Als wir der Terrakotta-Armee einen Besuch abstatteten, wurde mir erstmals wirklich bewusst,
welche faszinierende Vergangenheit mich umgab. Zirka 7.000 Figuren, jede davon individuell
gestaltet, bewachten einst das Grab des Kaisers Qin Shi Huang.
Ihre Aufstellung entsprach exakt den Angaben eines historischen Buches über die Kunst des Krieges.
Einst hielten sie echte Waffen, deren Oberfläche speziell beschichtet und so gegen Korrosion
geschützt wurde so dass sie,
nachdem die Waffen 2.000 Jahre begraben waren (und erst 1974 zufällig entdeckt wurden), noch immer
scharf waren.
Plünderer hatten einen Großteil der lebensgroßen Statuen zertrümmert, die in neuerer Zeit von
emsigen Archäologen mühsam wieder zusammengesetzt wurden.
Zusammen mit der Großen Mauer und der verbotenen Stadt ist diese Armee vielleicht das bedeutendste
Kulturgut Chinas.
Und es gibt sie noch: Die Kultur der Straße.
In Xi’an gibt es zwei erstaunliche Viertel:
Das muslimische Viertel westlich der Großen Moschee (mit einer der faszinierendsten Straßen,
durch die ich je gelaufen bin: Beiyuanmen) sowie das Künsterviertel neben dem ehemaligen
Gottestempel (Chenghuang Miao) wo über 200 kleine Läden und Straßenstände das behagliche
Gefühl von Vergangenheit aufkommen lassen und Kalligraphiekünstler in Seitenstraßen Ihre
Kunstwerke direkt auf transportablen Tischen gestalten.