Alles zum Thema "richtige Laufausrüstung"
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von HCool » 26.09.2006 / 15:32
Hallo Zusammen,
nachdem in einem anderen Forum (vom eigentlichen Thema abschweifend) schon schön über Pulsuhren und deren Einsatz diskutiert wurde, möchte ich das Thema hier noch mal aufgreifen, da es sicherlich einen eigenen Platz verdient hat und es dazu soviel Meinungen wie Läufer gibt.
Hierz gleich eine Eingangsfrage zum provozieren: In Deutschland wurden Marathons schon mit 2:10 beendet als es noch keine Pulsuhren gab, trotzdem schafft es heute kaum ein hiesiger Leichtathlet an diese Leistungen anzuknüpfen. Sollte beim Laufen vielleicht doch eher auf den Körper gehört werden, als sich auf scheinbar objektive Technik zu verlassen?
Ich freue mich auf eine spannende Diskussion
Grüße
Harald
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von Stolperstein » 28.09.2006 / 14:03
Tja, die Menschen damals waren vielleicht einfach noch leidensfähiger und weniger verzärtelt als die heutigen Athleten.
Oder sie hatten mehr Zeit für's Training, denn was muss der moderne Mensch heutzutage nicht alles in einem 24-Stunden-Tag unterbringen. 
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von Uwe Faßhauer » 28.09.2006 / 20:46
Ich glaube eher das früher die Menschen körperlich härter arbeiteten und wir heute meistens im Büro sitzen, dadurch ist es viel härter eine vernünftige Kondition aufzubauen, außerdem fehlt uns heutzutage die Zeit zum trainieren, Arbeitstage mit 10 Stunden sind leider keine seltenheit. Danach noch laufen kostet echt Überwindung. Aber nichts desto trotz Laufschuhe an und raus. Pulsmesser sind gut für eine Trainingsüberwachung, aber schneller wirst du dadurch auch nicht.
Uwe
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von Stolperstein » 29.09.2006 / 16:18
[....]
korrigier mich, wenn ich falsch liege, Uwe aber war es nicht vor 20 Jahren schon so ähnlich wie heute, dass kein Marathonläufer, der Zeiten im Bereich von 2:10 Stunden geschafft hat, "nebenher" noch eine 40-Stunden-Arbeitswoche durchgehalten hat (schon gar nicht, wenn er im Job auch körperlich hart arbeiten musste).
Also Läufer, die solche Zeiten schaffen, trainieren in den Monaten vor dem Marathon schon locker mal 900 bis 1.000 Kilometer im Monat. Durchschnittlich also oft 30 km am Tag, häufig in zwei oder drei täglichen Läufen.
Wann soll man da noch "regulär" arbeiten? Da braucht es Sponsoren und/oder Preisgelder, um davon leben zu können.
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von Nike » 29.09.2006 / 19:32
Also, ich bin bisher ohne Pulsuhr gelaufen, ärgerte mich aber schon immer darüber, dass ich bestimmte Werte, Bereiche etc. von mir selbst aus Mangel an einer Pulsuhr nicht kannte. Nun habe ich mir ein einfaches aber zuverlässiges Modell zugelegt, und war nach den ersten drei-vier Läufen doch recht erstaunt über meine sehr positiven Ergebnisse; was letztlich bedeutet, dass mein vorheriges Laufen nach Körpergefühl für mich die richtige Methode war, und ich dies nun dank Pulsuhr ab und an überprüfen kann. Diktieren allerdings lasse ich mir von ihr nichts.
LG
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von jens77 » 01.10.2006 / 17:03
An HCool und natürlich alle Interessierte!
Netter Provokationsversuch. Aber möchte mal Oberlehrer spielen und aufklären.
Die Herzfrequenzmessung ist zur Diagnostik bereits 1903 zuverlässig eingesetzt wurden. Zu verdanken ist dies übrigens Prof. Einthoven, der auf Grundlage der Erkentnisse aus dem Jahre 1882 des Physiologen Waller weiterforschte.
