Feldberglauf 2008

Hier ist Raum für eure Lauferlebnisse, Höhepunkte bei Wettkämpfen und Kurioses, das euch während eurer Läufe widerfahren ist.

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Feldberglauf 2008

Beitragvon achim166 » 02.06.2008 / 12:18

Den Feldberg kannte ich bislang nur weiß verhüllt vom Boarden oder als kurzen Seitenblick auf der Durchreise. Jetzt sollte er laufenderweise erobert werden, immerhin eine Strecke von 53 km vom Start in Pfohren bei Donaueschingen bis zum großen Parkplatz oberhalb des Feldberger Hofs. Ach ja, hoch geht´s natürlich auch, immerhin rund 1400 Höhenmeter auf der Strecke. Der Lauf wird seit 2005 vom Lauftreff des FC Pfohren organisiert, also von Läufern für Läufer. 9 Verpflegungsstationen gibt es, die durch die Crew der beiden Begleit-PKW immer rechtzeitig vor Eintreffen der Läuferschar aufgebaut und ratz-fatz nach deren Entschwinden wieder abgebaut werden.
Rund 20 der Teilnehmer finden sich kurz vor 8:00 Uhr am Clubheim des FC Pfohren ein. Der besseren Logistik wegen gibt es noch einen schnellen Transfer zur Festhalle, obligatorische Fotos der Lokalredakteure für die Zeitungen und dann geht es los. Altersmäßig sind gut und gerne 3 Generationen vertreten, von ihren bisherigen Laufabenteuern her haben nur wenige Ultra-Erfahrung. Fast alle haben bereits einen oder mehrere Marathonteilnahmen vorzuweisen, trotzdem ist zumindest meinerseits der Respekt vor diesem ersten, wenn auch zaghaften Vorstoß in Ultra-Regionen riesengroß.
Als 4-Seen-Lauf könnte er auch bezeichnet werden und den ersten haben wir bereits nach einem guten Kilometer erreicht, den Riedsee zwischen Pfohren und Hüfingen. In Hüfingen stoßen an der ersten Verpflegungsstelle weitere Läufer zu uns und entlang der Breg geht es weiter nach Bräunlingen, der Stadt des Schwarzwald-Marathons. Hier werden wir mit ohrenbetäubender Geräuschkulisse von der LLG Prünster empfangen. Auf der Strecke des Schwarzwald-Marathons, aber in umgekehrter Richtung geht es zum 2. See, dem Kirnberg-Stausee kurz vor Unterbränd. Hier wartet schon die 3. Verpflegungsstelle und weitere Begleitläufer aus der Region. Es stellt sich allmählich eine gewisse Routine ein, das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit wächst.
Das Tempo wird bewusst niedrig gehalten, schließlich handelt es sich hier um einen Landschafts- und Erlebnislauf - "gruppendynamisches" Laufen ist angesagt. So gibt es unterwegs viel zu erzählen, jeder berichtet von seinen positiven und auch negativen Erfahrungen und Erwartungen an die nähere und vielleicht auch fernere Zukunft. Dass es sich um einen Landschaftslauf handelt, stellen wir jetzt spätestens mit Eindringen in den "richtigen" Schwarzwald fest. Die Lange Allee liegt vor uns, noch berüchtigt aus den Tagen auf der Originalstrecke des Schwarzwald-Marathons, mit bald 10 km Länge in schnurgerader Richtung. Weit schauen können wir aber trotzdem nicht immer, denn während die früheren - auf einem kürzeren Teilstück auch die heutigen - Marathonis die Lange Allee hinab liefen und hier so manche Minute gutmachen konnten, geht es für uns bergan. Und auch wenn hinter der nächsten nicht überschaubaren Kuppe ein Ende oder zumindest ein Richtungswechsel erwartet wird, es kommt nur eine noch höhere Kuppe. Aber unsere hilfsbereite Versorgungscrew lässt uns nicht im Stich und steht an 2 strategisch gut platzierten Punkten, gerade da, wo es allmählich beginnt zäh zu werden.
Kurz vor Eisenbach haben wir 1000 m erreicht, bald darauf geht es erst einmal wieder bergab - leider nach Meinung vieler, aber anders ist der Feldberg nicht zu erreichen. Über Schwärzenbach und Langenordnach erreichen wir die letzten Ausläufer von Neustadt und dann auch Titisee, wo bei dem schönen Wetter eine wahre Völkerwanderung an Touristen und Einheimischen unterwegs ist. Am Südostufer des Titisees geht es auf einem wunderbar schattigen und fast ebenen Waldweg dahin, jetzt wartet nur noch ein See auf uns, der Feldsee unter dem Feldberg. Leider gibt es nach dem Titisee für einige Kilometer nur die Straße das Bärental hoch, aber zumindest mit Fußweg, sodass keiner auf der Straße laufen muss. Irgendwann geht es rechts ab in Richtung Wanderparkplatz unterhalb des Feldsees und wenn es sich hierbei auch "nur" um eine weitere Asphaltstrasse handelt, so ist es doch wieder ruhiger. Unsere Gruppe hat sich mittlerweile etwas auseinander gezogen, aber das ist kein Problem, da es immer der Nase nach geht und darauf geachtet wird, dass keiner am Ende alleine läuft.
