Trainingslauf am 17.05.2005
Einfacher Lauf ohne Trainingsplan
Bereits mit dem ersten Schritt richtet sich mein Körper auf.
Ich merke, wie ich mich spanne und gleichzeitig doch entspanne. Dabei
scheine ich zu wachsen und bald bin ich auf dem Deich und mein Blick richtet
sich auf den Horizont. Es läuft sich so leicht und ich habe das Gefühl, als
wenn es so sein muss. Es ist richtig, was ich tue und ich gleite in den Himmel.
Wenn ich dann seitlich den Deich runter schaue beginne ich wirklich zu fliegen,
es ist ein seichter, auf- und abschwingender, Flug. Ich bemerke mein Lächeln
auf dem Gesicht und beginne das Lied aus dem mp3 mitzusingen. Ich fürchte
nicht die Leute, denen ich begegne und deute ihr Lächeln als freundlich.
Jetzt schießen die Endo’s (Endorphine) erst recht ein und wieder einmal ist
mein Gesicht zu klein für meinen grinsenden Mund.
Ich laufe heute ohne HF-Gurt, weil ich einfach mal keine Lust darauf habe. Und bei
dem dritten mitgesungenen Lied denke ich mir, dass es so auch besser ist. Langsam
geht mir die Puste aus und ich muss aufhören...
...mitzusingen.
Später kommt für mich das perfekte Lied, um einfach mal den aktiven Rücktritt
auszuprobieren. Habe ich lange nicht mehr gemacht und hatte es auch nicht vor.
Aber die Musik verleitet mich dazu. Erst ein schöner Rhythmus, der meinen Lauf
unterstützt. Dann ein fordernder intensiverer Rhythmus, bei dem ich das rechte
Bein aktiviere. Schließlich wieder der normale Rhythmus mit dem anschließenden
aktiven Rücktritt. Jetzt ist mein linkes Bein dran.
Uuuiih! Ich habe noch nie mit dem linken Bein den Rücktritt versucht. Das strengt an,
ist ungewohnt und ich muss mich konzentrieren, um die Arm-Bein-Bewegung richtig zu
koordinieren. Jetzt wieder der normale Rhythmus, bei dem ich mich ausruhe.
Zwischenzeitlich ist auf dem gegenüberliegenden Deich ein Fahrradfahrer aufgetaucht,
der mich beobachtet und dabei langsam überholt. Ich warte nur auf die letzte Einheit
des Liedes.
Jetzt kommt sie und ich laufe mit aktivem Rücktritt beider Beine. Überhole den Radfahrer,
der es zu spät bemerkt! Jetzt gibt er auch Gas, aber er hat es schwer, denn ich bin
im vollen Lauf, schwebe über dem Boden, berühre ihn kaum. Bald würde er mich eingeholt
haben, aber schon kommt die Kurve, die uns voneinander trennt.
Glück für mich!
Gewonnen!
Später begegne ich dem Radfahrer noch einmal und sehe in ein grinsendes weibliches
Gesicht! So sollte es immer unter Sportfreunden sein, gell?
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