Knieprobleme (Arthrose?)

Spezielle Fragen zu Überbelastungen, Verletzungen, etc.

Moderator: Buscapé

Knieprobleme (Arthrose?)

Beitragvon jeans4fun » 27.12.2007 / 10:34

Hallo zusammen,

ich möchte euch kurz meinen Leidensweg schildern. Vielleicht kann ja der oder die andere von euch mich wieder aufbauen.
Ich laufe jetzt wieder regelmäßig seit ca. 3 Monaten. Wieder, weil das Knieproblem nicht neu ist.
Meine Motivation war, das ich doch deutlich an Gewicht zugelegt hatte. Mein Highscore lag bei 102 Kg. Das war auch mein Startgewicht als ich wieder zu laufen anfing. Heute wiege ich 91 Kg :-)
Ich fing also 4-5 mal die Woche wieder mit kurzen läufen so um die 3 km an und steigerte die Distanz kontinuirlich. So hatte ich auch in kurzer Zeit (ca. 4 Wochen) meine persönliche Bestleistung erlaufen, 10,5 km in 58 min.
Soweit alles gut. Bereits nach kurzer Zeit fing allerdings mein linkes Knie an zu schmerzen. Es war ein leicht ziehender Schmerz links vorne unter der Kniescheibe. Ich laufe, da das Problem ja bekannt ist, von Anfang an mit einer Kniebandage um das Knie etwas zu stützen.
Vor gut 6 Wochen wurden die Schmerzen dann deutlich stärker und aus dem leichten ziehen wurde ein starker, stechender Schmerz der teilweise so heftig war das mir die Tränen in die Augen schossen.
Schlimmer noch war es dann nach dem Laufen. Ich konnte kaum gehen. Besonders Treppen abwärts zu gehen bereitete mir sehr große Probleme.
ich also zum Arzt. Der Hausarzt meinte ich solle weniger laufen und wenn möglich nicht auf Asphalt um die Belastung zu reduzieren. Nach dieser allerweltsaussage bat ich um eine Überweisung zu einem Orthopäden.
Dieser Untersuchte das Knie dann sehr gründlich und fragte mich aus was mein Trainigsverhalten, Laufstrecken, Dauer, Zeit, Gewicht usw. angeht.
Sein Fazit: Ich sollte das Laufen lassen und Fahradfahren!
Das war der Hammer. genau das wollte ich auf keinen Fall hören. Er sagte ich wäre an der Kreuzung wo es an der Arthose vorbeigeht leider falsch abgebogen.
Diese Diagnose kann und will ich aber irgendwie nicht wirklich akzeptieren. Ich bin gerade mal 38 Jahre alt und fühle mich sonst Topfit. Der Arzt sagte auch das sonst alles in bester Ordnung sei und ich eine sehr starke und gesunde Muskulatur hätte, dieses Problem aber durchaus trotzdem auftritt und nicht besonders selten ist. Von weiteren, das Knie belastenden Sportarten rät er mir aber unbedingt ab, da Arthrose nicht Therapiebar ist.
Das musste ich erst einmal verdauen. Ich fing also mit Schwimmen an um wenigstens nicht in ein Motivationsloch zu fallen.
Nach einigen Wochen, die Schmerzen sind inzwischen abgeklungen, ermunterte mich meine Frau mit ihr eine kurze Runde (4,6 km) zu laufen. Dies ging auch gut ohne jeglichen Schmerz. Diese kurze Runde bin ich zuletzt gestern wieder gelaufen und habe keinen Schmerz feststellen können.
Hat der Doc nun unrecht gehabt oder was? Habe ich es in zu kurzer Zeit einfach nur übertrieben? Helfen neue Schuhe mit noch besserer Dämfung?

Bitte baut mich wieder auf. Schwimmen ist zwar auch ne schöne Sportart aber ohne Laufen fehlt irgentetwas.

Gruß
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Beitragvon Speedy » 27.12.2007 / 18:33

Hallo jeans4fun,

willkommen im Forum.
Gleich vorab: Ich kämpfe gerade mit einer etwas arg zickigen Internetverbindung herum, werde aber (wenn's wieder läuft) mal bei einem Freund anfragen, der Physiotherapeut ist und sich mit Arthrose auskennt.