Zu "Rekord"-Zeiten von Waldemar Cierpinski (Olympische Spiele 1976 und 1980) war es also schon lange möglich das Trainingstempo an der HF auszurichten. Was im übrigen auch gemacht wurde. Da das erste kabellose Gerät (von Polar) erst 1983 auf den "Massen"-Markt kam, war dies nur etwas umständlicher. Man bediente sich zweier Möglichkeiten, z. B. dieser
Der Puls wurde durch einen Begleiter (auf dem Rad/ aus dem Auto heraus) während des Trainings ermittelt, daraus konnte wiederum die Belastungsintensität ermittelt werden, so dass sich der Athlet dann nur noch an Kilometerdurchgangszeiten orientieren musste.
Unterstützend dazu wurde damals wie auch heute das Laktat gemessen.
Dank der Entwicklung der HF-Messgeräte, hat sich die "Haltbarkeit" von Rekorden extrem verkürzt, was man wiederum auf ein effizienteres Training zurückführen kann. Gleichzeitig konnte man feststellen, dass das gefürchtete Übertraining in seiner Häufigkeit zurückging.
Heute sieht man kaum noch Profi´s ohne HF-Messer, nicht ohne Grund! Hat ein Topathlet mal keinen um, dann kann der sich zumindest auf ein hervorragend geschultes Tempogefühl berufen, welches den meisten (wenn nicht gar allen) Laufanfängern fehlt.
Daher bleibt meine Empfehlung für:
1.alle Läufer die Probleme haben konstant zu laufen
2.Anfänger die alleine trainieren
3.jeden der leistungsorientiert trainiert
4.alle Läufer die nach dem Lauf völlig "kaputt" sind
5.und Gesundheitsbewusste ...
nutzt den HF-Messer als Trainingsunterstützer und nicht als "Diktator" - aber nutzt ihn!
Grüße Jens
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von HCool » 05.10.2006 / 13:37
Hallo Jens,
Radio Eriwan antwortet: Im Prinzip ja, aber...
Für ein Training mit dem Ziel, eine neue Bestzeit oder besserer Ausdauer zu erreichen wird nicht unbedingt eine Pulsuhr benötigt. Trotzdem kann sie, wenn sie zielgerichtet eingesetzt wird, im Einzelfall sinnvoll sein oder als Orientierung dienen.
Nur bei dem Thema, wann es sinnvoll ist, gehen wir etwas auseinander.
Gerade bei Laufanfängern halte ich es für wichtig, dass sie ein eigenes Tempogefühl entwickeln. Wer möchte kann natürlich einer Pulsuhr das Fühlen überlassen. Doch Anfänger laufen häufig besser damit, selber zu erfühlen, wie schnell sie laufen können und nicht die Pulsuhr, wie schnell sie laufen sollen. Wichtig ist dann natürlich, die eigene Laufstrecke zu vermessen. Aber auch bei Laufanfängern kann die Pulsuhr sinnvoll eingesetzt werden. Bei Menschen, die mehrfach in der Woche bis an ihre Leistungsgrenze gehen, kann eine Pulsuhr als Bremse gute Dienste leisten, aber auch nicht mehr.
Auch auf die Trainigsart kommt es an: beim Tempotraining ist nicht entscheidend, wie die Pulsfrequenz ist, sondern ob das geplante Tempo in der Anzahl und Länge der Intervalle auch durchgehalten wird. Beim Ausdauertraining hingegen kann, wer noch kein Tempogefühl hat, neue Strecken läuft, in stark hügeligem Gelände unterwegs ist oder hin und wieder den Trainingsstand überprüfen möchte, eine Pulsuhr zur Unterstützung gut nutzen.
Meiner Überzeugung nach ist trotzdem eine Pulsuhr für ambitionierte Breitensportler nicht zwingend erforderlich. Sinnvolle, angepasste Tempovorgeben reichen zur Trainigssteuerung vollkommen aus.
