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Archiv: Die Jahresbesten 2005 | 2006 | 2007 | 2008| 2009| 2010

Aktuell: Die Jahresbesten 2011


Interviewserie 2005 mit:

Frauen: Laufanja Zwergli33 flotterflitzer Watschelelke

Männer: RolfTill Manfred1954 semimarathon Fredy
  Macarma42 dw114999 laufrabe Christoph
  Speedy      


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Das Interview

Vom 24.05 bis 31.05.2006 hieß es Abschied nehmen. Speedy stellte sich als letzter unserem Interview.

Mit unserem dreizehnten Interview nach ebenso vielen Wochen neigte sich der Interview-Marathon seinem Ende entgegen. Rund 260 Frage wurden gestellt, ebenso viele Antworten gegeben. Ein echter "Ultra" und, in Läufer-Theoremen ausgedrückt, ein sechsfacher Marathon :o).


Hallo Speedy!
Sie sind der letzte in unserer Interviewreihe. Grämt Sie das nicht irgendwie?

Ach, das geht schon in Ordnung. Die anderen waren dieses Mal einfach schneller. Ich habe mir mit dem Termin für das Interview wohl einfach zu viel Zeit gelassen...

Zunächst möchten wir uns nach einigen statistischen Daten erkundigen. Wie sieht es bei Ihnen bezüglich Alter, Größe, Gewicht und Körperfettanteil aus?

34 Jahre, 185 cm, 74 Kg, 8,5% Körperfett.

Wie viele Jahre laufen Sie jetzt schon?

Da muss ich erst einmal überlegen... 17 Jahre... ist das wirklich schon so lange?

Was war der Grund/die Motivation, dass Sie mit dem Laufen begonnen haben?

Ich war in einen wirklich unangenehmen Verkehrsunfall verwickelt. Zwar schuldlos, aber wen schert das schon? Letztendlich zählt das Ergebnis und das war, dass es mir danach nicht gerade optimal gut ging.
Aufgrund der Verletzungen war erst einmal 2 Jahre sportfreie Zeit angesagt. Als ich dann beim Schulsport wieder mitmachen "durfte", war natürlich gleich beim zweiten Mal ein 5 km Lauf angesetzt.
Ich weiß nicht, wie ich den überstanden habe, aber ich kotzte mir danach beinahe auf die Füße und es gab in der doch ziemlich großen Sportgruppe gerade mal 2 Leute, die es irgendwie geschafft hatten, noch langsamer unterwegs zu sein als ich.
Schwacher Trost... Jedenfalls stand für mich fest, dass sich da dringend etwas ändern musste. Danach kam zunächst ein ziemlich langer Leidensweg. Es ging ja wirklich von "Unterhalb von Null" los.
Damals war ich in Freiburg und es kam ab und an vor, dass Herbert Steffny mit einem Lauffreund auf "meiner" Strecke unterwegs war. Irgendwie musste ich das immer bewundern, wie locker und luftig die unterwegs waren.

Betreiben Sie noch andere Sportarten? Welche und wie häufig?

Also derzeit nur noch Fitness-Training und (zweckorientiertes von Punkt A nach Punkt B führendes) Radfahren. Früher kamen über ein Dutzend Sportarten zusammen. Aus völlig verschiedenen Kategorien.

Laufen Sie eher in der Gruppe, oder überwiegend allein? Warum?

Meistens allein. 1x die Woche ist Laufgruppe angesagt. Das ist eine nette Abwechslung, man kann miteinander plaudern und meistens geht es in beschaulichem Tempo durch den Wald. Dennoch möchte ich die einsamen Läufe (wenn man das so nennen kann, schließlich trifft man doch öfter mal Lauf-Bekannte) nicht missen. Da kann man sein eigenes Tempo laufen, je nach Tagesform und Umstände genau das durchziehen, was gerade passend scheint. Ob Regenerationslauf oder Wohlfühltempo, ob Intervalltraining oder flottes Tempoläufchen.

Auf wie vielen unterschiedlichen Laufstrecken laufen Sie regelmäßig?

