Alle haben irgendwann einmal angefangen. Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks für Anfänger.
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von Raffus » 29.09.2008 / 21:37
Einen wunderschönen Abend miteinander
Dies ist nun meine 6. Laufwoche, davor hatte ich bereits einige Lauf-Erlebnisse, hab es aber immer wieder abgebrochen. Diesmal ist es anders, für mich sind 6 Wochen doch bereits ein Zeitchen  Ich habe einen Plan aus dem Internet befolgt, zuerst 8 * 2 minuten, dann 6 * 3, 6 * 4, 4 * 6, 3 * 10, und nun bin ich bei 2 * 15 Minuten angekommen. Dazu muss ich noch sagen, dass ich häufig am Wochenende ohne Zeitplan Laufen war. Dieses Wochenende war ich allerdings nicht. Heute habe ich mit einem Ferienjob begonnen, welcher mich aber nicht sonderlich anstrengt, und nun zu meinem eigentlichen Problem:
Laufen macht mir extrem Spass, es verbessert meine Stimmung, ich kann besser einschlafen, bin fitter, hab eine schönere Figur was auch nur Vorteile bringt
Doch heute Abend bekam ich nach 100 Metern unerklärliches, starkes Seitenstechen. Ich konnte vorher ziemlich gut 2-4 Kilometer schnell durchrennen, deshalb kam dies absolut unerwartet. Ich versuchte es wieder, genau das selbe, bekam Seitenstechen. Sprintete 300 m und versuchte es wieder, das Seitenstechen war weg, aber ein unglaubliche Müdigkeit durchfuhr mich, egal dachte ich. Dann wurde mir übel und ich brach ab. Ich habe Angst, dass ich wieder aufhöre zu Joggen, was ich auf keinen Fall will!
Noch ein paar Zusatzdaten um sich ein Bild von mir zu machen:
Ich bin 15 Jahre alt, laufe, da ich noch zur Schule gehe normalerweise frühmorgens, heut hab ich verschlafen, drum abends. Ich fahre sonst öfters mal Fahrrad oder Slalomboard. Ich war vor ein paar Jahren in einer Laufgruppe, brach aber ab, da es zuviel Zeit kostete.
Soll ich wieder beitreten? Ich mache 2 x die Woche ein wenig Fitness, aber zuhause, also nicht professionell.
Glaubt ihr, diese Demotivation, der Leistungsabfall und die Schmerzen waren psychisch oder physisch?
Vielen Dank fürs Durchlesen und fürs Antworten
recht schönen Abend noch
Mit freundlichen Grüssen
Raffus
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von Speedy » 30.09.2008 / 17:04
Willkommen Raffus!
Raffus hat geschrieben:Doch heute Abend bekam ich nach 100 Metern unerklärliches, starkes Seitenstechen. Ich konnte vorher ziemlich gut 2-4 Kilometer schnell durchrennen, deshalb kam dies absolut unerwartet. Ich versuchte es wieder, genau das selbe, bekam Seitenstechen. Sprintete 300 m und versuchte es wieder, das Seitenstechen war weg, aber ein unglaubliche Müdigkeit durchfuhr mich, egal dachte ich.
Was Du da beschreibst, deutet auf Überlastung hin. Deine Beschreibung bzgl. des Trainingsplans für den Einstieg deutet eigentlich auf eine sehr vernünftige Vorangehensweise hin. Deshalb ist meine erste Frage gleich, ob Du das Sportpensum (egal ob Laufen oder andere Sportarten) innerhalb kurzer Zeit sehr stark gesteigert hast?
Andere Möglichkeiten können in der Ernährung begründet sein (z.B. sehr wenig Nahrung vor dem Lauf bzw. deutlich zu viel) oder aber im Gesundheitszustand (z.B. eine sich anbahnende Erkältung).
Wenn Dein Körper nach 100 m schnellen Laufen mit starken Seitenstechen reagiert, dann sollte das eigentlich nicht so von Dir interpretiert werden, alles über's Knie zu brechen und 300 m zu sprinten!
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie es zu Seitenstechen kommen kann. Dazu gehört unkontrollierte Atmung aber z.B. auch Druck auf das Zwerchfell. Daher führt eine kontrolliere Atmung oft zu einer Verbesserung. Ich hatte allerdings auch schon mal 1 Monat lang bei (fast) jedem Lauf Seitenstechen gehabt und es wollte einfach nicht weggehen. Von einem Tag auf den nächsten hörte es dann plötzlich auf, obwohl ich weder zu Beginn des Auftretens der Seitenstechen etwas anders als vorher gemacht habe, noch zum Zeitpunkt, wo sie unvermittelt wieder aufgehört haben.
