Sightseeing und Bestzeit in Potsdam

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Sightseeing und Bestzeit in Potsdam

Beitragvon rebmon » 04.06.2007 / 10:41

Hallo Leute,

Der zweite Halbmarathon in meiner noch jungen Läuferkarriere führte mich nach Potsdam zum Schlössermarathon.
Schon am Hauptbahnhof begrüßten uns Helfer, was auf eine durchdachte Organisation schließen ließ. Nach zehnminütigem Warten an der Straßenbahnhaltestelle, zusammen mit angetrunkenen Diskoheimkehrern, ging es auf zum Start- und Zielgebiet am Luftschiffhafen, der Wiege der Potsdamer Sportgeschichte. Dieses Stadion mit seiner historischen Holztribüne ist an sich schon eine Sehenswürdigkeit, aber es sollte nicht die einzige für diesen Tag bleiben.
Noch gut eine Stunde bis zum Start. Zu diesem Zeitpunkt sind Umkleidemöglichkeiten und Toiletten in ausreichendem Maße vorhanden und es blieb genug Zeit, sich das Gelände des Olympiastützpunktes in lockerem Trab anzuschauen. Im Vorfeld zeigte sich aber auch das größte Manko der Organisation: Die Kleiderbeutelannahme produzierte eine lange Schlange, und damit auch dementsprechende Wartezeiten von mehr als zwanzig Minuten. Jedoch konnte man seinen Beutel früh abgeben, da die Laufhalle des Geländes zum Einlaufen genutzt werden konnte, und man so den frischen Temperaturen entging.
Doch genug der Vorrede. Mit fünfzehn Minuten Verspätung fiel der Startschuss und langsam und ohne Gedränge setzte sich das gut 2700 Teilnehmer zählende Feld in Bewegung.
Auf der 3,5km langen Gerade, die sich dem Start anschloss, zog sich das Feld weit auseinander und man konnte ruhig sein Tempo finden. Beim ersten Verpflegungspunkt warteten das Brandenburger Tor und die ersten Zuschauer auf die Läufer. Weiter ging es vorbei am Nauener Tor, durch das Holländische Viertel und die ersten Höhenmeter hinauf zur Humboldtbrücke, die einen traumhaften Blick auf den zu durchlaufenden Park Babelsberg bot. In einer 180°-Kurve verließen wir nun die Asphaltstrecke. Auf Schotter ging es vorbei am Schloss Babelsberg.
Eine giftige kleine Steigung führte in das Berliner Stadtgebiet, das bis zur Glienicker Brücke durchlaufen wurde. An diesem Ort wurden zu Zeiten des Kalten Krieges Diplomaten zwischen Ost und West ausgetauscht. Am Ufer des Jungfernsees entlang erreichten wir schon die 10km-Marke.
Eine weitere Steigung führte hinauf zum Schloss Cecilienhof und der Meierei. Hier war die Strecke wirklich schlecht zu laufen und ich war froh, als wir wieder Asphalt und den Schuhen hatten. Nach einer kleinen Pause, in der ich die mitgebrachten Felsbrocken aus meinen Sohlen entfernte ;) ging es in hohem Tempo hinunter zur Alexandrovka. In dieser Siedlung, in der alle Häuser nach russischem Vorbild gebaut sind kam auch zum ersten Mal richtig Stimmung auf.
Doch nun, bei Kilometer 15 ging die Sightseeingtour erst richtig los: Das Krongut Bornstedt, Schloss Sanssouci und die historische Mühle wurden in schneller Abfolge passiert. Weiter ging es vorbei an der Orangerie, dem Drachenhaus und Belvedere auf abschüssiger Straße.
Den letzten langen Anstieg ging es hinauf zum Neuen Palais, wo noch einmal Zuschauer warteten.
Nach 18 Kilometern wurden die Beine langsam schwer und die engen Kurven rund um den Kaiserbahnhof trugen nicht gerade zur Motivation bei. Durch den Wilden Park ging es, vorbei an einer langen Schlange fluchender Autofahrer, zurück zum Luftschiffhafen. Schon von weitem hörte man die Ansagen des Stadionsprechers, was bei allen um mich herum die zweite Luft auslöste.
Im Stadion angekommen wartete doch eine stattliche Anzahl Zuschauer und ich beschloss auf einen Endspurt zu verzichten und stattdessen meine Leistung zu feiern: 1:41:30. Satte 17 (!!!) Minuten schneller als in Berlin.
Glücklich und erschöpf reihte ich mich in die Kleiderbeutelschlange ein. Bis auf diesen Mangel war die Organisation wirklich perfekt.
Fazit: Ein wirklich lohnender Lauf vorbei an fast allen Sehenswürdigkeiten dieser schönen Stadt. Eine gute Organisation und nette Läufer runden das Bild ab. Und wer Lust auf mehr hat, kann sich ja auf de zweite Runde machen :)

Grüße René
rebmon
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Beitragvon Gabi » 05.06.2007 / 21:44

Hallo René,

ich habe deinen Bericht mit viel Interesse gelesen. Fast konnte ich mir die herrliche Landschaft bei diesem Lauf vorstellen. Genial. Ich denke, diese Aussicht hat dich bestimmt beflügelt.
Auch mein Schwachpunkt kommt immer so bei km 18. Da heißt es dann wirklich durchhalten und die Zähne zusammenbeißen. Glückwunsch, dass du diesen Lauf so toll gemeistert hast und Danke, für deinen tollen Bericht. Den HM in Berlin habe ich, weil ich eine Bekannte dort habe fürs nächste Jahr ins Auge gefasst. Potsdam wäre sicherlich noch toller.

Viele Grüße
Gabi
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