Ulmer Laufnacht und wie aus einem geplanten 100km Lauf nur 50km werden.
Seit einem Jahr stand es für mich fest daß ich am diesjährigen Ulmer Nachtlauf für 100km antreten werde. Training natürlich immer ohne Trainingsplan lief ganz gut bis im April. Hier fing es an mit immer wieder andere Zipperlein an den Gelenken und Muskeln und auch der ganze Körper war nicht mehr in richtiger Form. Lief zwar im Mai einen Erlebnislauf mit 80km, aber es war nicht der Lauf wie ich gewohnt war einfach kein Lauf zum Frohlocken. Die Wettkämpfe waren meist mit ungereimheiten von Beschwerden die es doch nicht waren, gespickt. Die letzten drei Wochen ging es wieder aufwärts die Ungereimheiten hörten auf und somit war für den Ulmer Nachtlauf alles klar. Der Wetterbericht mit den hohen Temperaturen warf einen Schatten vorraus, angenehmes kühles Wetter ist mir an Wettkämpfen lieber. Die Anfahrt am Freitag nach Blaustein war heiß und es ließ auch keine Erwartung zu das sich das ändern sollte. Einen Parkplatz konnte ich in Blaustein vor der Halle gerade noch erschleichen und damit stand dem Abholen der Startunterlagen nichts mehr entgegen. Die Spätzlepartie ließ ich ausfallen, weil ich erstens solches Essen verabscheue und zweiens in der Mensa so dermaßen drückende Luft war das damit kein Bissen runtergeht. Um 21.30 war ein Briefing angesetzt mit den letzten Infos und mit den bittenden Anliegen nichts zu übertreiben wegen der Wärme und besser bei 50 oder 80km aussteigen mit Wertung in der jeweiligen km-Klasse als vom Notartzt versorgt zu werden. Da ich einen Fahrradbegleiter angemietet habe war dafür um 22Uhr die Zusammenführung und die Gepäckübergabe angesetzt. Muß sagen, die Organisation und die Freundlichkeit aller beteiligten Helfern waren an diesen beiden Tagen hervorragend.
Vor dem Start um 23 Uhr war im Stadion noch ein Ballonglühen und ein hervogendes Feuerwerk zu sehen, es war eine Stimmung ganz anders als bei anderen Starts einfach die eine innere Hochstimmung etwas Besonderes bewirkte. Nach dem Feuerwerk um 23 Uhr erfolgte der Startschuß und der Pulk der Läufer setzte sich in Bewegung aber ohne Hektik wie an anderen Wettkämpfen, es rollte an und nahm damit seinen Lauf die nach einer halben Runde Stadion dieses verließ. Hatte mir vorgenommen normal wie in meinen Trainingsläufen zu laufen und grob gesagt für jeweils 10km mit Pause 1Std. zu benötigen. Es war auch das erstemal das ich richtig mit Stirnlampe lief das ich bisher verabscheute. Hatte mir so ein billiges Ding vom Aldi besorgt und war überrascht wie hell sie leuchtet, machte sie aber immer wieder aus wenn ich den Laufweg einigermaßen im Dunkeln erkennen konnte. Nach ca. 4km ging es leicht stetig bergan wobei mir die Mitläufer zu langsam wurde und ich mich entschloß meinen Trainingslauf durchzulaufen auch mit dem Hintergedanken das wenn es auf die Dauer nicht möglich ist, dann eventuell abzubrechen aber auf keinen Fall Körperliche-, Gelenk- oder Muskelnbeschwerden einzugehen. Gerade dieser erste Anstieg war für mich erste Sahne konnte etliche Gruppierungen einholen und es machte Spass im Finstern ohne Stirnlampe zu laufen. Die erste Verpflegungsstadion konnte ich in der für mich festgesetzen Zeit mit Pause um 24Uhr verlassen. Die folgenden 10km war weiter ein überholen oder überholt werden die ein benutzen der Stirnlampe kaum benötigte weil genügend Licht von anderen vorhanden war. Die Schlange von Läufern sah nachts aus wie eine Spur von Glühwürmern man konnte weit vorraus die Läufer ausmachen. Die 20km damit die 2. Verpflegungsstadion verließ ich nach 1:55 Std. also mit geplanten Werten.