Grüße
Harald
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von marathonmaedchen » 08.10.2006 / 12:05
dieses thema wird wohl immer befürworter und gegner haben, aber eigentlich ist es doch gerade im hobbybereich völlig egal wie jeder einzelne läufer seine leistung langsam, schnell oder gar nicht steigert, denn jeder tut es letztendlich nur für sich, und jeder sollte für sich selbst entscheiden wieviel kontolle bzw. freiheit man sich selbst zugesteht - und alles ist in ordnung, so oder so, solange der spassfaktor stimmt. ich persönlich laufe meistens mit pulsuhr wobei ich auch ganz genau meine eckdaten wie Hf max, knickpunkt anaerobe schwelle und laktatwerte kenne. so kann ich zusammen mit unserem trainer ein recht optimales training erarbeiten, und die gefahr von überlastung aber auch unterforderung in grenzen halten. mir gibt diese art von training viel sicherheit, wobei ich mich auch auf das wintertraining im gelände ohne pulsuhr richtig freuen kann. Also - jedem das seine 
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von 4run » 09.10.2006 / 11:21
.....[]
Mal eine ganz andere Überlegung:
Ich bin eigentlich immer mit Pulsuhr unterwegs allerdings ebenso fast immer ohne Pulsgurt
Was mit anderen Worten bedeutet, dass ich meine Pulswerte nicht messe. Auch wenn das bei Jens77 womöglich sauer aufstößt, so muss ich doch sagen, dass mir der Pulsgurt schwer auf den Wecker geht. Wenn ich längere Strecken (20 km oder 30 km) mit dem Ding unterwegs bin, habe ich jedes Mal wunde Stellen, wo sich z.T. auch Grind bildet. Das ist wirklich nicht lustig. Mag ja sein, dass sich die Haut mit der Zeit an den Pulsgurt gewöhnt - aber bis dahin?.....
Ich habe auch schon versucht, den Gurt lockerer anzulegen oder umgekehrt fester zu zurren. Das Problem bleibt zumindest bei mir immer dasselbe. So macht Laufen keinen Spaß.... und das ist es mir echt nicht wert, nur um meinen akutellen Puls sekundengenau zu kennen. Übrigens: Keine "Aldi-Ausstattung", sondern teurer Polar-Krempel.
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von Speedy » 09.10.2006 / 11:31
Hallo Läuferinnen und Läufer!
Jetzt schalte auch ich mich mal kurz in die Diskussion ein. Unser Marathonmädchen hat irgendwo Recht: Diese Diskussion ist doch sehr emotional behaftet. Was Jens77 sagt ist sehr schlüssig. HCools Einwände habe auch ihre Berechtigung. Ich bin nicht sehr erpicht darauf, als Prellbock dieser ideologischen Betrachtungen herzuhalten
Aber ich möchte folgendes einbringen:
Seit einiger Zeit gibt es bei RUNNING LIFE ja die Möglichkeit, sich seine Pulswerte in Diagrammen anzeigen zu lassen. Hat man bei seinem Laufeintrag auch den Pulswert eingetragen, so wird dieser im Diagramm (zusammen mit allen anderen Pulswerten eines Monats) erfasst.
Es war bemerkenswert viel Arbeit, das Tool zu entwickeln. Um so überraschter war ich über die Resonanz:
Während doch recht viele Läufer regelmäßig ihren Kilometerschnitt als Diagramm aufbereiten lassen, sieht es bei den Pulswerten etwas anders aus: Pulswertdiagramme wurden von allen Läufern zusammen im letzten Monat (September 2006) rund 380 Mal aufgerufen.
Meiner Meinung nach zeugt das zumindest nicht gerade davon, dass sich die Mehrzahl der Läufer allzu sehr für ihren Puls interessiert (was natürlich weder eine Beweis dafür ist, dass die Pulswerte nicht wichtig wären, noch für das genaue Gegenteil).
Diese Information möchte ich einfach nur der Vollständigkeit halber in die Diskussion einbringen.
If riding in an airplane is flying, then riding in a boat is swimming, if you want to discover the elements - leave your vehicle.