In der Stadt ist die Auswahl naturgemäß begrenzt wenn man nicht die Straßen hoch und runterlaufen will und dabei Abgase schnuppern. Es bleiben die unterschiedlichen Varianten der Strecken im Stadtwald und am Rhein übrig.

Wie schaut es mit Ihrem Laufstreckenprofil aus?
In was für einem Gelände laufen Sie im Training überwiegend?

Überwiegend flach, entweder auf Asphalt oder auf Waldwegen. Im Stadtwald kann man einige Hügel rauf und runterflitzen um so ein wenig "Berglauf" zu simulieren.

Wann laufen Sie am häufigsten (Morgens/Mittags/Nachmittags/Abends)?

Unter der Woche entweder in der Mittagspause oder Abends. Am Wochenende meist morgens oder am frühen Mittag.

Zum "inneren Schweinehund":
Wie motivieren Sie sich, wenn Sie einmal keine Lust zum Laufen haben?

Das kommt eigentlich nicht so oft vor. Ab einem gewissen Trainingsumfang fällt es eher schwer, auch mal kürzer zu treten. Dann fühlt man sich oft wunderbar schuldig ;-)
Mir hilft es auch, Lauftagebuch zu führen. Da behalte ich die Übersicht, wann eigentlich wo was und wie schnell war.

Wie viele paar Laufschuhe besitzen Sie welche aktuell noch in Verwendung sind?

4 Paar.

... und welches ist Ihre Lieblings-Laufschuhmarke – warum?

Spielt eigentlich keine so große Rolle. Wegen Hohlfuß sind die Einlagen wichtiger als der Laufschuh. Der muss natürlich auch passen, gut dämpfen, Halt bieten.

Wie viele Wettkämpfe sind Sie im letzten Jahr (2005) gelaufen?

Zwei Zehner, Zwei Halbmarathon und einen Marathon.

Was ist Ihr läuferisches Ziel für dieses Jahr bzw. kurz-, mittel- und langfristig?

Dieses Jahr würde ich gerne beim Marathon etwas näher an die magische 3-Stunden-Grenze rücken. Längerfristig hoffe ich, unter 3 Stunden zu kommen. Das wäre aber wahrscheinlich frühestens nächstes Jahr drin. Vielleicht schaffe ich es auch nie. Aber:
Hört nicht auf zu träumen!

Hatten Sie (wie wohl die meisten von uns) schon einmal durch das Laufen verursachte gesundheitliche Probleme?

Eigentlich nur eine Sache, die nervt dafür umso mehr: Durch den Hohlfuß und rund 14 Jahre Lauftraining ohne Einlagen (bei denen es keine Probleme gab), sind plötzlich Verhärtungen an beiden Fußsehnen entstanden. "Myogelose" wusste der Fachmann das Kind sogleich beim Namen zu nennen.
Ich habe bei 5 unterschiedlichen Orthopäden die Erfahrung gemacht, dass die gerne die Hand aufhalten, aber wenig zu helfen wissen. Z.t. muss man wochenlang auf einen Termin warten, verbringt dann noch mal einige Stunden im Wartezimmer und bei der Audienz (die nach wenigen Minuten vorbei ist) schaut der Arzt oft nicht mal richtig hin.
Das Originellste, was man sich da erhoffen kann, ist das Verschreiben von Einlagen und ggf. Massage/Physiotherapie wobei wegen der Gesundheitsreform bei letzterem geknausert wird. Mit 6x Behandlung ist solchen Problemen aber nun mal nicht beizukommen.

Wenn man andererseits berücksichtigt, wie viele Kosten wir aktiven Läufer den Krankenkassen ersparen, weil es oft nicht (oder nicht so früh) zu den bei Nicht-Sportlern üblichen gesundheitlichen Problemen kommt, dann ist das alles ein großer Witz...

Treten solche Überlastungsbeschwerden nur sporadisch oder regelmäßig auf?

