Hermannslauf 2007

Hier ist Raum für eure Lauferlebnisse, Höhepunkte bei Wettkämpfen und Kurioses, das euch während eurer Läufe widerfahren ist.

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Hermannslauf 2007

Beitragvon HCool » 02.05.2007 / 15:45

Hallo!

Ich wollte euch kurz (?) vom Hermannslauf berichten. Wie der ein oder andere gelesen hat, habe ich mich ja bergtrainingmäßig per Laufband vorbereitet...

Zuerst einmal muss ich ein großes Lob aussprechen. Ablauf und Organisation waren prima. Am Sonntag früh habe ich die Starunterlagen in Bielefeld abgeholt, im Anschluss werden alle Teilnehmer/innen per Bus nach Detmold zum Hermannsdenkmal gekarrt (120 Busse, in ganz Ostwestfalen ist an diesem Sonntag früh kein Bus mehr zu chartern).

Der Start erfolgt in drei Gruppen, wobei Erstteilnehmer und langsame Läufer aus der letzten Gruppe C starten. Nachdem ich am Samstag bei der Anreise nach Bielefeld vor Hitze fast eingegangen war, schien am Sonntag der Laufgott mit den Läufern zu sein: strahlend blauer Himmel, 18 Grad am Start und ein leichter Wind, prima! Ab 11.00 Uhr machten sich dann gestaffelt insgesamt 7100 Menschen auf den Weg (darunter in diesem Jahr auch Achim Achilles, schaut mal auf spiegel-online)

Das Jahr 2007 habe ich zum Jahr des Genusslaufes erkoren und mein Plan war, die 31 km in 3:30 Std. zu laufen, zumal ich mit Bergen und Hügeln so gut wie keine Erfahrung hatte.

Nun sind ja die Ostwestfalen für ihre Begeisterungsfähigkeit nicht gerade berühmt (bin selber einer), aber was für eine Stimmung sie noch im letzten Waldweg zaubern konnten war wirklich atemberaubend.

Der Lauf summiert sich auf insgesamt 570 Höhenmeter, insgesamt geht es aber auch 700 Meter wieder bergab.
Nach dem Start ging es vom Hermannsdenkmal erst einmal fast 3km bergab, teilweise mit bis zu 20% Gefälle. Hier hatte ich echte Probleme, mich nicht von der Anfangseuphorie überwältigen zu lassen und viel, viel zu schnell zu laufen.
Anschließend nun das erste Mal relativ lang und steil bergauf, auf den Sattel zwischen Allhornberg und Großem Ehberg bis auf 299m. Weil es so schön war im Anschluss wieder ebenso lang bergab und im Anschluss auf die Panzerstraße (Truppenübungsplatz). Hier ist die erste Verpflegungsstelle und links und rechts stehen die Zuschauer fast in Dreierreihen (wo kommen die alle her?). Bisher hatte ich lauftechnisch keine Probleme, alles lief rund - Beine, Kopf und Körper sagten laufen, also weiter...
Dann geht es endlich wieder in den Wald mit leicht ansteigender Tendenz über einen Sand-/Waldboden durch die Senne bis zur zweiten Verpflegungsstation. Hier sollte man sich gut stärken, denn im Anschluss wartet der Tönnsberg. Mit 333m ist der Tönsberg der höchste Punkt der Strecke zwischen Hermannsdenkmal und Sparrenburg (Steigung so zwischen 10 und 20%). Hier hätte ich sicherlich am Ziel noch ein paar Körner übrig gehabt, wenn ich gegangen wäre, aber es machte unheimlich Spaß hier hochzulaufen... und ihr könnt es euch denken... im Anschluss wieder nach unten. So langsam machte sich bemerkbar, dass man auf einem Laufband zwar Bergaufläufe trainiert, Bergabläufe jedoch nicht. Meine Waden hatten schon etwas zu kämpfen, umsomehr als der Belag auf Kopfsteinpflaster überging. Man landet im eigentlich verschlafen Oerlinghausen. Hier haben die Veranstalter seit dem letzten Jahr die Strecke extra um 500m verlängert, weil die Stimmung so prima ist. Und tatsächlich, die Einwohnerzahl von Oerlinghausen muss sich an diesem Morgen verdoppelt haben. Dicht an dicht, mit Lautsprecherwagen, Trommelgruppen, Verpflegungsständen...
Überhaupt Verpflegungsstände, die offiziellen waren gut bestückt - zuerst Wasser, Iso, Tee - später auch Obst und vor fast jedem Haus auf der Strecke (na ja, das ist jetzt doch leicht übertrieben) waren Eimer mit Wasser oder Duschen aufgebaut, um in Privatinitiative die Läuferinnen und Läufer zu unterstützen.
Nachdem man sich dann für 5km an einem leicht dahinplätscherden Bergauflauf erfrischen konnte kommt es dann bei km 22 noch einmal besonders heftig: die berühmt-berüchtigten Lämershagener Treppen. Insgesamt 120 Treppenstufen müssen bezwungen werden, welche zum besonderen Vergnügen weder in Höhe noch Tiefe einheitlich sind. Ich hatte mit vorgenommen, auch hier zu laufen, die Läufer stauten sich jedoch, so dass man sich beim gemütlichen Treppensteigen fast ausruhen konnte.
Ab hier waren es noch etwa acht Kilometer bis zur Sparrenburg. Wer es hier laufen lassen will sieht sich aber noch mit einigen kurzen knackigen Steigungen konfrontiert: "Eiserner Anton" (309m), Spiegelberg (299m), hier musste ich dann doch auch mal gehen..., bevor die letzten 1500 Meter auf der Promenade vor der Sparrenburg anfangen. Das Ziel ist auf den letzten 300 Metern mit Absperrgittern versehen und wenn in Oerlinghausen schon viel los war, so kommt spätestens hier Alp d`Huez-Feeling auf.
Die Zuschauer treiben jeden Läufer zum Endspurt und mit 3.22 Std. war ich super zufrieden im Ziel.

Ein Lauf der die Tendenz hat, mich zum Wiederholungstäter zu machen!
Gesundheit? Was nützt einem die Gesundheit, wenn man ansonsten ein Idiot ist? (Adorno)
HCool
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