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von marathonmaedchen » 09.10.2006 / 15:35
Lieber HCool,
ich hab einen guten tipp für dich. besorge dir Body Glide, das ist ein hautschutzstick der vor wundreiben schützt. ich kenne es vom Triathlon, ein wahres wundermittelchen. ich musste auch schon wegen einer wunden stelle am brustgurt einen marathon gehend beenden weil sogar das shirt nachdem ich den brustgurt ausgezogen habe arge schmerzen verursacht hat. seit bodyglide gibt es keine probleme mehr ( www.bodyglide-wel.de)
liebe Grüße, marathonmaedchen doris
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von marathonmaedchen » 10.10.2006 / 07:38
Fehler!
der tipp war naürlich nicht für HCool sondern für 4run, sorry,
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von Peter » 17.10.2006 / 20:34
Naja, einem Laufanfänger würde ich immer empfehlen, mit der Pulsuhr die Trainingsintensität zu messen.
Wer viele Jahre ausdauernd traininiert, kennt seinen Körper so gut, dass eine Pulsuhr entbehrlich ist. Die "innere Uhr" funktioniert immer. Bei Pulsmessern kommt es schon mal vor, dass der Puls des Nebenmanns angezeigt wird.
Ich habe mir trotzdem eine Pulsuhr gekauft. Schließlich möchte ich ja alle Funktionen des Lauftagebuches benutzen.
Nee, Spasss beiseite. Mich interessiert schon, wie schnell ich mich nach einer Belastungseinheit wieder erholt habe. Da ist die Pulsuhr praktischer als da Abtasten der Halsschlagader. Die Erholungsfähigkeit ist bei mir ein Indikator für den Fitnesszustand.
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von der laufschuh » 23.10.2006 / 08:57
Jeder der ambitioniert nach einem sinnmachenden trainingsplan trainiert und sein Ziel in optimaler form erreichen will ist auf einen guten Pulsfrequenzmesser angewiesen und muß seine ihm eigenen individuellen trainingsparameter kennen. wird beispielsweise im plan ein schwellentraining angesetzt und der atleth überschreitet dieses training mit nur 5 pulsschlägen, so wird ein völlig anderer trainingsreiz gesetzt als vorgesehen. und da die trainigstage aufeinander abgestimmt sind, gerät bei ungenauen einheiten der plan völlig außer kontrolle. gute pläne trainieren die verschiedenen systeme überlappend. so folgt nach einem harten intervalltrainig in der regel was regeneratives oder etwas für die grundlage, danach eine einheit für die tempoausdauer usw. wichtig ist, dass sich ein System erholt während dem anderen ein reiz gesetzt wird. läuft dies optimal spricht man von der superkompensation, der Sportler hat seine form verbessert. dies gilt vor allem für den leistungssport. aber wenn ihr euch mal umschaut werdet ihr sehen, dass sich viele hobbysportler in diesem leistungsbereich bewegen und müssen noch den berufsalltag bewältigen. darum kann ich in diesem bereich nur dringend zur pulskontrolle bei fast allen läufen raten, die gefahr der überlastung ist sonst enorm hoch und das gefühl täuscht uns oft.
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von jens77 » 30.10.2006 / 18:55
Muss noch mal kurz 3 Statements loswerden:
an 4run: Es stößt mich keineswegs sauer auf. Möchte an der Stelle noch mal betonen, dass ich auch sage, dass sich niemand zur Geisel der Pulsuhr machen sollte, die Masse ihn aber eher bräuchte (sei es als Motivator oder Bremser) und der Pulsmesser als trainingsunterstützendes toll zu betrachten ist.
an Peter:Richtig, gerade Anfänger täuschen sich bei ihrer Pulswert-Selbsteinschätzung. Und zu 95% können trainingserfahrene Läufer ihren Puls ziemlich genau beurteilen. Selber schaue ich nur noch für die km-Durchgangszeit auf die Uhr und nehme den Puls nur nebenbei war. Habe allerdings den akustischen Schwellenalarm eingestellt, was bei 5 % der Läufe dann auch gut so war.
an Laufschuh:Kann dir nur voll zustimmen. Egal ob ich Anfänger oder "Profis" trainiere, ein effektives Training funktioniert nur unter Kenntnis und Beachtung aller Trainingsparameter.
Grüße Jens
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