An der letzten Verpflegungsstelle heißt es noch einmal ordentlich auftanken in fester und flüssiger Form, denn bis zum Feldberg sind es noch gut 6 km und bald 300 Höhenmeter, so weit müssen die Reserven reichen. Für mich ist es erstaunlich, was ich bislang alles getrunken und gegessen habe, eigentlich kann ich Nahrung in fester Form während eines Laufes nicht so gut vertragen. Aber bei unserem immer noch sehr moderaten Tempo funktioniert die Verdauung wohl besser, sodass die Nährstoffe auch da ankommen, wo sie benötigt werden. Fast die ganze Zeit war ich mit einem Puls von 65 bis 70 % der maximalen Herzfrequenz unterwegs, erst jetzt zum Ende steigen die Werte an. Allerdings ist es hier in dem recht engen Tal auch einigermaßen warm und kein Wind zu spüren. So geht es stetig bergan und ich stelle mir die Frage, wer denn so verrückt sein kann, einen See auf über 1100 m Höhe anzulegen - schließlich läuft Wasser doch immer bergab. Wie zum Beweis bedecken großflächig aus dem Wald geschwemmte Kiefern- und Tannennadeln den mit steinigem Geröll übersäten Boden, eine Folge der Regengüsse der vergangenen Tage. Aber uns ist der Wettergott immer noch gnädig, der Tag ist für so einen Lauf wie geschaffen. Nicht umsonst habe ich schon des Öfteren insgeheim vermutet, dass Petrus selber Läufer oder uns zumindest wohl gesonnen ist.
Am Ufer des Feldsees warten wir auf die vor uns liegende Gruppe, die noch den See umrundet. So ist jetzt auch der 4. See des "Vier-Seen-Laufs" erreicht und es bleibt nur noch der Natursteig zum Feldberg hinauf. Von oben begegnen uns 2 Wanderer, die nicht glauben wollen, wo wir heute morgen aufgebrochen sind. Jetzt ist noch einmal Konzentration gefragt, denn jeder Laufschritt muss in dem trotz Wald schon fast alpin anmutenden Gelände gut platziert sein. Aber auch dieser Steig mit Wurzeln, quer liegenden Baumstämmen und kniehohen Felsblöcken geht nach ca. 1 km in einen grob geschotterten Pfad über und plötzlich ist es geschafft. Die "Einweiserin" unserer Versorgungscrew kommt uns entgegen und da stehen am Rande des im Gegensatz zum Wintersporttrubel jetzt so leeren Parkplatzes unsere beiden Fahrzeuge. Nach knapp 6 Stunden Laufzeit ist das Ziel erreicht. Die ganz Unentwegten machen noch eine Runde zum mit 1495 m höchsten Punkt des Feldbergs im Schwarzwald. Nach dem obligatorischen Gipfelbild, erneuter Nahrungsaufnahme - auch hier bei nun gar nicht mehr angenehmen Temperaturen und einem recht frischen Wind hat unsere nimmermüde Versorgungscrew das Büffet aufgebaut - und einem schnellen Kleiderwechsel geht es zum schon bereit stehenden Bus. Und rechtzeitig, bevor aus den schon fallenden Regentropfen noch mehr wird, sitzen wir mit stolzgeschwellter Brust im Bus, der uns mit einem kurzen Zwischenstopp in Hüfingen zurück nach Pfohren bringt.
Resümee : Ein unbedingtes Ja zu diesem Lauf, hervorragend organisiert - das kann ich ohne Eigenlob sagen, denn auch wenn ich die beiden Organisatoren seit rund 8 Jahren kenne, hatte ich damit noch nichts zu tun - und in landschaftlich wunderschöner Umgebung ist er für jeden Läufer, der wissen möchte, wie es nach dem Marathon weitergeht, sehr zu empfehlen. Auf jeden Fall macht der Feldberg-Lauf Appetit auf mehr und wird mich im nächsten Jahr wieder sehen. Und wer weiß, vielleicht nimmt das Gedankenprojekt von Thomas und Wolfi, einen ein- oder mehrtägigen Lauf am Westrand des Schwarzwaldes durchzuführen konkrete Formen an. Wir werden sehen und alle Interessenten auf dem "Laufenden" halten.
achim166
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Beitragvon schwarzwaldmadel » 02.06.2008 / 15:55

:D Ganz genau so war es! Ich kann alles nur bestätigen. :D Es war rundum supersuperschön. Der Lauf war 1a organisiert und landschaftlich wunderschön gelegen. Aber was es im Besonderen ausgemacht hat waren die vielen wirklich netten und intressanten Leute die man kennengelernt und die tollen Gespräche die man während 54km (du hast die Extrarunde um den Feldsee vergessen)geführt hat.
Nochmal herzlichen Dank an Thomas und Wolfi vom FC Pfohren. Ich freu mich auf alle Fälle, wenn ich mal wieder was von euch höre.
Andrea
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