Was Du da beschreibst (Seitenstechen, Müdigkeit) könnte sehr wohl eine "Aufforderung" Deines Körpers sein, die Leistungsintensität nicht zu schnell zu steigern. Lauf lieber ein, zwei Kilometer mehr, als auf Biegen und Brechen 4 km in vollem Tempo durchzurennen. Wenn Du zu viel auf einmal willst, kann es wirklich so weit kommen, dass Du am Ende den Spaß verlierst und gar nicht mehr laufen gehst!
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von Raffus » 30.09.2008 / 17:49
danke für die schnelle Antwort, folgendermassen, also der Job den ich momentan erledige strengt an, aber nicht dermassen dachte ich mir. Es sind 7 Stunden lang gebeugt sitzen, zeuchs rausreissen, zerschneiden. Halbstündlich muss ich sauschwere Sachen rumtragen, könnte die Schmerzen daher kommen? Sonst muss ich nichts Schweres tragen, oder den ganzen Tag gebeugt sitzen, vieleicht ist es das. Ich hatte vorher einen Liter Wasser getrunken, war wohl ein wenig zuviel, aber sonst trink ich auch viel vor dem Laufen..... Erkältung hoff ich nicht... hatte gehofft Joggen schützt da bisschen vor
Ja das mit dem Sprinten war etwas unvorsichtig, aber ich dachte, es sei vieleicht etwas eingeklemmt und liesse sich so lösen, und allgemein hatte ich einen Stimmungstiefpunkt, da es mit dem Joggen nicht geklappt hat.
Das mit der Atmung ist auch so eine Sache, ich versuchte einmal, diese selbst zu kontrollieren, bekam aber sofort Seitenstechen und seitdem, versuch ich mich nicht darauf zu achten, dann ging es immer gut... welchen Atemrhythmus empfehlt ihr beim Joggen
Ich hoffe das Seitenstechen verschwindet schnell wieder. Ich habe Angst, wenn ich eine Woche, während des Arbeitens zum Beispiel, aussetzte, dass ich nicht mehr in meinen Plan zurück finde, wie es leider schon früher passiert ist. Das ist meine grösste Sorge.
Zuerst, vor dem Seitenstechen lief ich in normalem lauftempo, dann brach ich des Seitenstechenwegens ab, sprintete, wartete wieder, und versuchte es dann langsamer als normal, dabei wurde ich dann extrem müde....
Naja ich hoffe ihr habt noch ein paar gute Vorschläge zur Verbesserung und dann läufts (  ) wieder rund 
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von Speedy » 01.10.2008 / 16:50
Hallo Raffus,
ob die Schmerzen womöglich vom gebeugten Sitzen kommen, kann ich nicht beurteilen. Da müsste Dich ggf. ein Arzt untersuchen. Ich will (und kann) es nicht ausschließen, aber eigentlich glaube ich eher weniger, dass es daran liegt.
Also Seitenstechen ist für Läufer nicht unbedingt ungewöhnlich. Besonders nicht für Anfänger, weil die ihre Atmung noch nicht automatisch kontrollieren. Bei vielen Anfängern treten zu Beginn Seitenstechen während des Laufens auf. Das legt sich in der Regel mit der Zeit. "Kontrollierte Atmung" heißt, dass Du regelmäßig ein- und ausatmest. Wenn Du natürlich vor lauter Tempo nur noch unkontrolliert hecheln solltest, kann von "Kontrolle" keine Rede sein
Den eigenen, persönlichen Rhythmus musst Du selbst finden - die Menschen sind unterschiedlich und Läufer sind auch nur Menschen (auch wenn mancher vielleicht denkt, er hebt sich unglaublich aus der Masse der Normalsterblichen hervor  ). Das könnte z.B. so aussehen, dass Du alle vier Schritte gleichmäßig einatmest und danach die nächsten 3 Schritte wieder ausatmest. Je nach individueller Veranlagung können auch andere Verhältnisse für Dich ideal sein (4 Schritte lang einatmen, 4 Schritte lang ausatmen --- oder 3 Schritte lang einatmen, 4 Schritte lang ausatmen --- oder eben ein ganz anderes Verhältnis 3:5?, 5:3? => austesten!).
