Wettkampfstrategien

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Wettkampfstrategien

Beitragvon Speedy » 17.09.2007 / 09:52

Hallo beisammen!
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September ist es nun.
Nachdem wir wenig Sommer hatten, folgt nun schon (fast) der Herbst. Viele von euch sind in der Saison Wettkämpfe gelaufen (und die Saison ist noch nicht zuende...)

Die Frage:
Wie haltet ihr es mit bzgl. der Wettkampfstrategie? Man setzte sich ein Ziel, die Strecke in mindestens xx:yy:zz Stunden:Minuten:Sekunden zu laufen, plant, sich am Anfang in der allgemeinen Euphorie nicht allzusehr mitreißen zu lassen, um nicht zu schnell zu starten (was öfter mal nicht so recht klappt :wink: ) aber war es das dann auch schon?
Oder plant ihr detaillierter, stellt womöglich zusammen mit (noch) erfahreneren Läufern Taktiken auf, die ersten Kilometer nur maximal so und so schnell zu laufen, euch dann zu steigern im Mittelteil nochmals ein wenig zurückzunehmen und die letzten Kilometer dieses und jenes zu realisieren?

Mit anderen Worten:

Wie stark werden Wettkämpfe von euch nach Gefühl und Tagesform gelaufen und wie stark fließen (eventuell geplante) Strategien mit ein?
If riding in an airplane is flying, then riding in a boat is swimming, if you want to discover the elements - leave your vehicle.
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Beitragvon marathonmaedchen » 17.09.2007 / 13:36

Hi Speedy,

ein interessantes Thema hast du hier angeschnitten.
Bei mir läuft ein Wettkampf in der Regel geplant.
Der erste km wird aber trotzdem häufig zu schnell, beim zweiten reguliere ich das Tempo und versuche im letzten Drittel nahezu an meine Grenzen zu gehen. Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich dann den letzten km nochmal so richtig raushauen. Das klappt leider nicht immer, manchmal komm ich dann doch gequält ins Ziel.
Sehr schwer an meiner "Planung " festzuhalten ist es dann, wenn eine mir bekannte W45 an mir vorbeizieht, dann neige ich schon sehr dazu viel zu früh anzuziehen, was sich später rächt.
Super für die Moral ist es einen W45 Arsch nach dem anderen zu schlucken :lol: , kommt aber auch nicht so oft vor, weil ich die Klasse öfter mal gewinne :wink: (außer unsere WLS, da halten sich zwei ganz hartnäckige W45 Luder) .
Am besten finde ich Cross Wettkämpfe, wo ich mir kein Zeitziel setzte. Da taktiere ich ganz gerne - bei der ersten Runde die Konkurenz abchecken, in der zweiten durch willkürliche Tempoverschärfungen (je nach dem wie fit ich bin..) ein bißchen zermürben um die letzte Runde konstant schnell durchzulaufen. Macht Spaß, auch wenn ich die AK mal nicht gewinne.

Bin gespannt auf die weiteren Beiträge,
Doris
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Renneinteilung

Beitragvon Hosgnug » 17.09.2007 / 16:42

Ich mache mir häufig meine Renneinteilung an Hand des Höhenprofils. Ich nehme also die geplante Laufzeit über die gesamte Distanz und verteile dann die km-Zeiten über die einzelnen km. Diese Planung hat mir letztes Jahr geholfen beim Trollinger-Marathon, der ziemlich hügelig ist, meine Zielzeit um nur 1,5 Minuten zu verpassen. Die zweite Hälfte war ich auch nur um diese Zeit langsamer, d.h. die erste Hälfte war exakt.

Ansonsten nehme ich mir immer vor am Anfang langsamer zu machen, was häufig nicht klappt.

Grüße von Rolf
Hosgnug
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Beitragvon jens77 » 18.09.2007 / 20:45

Ich plane bei jedem Wettkampf, die ersten Kilometer langsamer zu laufen (was auch super klappt, soll´n doch die anderen sprinten, am Ende krieg ich sie ja doch :wink: ) und die erste Hälfte insgesamt langsamer als die zweite Hälfte (51% der Zeit für erste und 49% der Zeit für zweite Hälfte). Das ist bei mir sogar unabhängig von der Wettkampfdistanz.
Wenn ich merke, dass die Form nicht stimmt kann ich auch sofort den Schalter umlegen und mache aus dem Wettkampf eine angenehme Trainingseinheit.
Letztens beim Kiel-Halbmarathon habe ich gemerkt, dass da selbst Berge meine Strategie nicht kaputt machen (immerhin knapp 400 Höhenmeter - für eine Küstenstadt!)
Ich laufe sozusagen wie ein Uhrwerk, was mich selber immer wieder erstaunt und überrascht!
Dein größter Gegner bist Du selbst!
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Beitragvon Marc » 21.09.2007 / 15:47

Hi,

ich halte mich da an die Taktik von Greif.

Vor dem Rennen lege ich mir eine realistische (!!) Zielzeit fest, was dann auch die durchschnittliche Zeit pro km ergibt.

Im Rennen laufe ich dann die ersten 15 km 3-4 Sekunden pro km langsamer als der Soll-Schnitt, und die nächsten zehn (16 bis 25) 4-5 Sekunden schneller. Bei km 25 liegt man dann so zwischen 10 und 20 Sekunden über seiner Soll-Zeit, hat aber die letzten 17 km Zeit, diese noch aufzuholen. In der Regel klappt dies auch sehr gut.
Ab km 25 ist das Rennen dann offen. Das Körpergefühl entscheidet ob man erstmal für ein paar km auf den genauen km-Schnitt für seine Endzeit verlangsamt, oder, wenn man sich locker fühlt, das Tempo der letzten 10km hält. Kann man das Tempo halten, und vielleicht auf den letzten km sogar noch steigern, bleibt man locker unter seiner Zielzeit.
Läuft man ab km 25 erstmal den genauen Schnitt, sollte man zusehen, dass man spätestens bei km 35 nochmal ein bischen anzieht, um die 20 Sekunden Rückstand noch rauszulaufen (diese sollten ja seit km 25 konstant geblieben sein, wenn man genau seinen Schnitt gelaufen ist).

Ich komme mit dieser Taktik gut klar. Da ich sowieso immer die ersten Kilometer brauche um vernünftig ins Rennen zu kommen, kommt es mir sehr entgegen diese erst etwas langsamer laufen zu können.
Manche finden den Schnitt bei km 15 zu hart, da man dann von einem Kilometer auf den anderen direkt 7-9 Sekunden pro Kilometer schneller läuft, das ist aber meistens genau der Zeitpunkt zu dem ich dann "wach" bin und mich auf das Rennen konzentriere. Erfahrungsgemäss bin ich in diesem Rennabschnitt sowieso immer schneller geworden, auch als ich noch keinen Wert auf Taktik gelegt habe.
Ein anderer Vorteil dieser Taktik ist, das man die zweite Hälfte auf jeden Fall schneller läuft als die erste, was auch immer gut aussieht auf der Urkunde :lol:
Marc
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