Eine Muskelzerrung – Ärzte sprechen von "Distension" – bezeichnet den Vorgang einer unphysiologisch ablaufenden
Muskeldehnung. Im Gegensatz zum Muskelfaserriss liegt kein Gewebeschaden vor. Wer eine Muskelzerrung ignoriert
und einfach weiterläuft, riskiert allerdings, dass sich die Muskelzerrung zu einem Muskelfaserriss ausweitet.
Ähnlich wie beim Muskelkater kommt es zu feinen Rissen in den Muskelfasern.
Gegenmaßnahmen:
Vorbeugend: Wärmen Sie sich zu Beginn des Laufs auf. Da nicht auf kalte Muskulatur gestretched werden sollte,
kann man sich dazu einige Minuten lang in lockerem Tempo warmlaufen und dann das Stretchingprogramm einbauen.
Lang dauernde Beanspruchung kann zu einer Muskelzerrung führen. Auch deshalb sollte die Länge der Läufe
nach und nach gesteigert werden. Wer bisher maximal 10 km gelaufen ist, sollte darauf verzichten, von heute
auf morgen den Trainingsumfang auf z.B. 15 km zu steigern.
Sollte es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu einer Muskelzerrung kommen, unterbrechen Sie das Lauftraining so schnell
wie möglich. Linderung wird erreicht, indem das Bein hochgelegt und gekühlt wird. Nach zwei Tagen hilft dann
Wärme, wie beim Thema "Muskelkater" beschrieben z.B. in Form von Bädern, heißen Umschlägen oder dem Saunagang.
Auf Stretching sollte verzichtet werden. Leichte Belastung (z.B. ein Spaziergang) kann nach Ablauf der akuten
Schmerzphase den Heilungsprozess beschleunigen. Eine Muskelzerrung kann mehrere Wochen lang andauern. In dieser
Zeit sollte nur unterhalb der Schmerzgrenze trainiert werden. Besondern bieten sich alternative Sportarten
wie Radfahren an, um die Fitness zu halten, ohne die schmerzenden Partien unnötig zu beanspruchen.