Hallo Doris,
schön, von Dir zu lesen. Im Forum herrscht wohl momentan ein wenig das Sommerloch
Ich komme selbst gerade von einer kleinen Auszeit zurück und konnte die letzten 1.5 Wochen nicht viel schreiben.
Das Problem, die Bestform bereits Wochen vor dem WK erreicht zu haben und dann beim WK nicht mehr fit zu sein, kenne ich eigentlich weniger. Mein Problem seit letztem Herbst ist eher, dass ich von WK zu WK langsamer geworden bin. Ich führe das auf einen zu großen Trainingsumfang mit zu wenig Variabilität zurück. Häufig 300 und mehr Kilometer im Monat zu laufen mag für ambitionierte Läufer durchaus akzeptable erscheinen (so einige Benutzer des RUNNING LIFE-Lauftagebuchs laufen deutlich mehr), aber ich habe gemerkt, dass es derzeit für mich nicht die optimale Lösung darstellt. Das Problem ist vielleicht nicht einmal mangelnde Regeneration, sondern zu einseitiges Training mit zu vielen langen Läufen in zu ähnlichem Tempo. Irgendwo ist es auch nachvollziehbar, wenn sich bei 20 und mehr Läufen im Monat (während der Saison bzw. ca. 15 Läufen/Monat im Winter) über die Jahre hinweg zu viel Monotonie breit macht und man für weniger als 10 km praktisch nicht mehr die Laufschuhe schnürt. Hier bin ich derzeit dabei, einiges umzugestalten, wobei natürlich bis zum Marathon im Herbst trotzdem die Grundlagenausdauer stimmen sollte.
Was 10er angeht, so stellt sich für mich oft das Problem, dass in zeitlicher Nähe längere WKs geplant sind (Halbmarathon, Marathon). Es ist schwierig, sich zugleich für einen 10er und einen Marathon optimal vorzubereiten. Auch wenn eine gewisse Tempohärte bei einem Marathon durchaus Sinn macht, muss zugleich die Grundlagenausdauer trainiert werden. Einen 10er bereitet man aber im Gegensatz zum Marathon nicht mit vielen langen, langsamen Läufen vor...
Daher bereite ich 10er weder so langfristig noch so intensiv vor wie WKs über lange Distanzen. Bei der Vorbereitung für einen 10er muss man auch das Wettkampfziel im Auge behalten. Topläufer, die mit dem Siegerpodest liebäugeln und die richtige Konstitution haben, werden schon im Training wesentlich härter vorbereiten (viel Tempointervalltraining) als jemand, der "nur" die eigene Bestzeit unterbieten will. Ein bis zwei Läufe pro Woche mit Fahrtenspiel und/oder Tempointervallen würde ich an Deiner Stelle sicherlich einplanen. Stellt sich das Problem, die Topform zu früh zu erreichen, hilft es vermutlich nur, hier etwas zu experimentieren. Also z.B. erst 4-5 Wochen vor dem 10er WK richtig in die Vorbereitung einzusteigen, wobei die letzte Woche vor dem WK dann wieder etwas ruhiger angegangen wird und 4-5 Tage vor dem WK keine Tempointervallläufe mehr auf dem Programm stehen, damit noch Raum für die Regeneration bleibt.
If riding in an airplane is flying, then riding in a boat is swimming, if you want to discover the elements - leave your vehicle.