Grundsätzlich kannst Du hier im Forum aber keinen "Blankoschein" erwarten. Ein Orthopäde sollte sich damit besser auskennen als die Forenbenutzer (sofern diese nicht ebenfalls vom Fach sind - aber selbst dann haben sie Dich ja nicht untersucht, sondern per "Ferndiagnose" geraten).
Eventuell solltest Du Dir eine Gegenmeinung eines anderen Orthopäden einholen?

Ich habe jedenfalls schon öfter bei anderen Läufern erlebt, dass sie Schmerzen in den Knien bekommen haben. Oft nach einer Laufpause und anschließendem Wiedereinstieg bzw. bei Überbelastung. Anfänger trifft es ebenfalls oft. Hintergrund ist, dass in diesem Fall zu wenig Muskeln das Gelenk ausreichend stützen. Durch gezielten Muskelaufbau (z.B. im Fitnessclub) oder entsprechend sanftes Heranarbeiten ans Laufen lässt sich das in den Griff kriegen. Immerhin hast Du zu Beginn 102 Kg auf die Waage gebracht. Das belastet die Gelenke und den Knorpel schon extrem (oder bist Du etwa 2.20 Meter, dann ist so ein Gewicht nicht sooo sehr viel...)
Hast Du allerdings tatsächlich Arthrose, so solltest Du aufpassen und das Laufvorhaben nicht auf Teufel komm raus verfolgen. Auf eine andere Sportart auszuweichen kann dann tatsächlich eine sinnvolle Alternative sein!!!
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Beitragvon jeans4fun » 27.12.2007 / 23:16

Hallo Speedy,

danke für deine ersten "aufmunternden" Worte.
Ich war heute in Hannover bei Det`s Laufshop und habe einen Teil meines Weihnachtsgeldes für neue Schuhe Investiert. Nach einer sehr umfangreichen und professionellen Beratung samt Videoanalyse stellte sich heraus das ich stark überproniere.
Natürlich machte ich mir daraufhin gleich wieder Hoffnung das die Schmerzen damit zusammenhängen könnten. Der Verkäufer hat mir auch dazu geraten eine zweite Diagnose eines Facharztes einzuholen. Er schilderte mir den Leidensweg seiner Freundin bei der zunächst auch Athrose vermutet wurde, sich aber später herausstellte das sich eine Knorpelfalte unter der Kniescheibe gebildet hatte welche ohne großen Aufwand behandelt werden konnte.
Mir ist klar das ich hier im Forum keine ultimative Lösung meines Problems finden werde aber es hilft sich darüber mitzuteilen und alles was ich heute zu diesem Thema gehört bzw. gelesen haben macht mir irgendwie Mut das ich vielleicht doch nicht zur Wasserratte mutieren muss.

Gruß
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Beitragvon marathonmaedchen » 28.12.2007 / 13:18

Auch ich kann dir nur raten, einen weiteren Facharzt aufzusuchen. An deiner Stelle würde ich einen Arzt wählen, der sich auf Kniegelenk spezialisiert hat. Ich habe ja ein Schulterproblem und habe jetzt einen Spezialisten aufgesucht. Hätte ich das nur schon viel früher gemacht - mir wäre viel erspart geblieben.

Viel Glück, Doris
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Beitragvon Enibas » 30.12.2007 / 23:36

Hallo,

ich bin kein Orthopäde, aber ich habe Arthrose in den Knien. Rechts mehr als links und das schon seit meinem 30. Lebensjahr. Jetzt bin ich fast 45.
Ich habe mit dem Laufen begonnen, weil ich Arthrose hatte. Klingt idiotisch, ist aber wahr. Meine Orthopädin riet mir damals von allem ab, was Spaß macht. Bergwandern ganz besonders. Sie verschrieb mir ein Gerät, welches die Muskeln reizen sollte und malte mir schon die OP aus. Ich habe sie ignoriert. Nicht mit Verstand, sondern nur mit Gefühl. Ich konnte einer Ärztin nicht glauben, die mir keinerlei aktive Verhaltensweisen empfahl, sondern nur passives Zeugs. Ich informierte mich (Internet war damals noch nicht) und begriff, dass ich etwas für meine Muskulatur tun musste. Und vor allem sollte ich als erstes die Stützbandage, die sie mir verschrieben hatte, möglichst vermeiden, weil sie nämlich genau das Gegenteil erreichte - sie schonte die Muskeln, anstatt sie aufzubauen.

