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Laufen in China

RUNNING in CHINA: Angezeigt wird: 9 von 15

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Tongling in der Provinz Anhui ist eine chinesische Kleinstadt. Rund 26 der 700.000 registrierten Einwohner sind Ausländer von denen ich etwa ein halbes Dutzend kenne. Touristen verirren sich eher selten in diesen Teil Chinas, etwa 600 Kilometer westlich von Shanghai.
Die Luft ist auch hier schlecht (mehr dazu im Themenbereich „Umwelt“). Rund um die Stadt bilden die Industrieanlagen einen dichten Gürtel, den zu durchdringen unmöglich erscheint.

Ausblick über Tongling


Erfreulicher Weise befindet sich in 1.5 Kilometern Entfernung eine Parkanlage (Tianjinhu-Park), wo mein staunendes Auge eine Vielzahl verschiedener Bäume erspäht. Dies ruft mir nachhaltig in Erinnerung, dass ich bisher noch nicht viele Bäume in China zu sehen bekommen habe und das trotz zweiwöchiger Reise. Der Park wirkt insgesamt sehr künstlich angelegt und am Eingang zum Bereich des östlichen und westlichen Sees befindet sich doch tatsächlich eine Büste des guten alten Friedrich von Schiller, die auf die Partnerschaft zwischen Tongling und dem deutschen Marbach (am Neckar) hinweist.

Nun gut. Ich ließ mir den Park am Samstag, den 17.02.2007 zeigen, dem Beginn des chinesischen Neujahrs (welches bis zum 05.03.2007 dauerte) und war erstaunt, wie leer die Anlage im sonst sehr überfüllten China wirkte. Da gab es endlich etwas Natur und niemand interessierte sich dafür?

Als ich am nächsten Tag meinen Lauf startete, sah es schon ganz anders aus:
„Laooooooooo Waaaaaaaaiiiiiiiii!“ schallte es mir aus allen Richtungen entgegen. Ich wurde – unfreiwillig und praktisch ohne es zu merken – immer schneller, als ich den östlichen der beiden kleinen Seen umrundete.
Einige Chinesen beäugten mich belustigt, viele erstarrten in fassungslosem Staunen. Ich brach mit so vielen ungeschriebenen Regeln gleichzeitig, dass es ihnen die Sprache verschlug.
Zunächst einmal war ich ein Lao Wai, ein Ausländer. Das ist in Ordnung. Ich kann nicht überall zu Hause sein. Zudem sehe ich nicht besonders chinesisch aus. Auch damit kann ich gut leben. Dass ich in der weitläufigen Parkanlage der einzige Läufer war und (nach chinesischen Maßstäben) in einem spektakulären Tempo über die Wege flitzte, tat sein Übriges. Ich überholte zwei oder drei ältere Damen bzw. Herren, die etwas ähnliches wie Walking praktizierten. Sie fuchtelten irgendwie rhythmisch zuckend mit den angewinkelten Armen seitlich am Körper herum (es sah aus wie die Vorboten eines epileptischen Anfalls) und taten dazu (ebenfalls zuckend anmutende) kleine Schritte, die Michael Jackson ohne weiteres in „Moonwalk“ hätte einbauen können. Irgendwie fand ich den Anblick faszinierend, aber ich muss gestehen: Ich verstand nicht so recht, wozu das gut war.
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