gambinho hat geschrieben:Hab jetzt gerade nach einer Formel gesucht und auch nochmals die Daten der Uhr überprüft, ich komm ungefähr immer auf dasselbe Resultat - zwischen 192 - 197. Wie gesagt ich kenn mich in diesem Bereich eigentlich gar nicht gut aus und lass mich auch gerne belehren...
Also wie könnte ich am Besten den Maximal-Puls genau berechnen? Muss ich da zu einem Arzt?
Das nicht... aber eine gewisse Leidensfähigkeit musst Du mitbringen. Einen realistischen Maximalpuls ermittelt man idealer Weise, indem man bis an die Grenze geht. Das ist aber nichts, was ich einem Anfänger empfehlen würde. Wobei ich Dich nach allem, was Du nun geschrieben hast, nicht mehr als Anfänger einstufen würde. Ich empfehle Dir auf jeden Fall, mal in diesen Beitrag reinzulesen. Da steht einiges drin, was für Dich sicherlich interessant sein dürfte:
http://www.running-life.de/foren/viewtopic.php?f=7&t=263&hilit=MaximalpulsUm den Maximalpuls herauszufinden, ohne sich auf die Werte von Pulsuhren zu verlassen, läuft man sich erst mal in Ruhe warm. Nun geht es darum, den Puls Schritt für Schritt nach oben zu treiben. Da gibt es verschiedene Vorschläge für Intervalllängen usw. Eine Möglichkeit ist, z.B. erst mal 5 Minuten sehr flott zu laufen. Dann eine Minute in langsamerem Tempo regenerieren, anschließend wieder 4-5 Minuten schnell zu laufen, wieder ein wenig Regeneration usw. Das Tempo der schnellen Einheiten wird kontinuierlich erhöht. Zum Schluss hin läuft man beispielsweise 500 Meter hart an der Belastungsgrenze und wenn eigentlich kaum noch was geht, wird nochmals einige hundert Meter gerannt. Wenn Du dann am obersten Limit bist und längst jenseits der anaeroben Schwelle, hast Du einen Puls, der Deinem Maximalpuls entspricht.
Du kannst es natürlich auch ganz anders machen, einen "normalen" 5- oder 10 Kilometerlauf absolvieren und dann im Anschluss ähnlich harte Einheiten wie oben beschrieben anfügen. Da dabei dem Körper schon einiges abverlangt wird, solltest Du danach ausreichend regenerieren. Wie gesagt: Das ist nicht jedermans Sache, aber sicherlich die zuverlässigste Methode, sofern der Versuch, das Belastungslimit zu erreichen, nicht halbherzig angegangen wird.
gambinho hat geschrieben:Ich war am Mittwoch nochmals laufen, 7.2 km / 46 min, eigentlich nur ganz kurz und locker und der Puls war auch hier wieder im Schnitt 150. Ich konnte mich sehr gut unterhalten.
Am Freitag ging auch wieder nur kurz, dafür ein bisschen schneller mit 5:30 min/km und da beträgte der Puls wiederum 165/170. Unterhalten viel hier ein bisschen schwieriger
5:30er Schnitt ist nicht soooo langsam. Natürlich wird es zig Läufer geben, die schneller laufen können. Aber auch sehr viele, die einen 5:30er Schnitt keinen Kilometer durchhalten.
Einerseits läufst Du schon mehr als ein Jahr, wenn Du Januar 2010 angefangen hast. Andererseits hast Du zwischendrin pausiert.
Meine persönliche Meinung ist: Mach' Dich nicht verrückt wegen der Pulswerte, sondern gehe mehr nach Deinem Gefühl. Wer noch locker plaudern kann und kaum aus der Puste ist, der befindet sich nicht kurz vor der anaeroben Schwelle. Auch wenn die Pulsuhr schon 155 anzeigt. Ich würde die Pulsmessung mal für eine Weile außen vor lassen und nach einigen weiteren Monaten regelmäßigen Laufens mal wieder prüfen.
gambinho hat geschrieben:Ja die Fettverbrennungszone möchte ich anpeilen um abzunehmen. Auf die Ernährung zu schauen hab ich gelernt und Schoko-Riegel sind tabu
Der Abnehmfaktor durch Laufen allein wird total überschätzt (nicht zuletzt, weil einschlägige Fitness-Magazine der Himmel weiß was versprechen, was ähnlich "realistisch" ist wie die beliebte Botschaft: "in 6 Wochen zum Waschbrettbauch"). Ein trainierter Läufer verbraucht bei gleicher Streckenlänge und gleichem Tempo deutlich weniger Kalorien als ein wenig trainierter Läufer, weil der Körper gelernt hat, effizienter mit seinen Energiereserven umzugehen. Über den Daumen mal Pi verbraucht man bei einer halben Stunde Laufen so um die 400 Kcal. Allein der Grundumsatz (ohne Sport) ist innerhalb von 24 Stunden rund 5x so hoch. Mit einem Glas (250 ml) frischer Biomilch mit 3,8% Fett hast Du 40% der Kalorien, die Du in einer halben Stunde verbraucht hast, schon wieder drin.
Trotzdem bringt regelmäßiges Laufen natürlich was. Ohne gleichzeitige vernünftige Ernährung aber eben weniger. Wer läuft, verbraucht zudem mehr Energie und isst meist mehr. Auf der "Haben-Seite" bilden sich beim Laufen natürlich die Muskeln aus. Muskeln verbrauchen jedoch viel Energie und zwar auch dann, wenn man gerade nicht trainiert. Mit anderen Worten: Laufen unterstützt das Abnehmen, kann allein aber keine kalorienreiche Ernährung kompensieren. Zudem hegen viele Menschen die Erwartung, dass Sport (ob nun Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Aerobic) innerhalb weniger Wochen reparieren soll und kann, was in vielen sportfreien, schokoladenlastigen Jahren kaputt gemacht wurde. Dann stimmt das Verhältnis zwischen Erwartung und Realität einfach nicht.
Ich würde mich jedenfalls nicht wegen der paar Kalorien verrückt machen, die Du zwischen dem Tempo für optimale Fettverbrennung und aeroben Trainingsbereich einsparst. Trink lieber bewusst ausreichend und viel Wasser (statt zu viel Saft oder gar Cola (etc.)). Das bringt deutlich mehr

Wenn dann statt dem Schokoriegel noch als bevorzugte kleine Zwischenmahlzeit ein Apfel oder eine Banane auf dem Programm stehen, ist das ein sehr guter Anfang...
If riding in an airplane is flying, then riding in a boat is swimming, if you want to discover the elements - leave your vehicle.