Zu Beginn muss man da wohl noch verstärkt drauf achten, aber das wird nach relativ kurzer Zeit sehr schnell wie von selbst gehen. Du kannst die gleichmäßige Atmung mit einem Musikstück vergleichen, welches einen regelmäßigen Rhythmus aufweist.
Seitenstechen haben nichts damit zu tun, dass etwas "eingeklemmt" ist. Das Tempo zu variieren (vor allem nach UNTEN hin, also langsamer) kann Wunder bewirken. Aber rabiate Techniken á lá "jetzt erst recht volle Pulle" sind deutlich weniger erfolgsversprechend und eher schädlich!
Ich würde es an Deiner Stelle mit etwas mehr Geduld und Nachsicht gegenüber Deinem Körper probieren. Der ist nun mal keine Maschine, sondern sensibel. Und muss sich erst mal anpassen. Lauf lieber langsamer (und dafür ggf. etwas weiter) als schnell und hart. Wo wir schon mal dabei sind: Trainierst Du mit Pulsuhr? Das ist kein Muss und gerade hier im Forum häufen sich die Empfehlungen, als Anfänger nicht zu gierig nach den Pulswerten zu schielen, weil die zu Beginn noch nicht so repräsentativ sind. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Du zu oft zu nah an der anaeroben Schwelle rumrennst oder zumindest zu oft oberhalb der Schwelle des "Normalen Dauerlaufs" (mehr dazu unter www.running-life.de -> Running Life -> Reports -> Im Schneckentempo -> Die Belastungszonen).
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von schwarzwaldmadel » 03.10.2008 / 17:18
Aufgrund deines jungen Alters (wie beneidenswert!) und der Aussage das du stundenlang gebückte Haltung einnimmst, dann aber wieder halbstündlich schwer tragen musst, könnte es sein, das du einen Bauchmuskel angerissen oder überlastet hast? Wobei ich echt nicht weiß, ob man davon Seitenstechen bekommt.
Ansonsten hat speedy alles gesagt. Wenn man Schmerzen hat, setzt man nicht noch eins drauf!
Viel Spaß weiterhin beim Laufen und wenn´s deine Zeit erlaubt, kann ich einen netten Lauftreff nur empfehlen. Hilft oft über trübe Tage hinweg und ist auch sonst immer wieder unterhalt- und lehrsam.
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von jens77 » 03.10.2008 / 19:43
EINSPRUCH - bezüglich des Atemrhytmuses!
Bei mir ist es immer noch so, dass ich atme ohne darüber nachzudenken oder es zu kontrollieren (einatmen ... eins, zwo ... drei... ausatmen .... usw.). Und das ist bei jedem Lebewesen so - Du wirst geatmet - wenn Du so willst! Also mach Dir keine Gedanken darüber auf wieviel Schritte man jetzt einatmet und auf wieviel du ausatmest. Dein Rhytmus stellt sich von ganz allein ein. Schließlich ist dies auch von der Trainingsintensität abhängig. Bei einem langen Lauf wirst du viele Schritte je Atemzyklus machen, bei einem Sprint nur wenige.
Das einzige was man kontrollieren sollte, ist die Art und Weise des atmens (Bauchatmung, tiefes ausatmen) - der Rest kommt wie gesagt von ganz allein.
Am Ende wirst Du evtl. die von Speedy angeführten Atemzyklen haben - wer weiß. Ich habe vom 5:4 über 3:3 bis zum 1:1 Rhytmus alles im Repertoire.
Da das Zwerchfell eine Muskel-Sehnen-Platte ist, tippe ich am ehesten auf eine Überlastungserscheinung. Das Zwerchfell bestimmt letzlich unsere Atmung. Durch das Kontrahieren atmest Du ein, wenn es sich entspannt atmest du aus - und das geschieht alles unbewusst. Dein Seitenstechen kann daher, wie von Speedy angeführt an der Ernährungsweise oder am stark gesteigerten Training liegen. Sollten die Probleme anhalten musst Du auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen. Auch ein Zwerchfell kann einen Muskel(faser)riss haben oder sich entzünden, was man dann besonders beim tiefen einatmen spürt.
Alles Gute!
Jens
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von Raffus » 04.10.2008 / 23:39
Guten Abend
Dass ein Bauchmuskel von mir gerissen ist, glaub (hoff!) ich eher weniger, denke aber, dass ich dies ganz ausschliessen kann, da ich unterdessen dreimal unterwegs war, es lief sich problemlos. Im Nachhinein glaube ich, dass es mit der zu kuzfristigen Nahrungseinnahme und der Überanstrengung mit der Arbeit zu tun hatte, wenn ich vor Arbeiten und Frühstücken ging, wars kein Problem.