Ich war dann jahrelang ohne Beschwerden. Probleme machten mir beim Bergwandern nur längere Abstiege. Ich wusste ja, dass meine Knie angefressen waren - entsprechend ausreichende Pausen und hin und wieder ein Lift halfen.

Mit der Zeit lief ich mehr. Und meine Beschwerden kamen wieder. Der Orthopäde (ein neuer) wusste dass ich lief und hatte einen völlig anderen Verdacht: Meine Probleme sind muskulärer Art. Das Gelenk ist zwar leicht lädiert, aber nicht schlimmer, als beim normalen Menschen. DAs Röntgenbild brachte keinerlei auffälligen Befund. Er verschrieb mir manuelle Therapie und ich sollte mich um eine ausgewogene Muskulatur kümmern. Die hatte ich nämlich mit dem Laufen versaut. Es half kurzzeitig. Die Schmerzen kamen wieder. Ich ging zu einem anderen Arzt, der Sportarzt ist. Er nahm das Ganze ernst und ließ ein MRT machen. Die Diagnose lautete: chondrophatie patellae. Auf deutsch: Die Kniescheibe ist nicht mehr ganz in Ordnung. Der Miniskus ist auch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, aber es ist kein Zustand, der mich beunruhigen sollte. Ich habe ihn direkt danach gefragt: Ja ich kann einen Marathon laufen. Es gibt keine Bedenken. Meine Schmerzen habe ich nämlich nicht beim Laufen, sondern beim Treppensteigen, manchmal beim normalen Gehen. Das ist typisch für diese Erkrankung. Und es ist kein Weltuntergang. Ich muss nicht aufhören mit Laufen. Ich muss nur sehen, dass ich alles schön bedacht mache. Und vor allem muss ich meine muskulären Dysbalancen in Ordnung kriegen. Das ist nämlich mein Hauptproblem. Ich habe nur die Ausdauermuskeln trainiert und nicht die Kraftmuskeln. Das hole ich jetzt regelmäßig im Fitnessstudio nach. Und vor allem habe ich zu wenig gestretcht. Verkürzte Muskeln haben meine Beschwerden verstärkt. Die aufgetretenen Schmerzen passen nicht zum MRT-Befund, lassen sich aber durch das viele einseitige Laufen erklären.

Also mein Rat: Suche einen Sportarzt auf und dränge auf ein MRT.
Der Sportarzt ist dafür da, dass er nach Möglichkeiten sucht, wie du weitertrainieren kannst. Wenn er eine sieht, wird er sie dir erklären.

Weiter: Stretchen, stretchen, stretchen. Vor allem die WAdenmuskulatur, die Oberschenkelmuskulatur und die Oberschenkelaußenmuskeln. Lass es dir zeigen und mache es jeden Tag.

Mach Krafttraining - aber nicht nur für die Beine. Und versuche mal hin und wieder die Bandage weg zu lassen.

Und gehe es etwas langsamer an mit deinen Steigerungen. In 4 Wochen von 3 auf 10 km muss schief gehen. Halte dich an die 10Prozent-Regel.
Deine Gesamtkilometer pro Woche und die Streckenlänge sollten 10 Prozent pro Woche gesteigert werden; maximal 15 Prozent. Deine Muskeln haben das verkraftet, alles andere (Bänder, Sehnen ..) aber nicht. Auch dein Kniegelenk konnte sich nicht an die Belastung gewöhnen.


Also: man kann mit der Diagnose Arthrose laufen. Ich bin kein Arzt. Meine Diagnose muss mit deiner Diagnose nicht übereinstimmen - aber ich wollte dir nur sagen, dass es Hoffnung gibt und keinen Grund, voreilig die Flinte ins Korn zu werfen.

Sabine
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Beitragvon jeans4fun » 31.12.2007 / 18:37

Hallo zusammen,

nochmal vielen Dank für euer aller positives feedback!

mein guter Vorsatz fürs neue Jahr soll sein, mir schnellstmöglich einen Termin bei einem weiteren Facharzt zu besorgen. Bei der Gelegenheit, kann mir einer von euch einen Sportarzt oder Orthopäden welcher optimalerweise selber läuft im Raum Hannover empfehlen?