Es sieht nicht so aus, als gehen die Myogelosen noch mal weg. Aber mit Einlagen lässt es sich dennoch laufen.

Was tun Sie dagegen?

Umfangreiches Stretching nach dem Laufen gehört immer dazu. Was die Geschichte mit den Myogelosen betrifft, da habe ich noch keine Lösung gefunden. Weder Massagen noch Physiotherapie brachten Erfolge.

Ihre Ausrüstung: Was verwenden Sie außer Laufschuhen und Laufbekleidung noch? Von welchen Marken?

Eigentlich verwende ich nur Laufschuhe und Funktionsbekleidung. Und natürlich eine Pulsuhr. Wobei ich mich nur selten dazu überwinden kann, den Pulsgurt umzuschnallen. Das Teil nervt irgendwie. Und bei längeren Läufen (30 km und mehr), wo z.B. in der Marathonvorbereitung die Pulserfassung sinnvoll ist, schubelt der Gurt und erzeugt wunde Stellen. Nicht so toll.

Laufliteratur: Lesen Sie Bücher über das Laufen, Laufzeitschriften oder Online-Redaktionsbeiträge? Welche?

Im Laufe der Jahre habe ich schon das eine oder andere Buch gelesen. Aber ich informiere mich nicht regelmäßig sondern eher zielorientiert. Wenn ich z.B. Antworten zu Fragen suche (die sich oft aus der täglichen Laufpraxis ergeben), dann schaue ich, wo ich die finden kann. Oft wird man auch im Internet fündig. Wobei man kritisch bleiben sollte: Nicht alle Tipps auf allen Laufseiten sind auch sinnvoll.

Achten Sie speziell auf Ihre Ernährung – z.B. vegetarische Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel?
Ist dies fortwährend der Fall oder nur sporadisch (z.B. die letzten Wochen/Monate vor einem Marathon)?

Ich ernähre mich nicht so furchtbar gesund, aber auch nicht direkt schlecht. Fleisch kommt gar nicht auf den Teller. Ab und zu was Süßes, das hat schon was. Beim Obst müsste ich doch etwas regelmäßiger zugreifen. Was ich insbsondere bei gezielter Vorbereitung für einen Marathon auch tue.

Thema Nahrungsergänzungsmittel:
Bei extensivem Training und sehr vielen Kilometern kommen schon mal Brausetabletten mit Magnesium zum Einsatz. Außerdem ausreichend Salz. Grundsätzlich halte ich jedoch nicht so viel davon.
Wenn man einen Fitnessriegel konsequent weiterentwickelt und dabei keine Mühe scheut, wird man am Ende bei einer Banane landen!
Was der Körper braucht findet man günstiger (und besser verträglich) in Gemüse und Obst.

Zu guter Letzt: Wir alle haben einmal angefangen, sind vom Nicht-Läufer zum Läufer mutiert. Welche Tipps oder welche Ratschläge würden Sie einem Anfänger mit auf den Weg geben, damit es klappt und er (oder sie) dabei bleibt?

Leute: Nehmt euch nicht so viel auf einmal vor!
Für den Anfang lieber kürzere Strecken und nur (zeitlich) relativ kurze Laufeinheiten, dafür aber regelmäßig - 3x die Woche dürfen es schon sein.
Wichtig ist, so langsam anzufangen, dass man das Laufen nicht nur als Mühsal und Last empfindet. Es ist nicht unbedingt schwer, mit dem Laufen anzufangen. Aber es ist für Anfänger schwer, dabei zu bleiben. Oft wollen Anfänger viel zu viel auf einmal und laufen vor allem viel zu schnell. Und nach einigen Wochen ist der Zauber in sehr vielen Fällen schon wieder vorbei. Man braucht Geduld. Es dauert eben einige Wochen oder einige Monate, bis der Körper sich daran gewöhnt hat. Aber dann ist der Einstieg in der Regel auch geschafft und mit steigender Form folgt auch immer mehr Spaß.
Ich wünsche euch super Läufe!
Euer Speedy.

Wir bedanken uns für dieses Interview.

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