Steckt man jetzt die Nase raus und fühlt die Temperaturen, die bereits um halb elf herrschen, so wirkt diese Ankündigung mehr als realistisch.
Dieselben Leute, die sich noch vor zwei Wochen über den (weitgehend) ausbleibenden Sommer beschwert haben, stöhnen nun über die Hitze und finden ein neues Thema, um sich zu beklagen.
Läufern macht meiner Erfahrung nach die Hitze weniger zu schaffen. Gut, gut - während des Trainings unter Umständen schon, aber sie neigen weniger dazu, im Ruhezustand einen Kreislaufkollaps zu erleiden.
Wie auch immer: Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema Laufen bei Rekordhitze ins Gespräch bringen: Was waren die heißesten Temperaturen, bei denen ihr jemals gelaufen seit? Um welche Tageszeit, an welchem Ort und wann war das?
Mit dem allerbesten Beispiel voranjoggend (
Meine beiden heißesten Läufe waren 2003 und 2009.
2003 Sevilla
2003 sind wir nach Madrid geflogen und von dort aus mit dem Mietwagen nach Süden runter durchs Spanische Burgenland. Da das kein Reisebericht werden soll, verzichte ich auf die wirklich interessanten Erlebnisse während der Tour und beginne direkt mit unserer Ankunft in Sevilla. Dort hatte ich mich Nachmittags (!) darauf versteift, laufen gehen zu wollen. Gestartet wurde ab der Unterkunft im Stadtzentrum und von dort ging es direkt zum Fluss Guadalquivir. MENSCHENLEERE. Dazu ist zu sagen, dass weiter oben die Straße entlangführt, wo reger Verkehr herrschte. Von dort aus führt ein Hang nach unten, so dass sich am Flussufer die Hitze nur so staut. Trotzdem erschien mir das schöner, ruhiger und besser, als entlang der Straße und Abgase zu laufen. Die Temperaturen lagen bei 42 Grad im Schatten, am Flussufer aber herrschte nichts als Sonne und dort war es sehr viel heißer. Vielleicht 70-80 Grad, also Saunaatmosphäre. Zu trinken hatte ich auch nichts dabei, die Streckenlänge betrug 15 km und als ich auf dem Rückweg endlich wieder in den Schatten gelangte, bekam ich fast den Kälteschlag (bei 42 Grad, wohlgemerkt!). Gänsehaut, Zähneklappern. Zum Glück ging das recht schnell wieder vorbei.
2009 Death Valley
Letztes Jahr unternahmen wir eine Tour durch die USA. Kalifornien, Nevada, Louisianna, Mississippi.
Das Death Valley bietet mit dem "Badwater Bassin" den tiefsten Punkt (85,95 Meter unter NN) der westlichen Hemisphäre. Durch das Death Valley führt auch ein 135 Meilen langer Ultramarathon. Klar, dass ich da laufen musste, wo wir schon mal dort waren. Die Temperatur lag bei 48 Grad im Schatten - die höchste, dort jemals gemessene Temperatur beträgt, soweit ich mich erinnere, ca. 54 Grad. Schatten aber, der war weit und breit nicht zu sehen. Laufen war ich in der größten Mittagshitze, denn wir haben nicht im Death Valley übernachtet (die einzige Unterkunft war total überlaufen und überteuert), so dass ich nicht den späten Abend abwarten konnte. Im Death Valley herrscht eine sehr trockene Hitze, die einem gar nicht mal so heiß vorkommt. 48 Grad erscheinen dann auch nicht viel mehr als die 42 Grad in Sevilla.
... und eure Erfahrungen?
Ach ja: Zum Laufen in der Kälte habe ich auch noch eine nette Geschichte - aber das Wetter will momentan nicht so recht dazu passen.
Euer Speedy