Atemrhythmus ist auch so eine Sache, wenn ich versuche den Rhythmus zu konzentrieren gehts in die Hose, wenn ich mich aber überhaupt nicht darauf konzentriere, läufts von alleine und funktioniert ganz gut.
Was mir heute aufgefallen ist, es läuft sich viel besser, wenn man abgelenkt ist. Wenn ich mich aufs Joggen konzentriere erschlaffe ich schnell, werde müde... aber wenn ich abgelenkt bin, läufts sich ganz von alleine  kennt ihr das, wie schätzt ihr dies ein, eher negativ, also man soll besser beim Joggen klar bei der Sache sein, oder positiv, ja man läuft abgelenkt besser und leichter.
Ablenken tat ich mich sonst mir Musik, war aber nicht fest genug, deswegen würde ich Hörbücher oder intensives Nachdenken empfehlen
lach
Gute Nacht 
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von Speedy » 06.10.2008 / 16:43
@Jens:
Ich dachte schon fast, Dich gibt's nicht mehr. Schön, von Dir zu lesen! Trotz vehementem Einspruch
Das wird natürlich nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird
Oder glaubst Du allen Ernsten, ich selbst würde nach den vielen, vielen Jahren des Laufens noch permanent mein Ein- und Ausatmen mitzählen?
Da kämen vielleicht Summen zusammen, sag' ich Dir!
Du hast insofern Recht, dass sich das über kurz oder lang von selbst einpendelt. Persönlich habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es Anfängern durchaus helfen kann, wenn Sie zu Beginn stärker auf ihre Atmung achten. Welchen Rhythmus sie nun wählen, ist eher sekundär. Wichtiger scheint mir eher, dass sie überhaupt einen Rhythmus finden, möglichst auch einen gleichmäßigen ("hecheln" sollte nicht im Repertoire sein!).
@Raffus
Schön, dass es nun besser läuft!
Also bzgl. "Ablenkung" kann ich jetzt nur für mich selbst sprechen, aber ich denke auf jeden Fall, dass ein Läufchen lockerer von der Hand geht, wenn man über verschiedene Dinge nachdenkt. Laufen hilft mir auch, den Kopf freizubekommen und Freiräume in den Gedanken zu entdecken, die man nicht sieht, wenn man immer nur verbohrt nach Lösungen sucht. Naja, okay - als ich mit 17 gelaufen bin, war dieser Faktor wahrscheinlich noch nicht so wichtig wie heute
Egal wie man es betrachtet: Spaß zu haben ist der entscheidende Punkt. Ohne Spaßfaktor dürfte es schwer (oder unmöglich) sein, dabei zu bleiben. Woraus man den Spaßaspekt nun bezieht ist dabei sekundär. Ob aus Freude an der Bewegung, der eigenen Fitness, der Möglichkeit den Kopf freizukriegen, mit Lauffreunden unterwegs zu sein, Musik oder Hörbücher zu hören,... jeder so wie er es am liebsten mag!
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von jens77 » 06.10.2008 / 20:19
@Speedy
Hab momentan viel zu tun, daher schaffe ich derzeit nicht so oft Kommentare abzugeben. So haben alle Anderen auch die Chance zu Wort zu kommen  .
Ich habe aber fleißig mitgelesen. Und diesmal hats eben in den Fingern gejuckt, da meiner Meinung nach zu viel Wissenschaft ums atmen betrieben wird. Dabei soll doch Laufen einfach sein - was es ja auch ist.
Ich gebe Dir Recht wenn es um das rumhecheln geht. Also den Atemrhytmus als Indikator für das (bei manchen zu schnelle) Tempo.
Aber seinen Laufrhytmus sollte man nicht über Atmung suchen. Nicht zuletzt hängt der Atemrhytmus sogar von der Schrittlänge ab. Wer schnell tippelt würde viele Schritte pro Zyklus, wer langsame Riesenschritte macht, wenige Schritte pro Zyklus schaffen. Stark vereinfacht ausgedrückt. Na wirds kompliziert?
Insofern halte ich es für sinnvoller seinen Laufrhytmus nach (Wohlfühl-, Gesundheits- oder Trainigsziel-)Herzfrequenz zu finden und sich ansonsten beatmen zu lassen.
Gruß
Jens
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