Aber jetz muss ich noch was loswerden. Nachdem ich ja nun in neue Schuhe investiert hatte und den ersten Lauf (6,5 km) mit den neuen Schuhen Schmerzfrei überstanden hatte, lies ich mich von 2 Freunden und meiner Frau dazu breitschlagen am hiesigen Sylvesterlauf (10km) teilzunehmen.
Ich komme gerade von diesem Lauf wieder nach Hause und grinse über das ganze Gesicht :lol:
Im Gegensatz zu meinen Mitstreitern war dies meine erste Teilnahme an einer Laufveranstaltung. Ja, was soll ich sagen, es lief einfach super. Primäres Ziel: ankommen! Geschafft! Sekundäres Ziel: Unter 55:00min! Geschafft! Terzieres Ziel: Schmerzfrei ankommen! Geschafft!
Um es mal so zu sagen, ich bin heute meine persönliche Bestzeit mit 51:16 min. gelaufen. Das beste aber ist, das ich auch noch meinen Kumpel Hartmut, der mich schon seit Monaten gedrängt hat mich anzumelden, abgehängt habe :D

Spätestens heute hat mich der Laufvirus infiziert. Es war eines der größten Gefühle beim ersten 10er mit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel zu kommen. Gänsehaut!

Egal wie, aber das Laufen muss weitergehen. Auch wenn es sich nach diesem Beitrag nicht so anhört werde ich euren Rat befolgen und es in Zukunft langsam angehen lassen.

Ich wünsche euch allen auf jeden Fall einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr.

Gruß
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Beitragvon uHu » 03.01.2008 / 19:31

Hi,

hatte auch Knieprobleme und nach ca. 6 Ärzten und 2 Jahren mit vielen Laufpausen und immer wieder einem Neubeginn habe ich vor einem Jahr die Diagnose erhalten - wenn ich gehe ist bei mir alles super, aber sobald ich laufe schiebt sich meine Hüfte auf der rechten Seite ca. 1,5 cm nach vorn.
Und durch dieses ungleiche Laufen schmerzte mein linkes Knie grds. und ich hatte häufig Sehnenscheidenentzündungen in der linken inneren Wade.

Dies wurde bei einer Laufstil-Analyse vom Physiotherapeuten festgestellt.

Ich habe das Problem in den Griff bekommen mit speziellen Übungen und durch das Tragen von MBT-Schuhen.

Und das innerhalb von einem Jahr - Anfang 2007 konnte ich gerade mal 3 km schmerzfrei laufen und im Nov. 2007 lief ich meinen ersten Marathon 8)

Also gib nicht auf und hol Dir andere Meinungen ein, wenn es sein muss auch von mehreren Ärzten oder auch Physiotherapeuten.

LG
Ute
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Re: Knieprobleme (Arthrose?)

Beitragvon bart » 14.03.2011 / 13:03

also ich habe ganz aktuell auch große probleme mit den knien, insbesondere dem linken. allerding schmerzt es bei mir nicht hinten, sondern vorne unterhalb der kniescheibe - ich kann kaum noch treppen benutzen (weder hoch noch runter) und auch das normale gehen ist eher unangenehm. weiss jemand von euch, was das sein kann?
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Re: Knieprobleme (Arthrose?)

Beitragvon jeans4fun » 11.04.2011 / 16:15

Hallo Bart,

nach langen Jahren der Forumabstinenz melde ich mich wieder zurück.

Ich kann Dir nur raten einen Facharzt aufzusuchen und ggf. auch eine zweite oder sogar dritte Meinung einzuhohlen. Ich bin damals zu solch einer Ärztin gegangen welche zunächst erst einmal die Diagnose ihres Vorgängers komplett verwarf. Sicherheitshalber wurde sogar ein Kernspinn durchgeführt. Aber auch hier konnte kein "Defekt" gefunden werden.
Schließlich holte die Ärtztin noch zwei ihrer Kollegen hinzu und siehe da, diese stellten beim alleinigen Ansehen meiner Füße fest das ich einen Hohlfuß habe und es doch einmal mit Einlagen versuchen solle. Zwei Wochen später bin ich mit diesen Einlagen meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Schmerzfrei! Na ja, vom Muskelkater danach mal abgesehen :wink:

Grüße
jeans4fun
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