Der Lauf in der Nacht hat was für sich, mir gefällt sowas ganz besonders an ein paar Stellen war man wirklich an die Stirnlampe angewiesen weil man ansonsten ins Nichts läuft besonders dann wenn man auf Wiesenwegen unterwegs war. Die Zeit verstrich im Nu, fühlte mich richtig angenehm und immer wieder einfach nur Laufen die Füsse machten mit ohne murren ohne Hinweise das sie noch vorhanden sind. Versorgungsstelle 3 in Oberkirchberg wollte daran vorbeilaufen als der Ruf von Dede(Forumkollege von Lauftipps.de) ertönte. Der Ruf ließ mich stoppen, mußte doch noch ein paar Worte wechseln hat mich natürlich gefreut ihn zu treffen da ich ihn auch nicht erwartet habe, hatte ihn auf der Abifeier seines Sohnes vermutet. Weiter ging der Nachtlauf, ab Kilometer 40 wurden die Kilometer länger und die Mitläufer seltener. Plötzlich war kämpfen angesagt, mein Unding zuwenig zu trinken obwohl genügend dabei der Radbegleiter Reinhard Mücke der mit meinen Trinkvorrat immer zu Verfügung war wie ich wollte. Aber meine Unvernunft trotz Übervorrat zu wenig zu trinken machte sich jetzt bemerkbar und ich kenne das was jetzt kommt öfters der Drang auszutreten mit den Erfolg nur ein paar Tropfen abzugeben und dann nur noch zu kämpfen. Mit Krämpfen zu rechnen und weiter zu kämpfen um die restlichen nochmals 50km in die Wärme hineinzulaufen und am Ende ausgelaugt am Ende ins Ziel zu torkeln will ich mir das antun? Hatte für mich hinundher überlegt und mich dann für den endgültigen Ausstieg entschieden, auszusteigen bei 50 km mit einer noch relativen guten Zeit mit einem Lächeln noch die 50km beenden.
Habe damit den Radbegleiter überrascht, dieser hatte nicht damit gerechnet, da meine Zeit noch im normalen Rythmus war. Hier noch ein herzlichsten Dank an Reinhard der mich hervorragend begleitet hat, Dede richte im das aus wenn Du ihn triffst. Habe mich in Ulm an der 50km Aufzeichnung gemeldet die Aufgabe meines Laufes gemeldet und konnte ein paar Minuten später mit einem Shuutlebus mit anderen aufgegebenen Läufern die Rückfahrt nach Blaustein antreten. In Blaustein rein in die Sporthalle zum Schlafen nach ein paar kurzen Krämpfen die richtige Schlaflage erreicht und gut geschlafen bis 6:30. Nach dem Schlafen umgezogen und ab ins Stadion um das eintreffen der Läufer zu begrüßen.
War heilfroh das ich für meinen Abbruch entschieden habe, keinerlei Beschwerden mit den Füssen aber massive Entzündungen in den Achseln und an den Genitalien der Schweiß und die Bewegungen hatten es in sich. Bei der Aufgabe spürrte ich noch gar nichts tat nichts weh oder spannte und jetzt das. Wäre ich weiter gelaufen hätte dies bestimmt mit Schmerzen geendet. Am Stadion gab es dann Tee, Kaffee und Weckle, Hefezopf und Bananen, so daß man den Morgen gut überstehen konnte.
Bin froh für meine Entscheidung für 50km entschieden zu haben in der Zeit von 05:01:30 und damit 1. in der Altersklasse und Gesamt 15. laut Urkundenausdruck obwohl nach Internetzeitausdruck als Gesamt 20. erscheint. Ein Rätsel der mich nicht zum Nachdenken anstiftet. Denke heute nach meinen Trainingslauf ohne wehwechen an den schönen hervorragend organisierten Lauf zurück der bestimmt eine Neuauflage erfährt.
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Gruß Wasseronkel



