geheult, vor Erschöpfung, vor Glück, vor Angst....
Und als ich mich zu hause im Spiegel sah, musste ich lachen :D . Die Wanderer hatten so entsetzt gestarrt, weil sie dachten der leibhaftige Waldmensch aus den Vorzeiten kommt ihnen entgegen. Ich war voller Schlamm, Erde und Laub und meine Klamotten waren zerissen und so gaaanz normal verhalten ab ich mich wohl auch nicht.

Am Vortag wütete übrigens ein heftiger Sturm.

Ich lauf nicht bei Sturm

ach ja, ich habe außer ein paar Schürfwunden und ein bißchen Rückenschmerzen keine weiteren Verletzungen davongetragen
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Re: Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon Speedy » 05.03.2010 / 17:47

Marathonmädchen, Marathonmädchen...!

Ich freute mich schon über einen Beitrag von Dir. Nach dem Fertiglesen noch viel mehr, denn nach allem, was Du schreibst hätte es glatt passieren können, gar nie mehr was von Dir zu lesen.

Mein erster Reflex war Unglaube. Klingt irgendwie wie eine Geschichte, die vielleicht irgendwem passieren kann, aber niemandem, den man kennt. Oder wie eine bei den Haaren herbeigezogene Story aus einem schlechten Actionreißer. Beim zweiten Reflex realisierte ich, dass das wohl wirklich passiert ist. Der Gänsehauteffekt war beträchtlich. Da hast Du ja noch mal richtig Schwein gehabt.

Ich hoffe, Dir geht's wieder gut und der Schock ist überwunden?
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Re: Laufen im Orkan und im Frühling

Beitragvon marathonmaedchen » 05.03.2010 / 18:56

Ja Speedy, die Geschichte ist schon ziemlich unglaublich aber letzten Herbst wirklich passiert.

Wobei - sooooo unglaublich dann doch wieder nicht. Der Sturm am Vortag hatte eben Vorarbeit geleistet und die einzelne Windhose den Rest besorgt. Ich war einfach zur rechten Zeit am rechten Ort :P - so sagt man doch..

Und wenn du dieser Tage nach Frankreich blickst, wo so viele Menschen durch unglückliche Umstände in den Tod gerissen wurden, ist es dann doch nicht so unglaublich, wenn ein Pfälzer Depp nach einem Sturm in den Wald geht.

Aber wie gesagt außer oberflächlichen Schrammen einer gehörigen Portion Erkenntnis ist nix weiter passiert.
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